P2P Kredite Risiko: Regulierung, Fälle und eigene Prüfung

P2P-Kredite sind eine Hochrisiko-Anlage, und das ist leider keine Floskel für den Disclaimer. Seit 2015 hat es in dieser Branche regelmäßig Plattformen zerlegt, mal durch Betrug, mal durch eine stille Abwicklung ohne Insolvenzverfahren, mal durch einen einzelnen Kreditgeber, der die Zahlungen einstellte. Hier bündele ich alles, was auf p2p-game.com zu diesem Thema entstanden ist: die dokumentierten Fälle, die Muster dahinter, die rechtlichen Grundlagen und die Werkzeuge, mit denen sich ein Anbieter vorher selbst prüfen lässt.

Von den aufgezählten Fällen war ich bei mindestens sieben selbst investiert, unter anderem bei Grupeer und Envestio, bei Lenndy stehe ich bis heute auf einer Gläubigerliste. Im laufenden Ventus-Verfahren bin ich ebenfalls betroffen und habe die Einladung in den Gläubigerausschuss abgelehnt, weil das Gremium unter Verschwiegenheitsvereinbarung arbeitet und ich euch dann genau das nicht mehr berichten könnte, was dort besprochen wird.

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Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.

Zur Einordnung
Auf dieser Seite steht selbstverständlich keine Rechtsberatung und keine juristische Bewertung. Wo Plattformen zu ihrer eigenen Struktur Auskunft geben, sind das Eigenangaben, die ich nicht unabhängig prüfen kann. Scores und Einschätzungen sind Orientierung, kein Urteil. Bei laufenden Verfahren sind die offiziellen Kanäle der Beteiligten und der Aufsicht maßgeblich, nicht diese Seite.

Die drei Risikoarten

Bevor es in die Einzelfälle geht, lohnt die Sortierung. Vereinfacht gibt es bei P2P drei große Risikoarten, und jede braucht einen anderen Schutz. Wer die Fälle unten liest, ohne diese Einteilung im Hinterkopf zu haben, zieht am Ende die falschen Schlüsse.

Geschäftsmodellrisiko
Kredite fallen aus, ganze Kreditgeber straucheln, das Marktumfeld dreht. Das normale Risiko jedes Kredits, es lässt sich nicht abschalten, nur abfedern. Schutz: breite Streuung über Plattformen, Kreditarten und Länder.
Betrugsrisiko
Die Plattform war von Anfang an unseriös oder wird es unterwegs. Schutz: Track Record, geprüfte Jahresabschlüsse, Kommunikationsverhalten.
Regulatorisches Risiko
Die Aufsicht stoppt das Geschäft aus rein juristischen Gründen, auch bei einer Plattform, die real arbeitet und Zinsen zahlt. Optisch nicht erkennbar, im laufenden Betrieb fällt eine fehlende Lizenz schlicht nicht auf. Schutz: Lizenzstatus prüfen.

Die dritte Kategorie ist die, die am längsten übersehen wurde, auch von mir. Ausführlich steht das im Grundlagenartikel Reguliert oder nicht? Das P2P-Risiko, das ich persönlich unterschätzt habe. Die vollständige Liste aller Risikoebenen, von der Plattform über Kreditgeber, Währung und Länderrisiko bis zum Anleger selbst, steht in „Eine ganze Menge an P2P-Risiken, die man sich einsammelt“.

Fallchronik seit 2015

Was hier nun folgt, ist passiert und kann in derselben Form wieder passieren. Die Liste ist nicht vollständig, sie enthält die Fälle, die ich selbst begleitet, mitbekommen oder mitgenommen habe.

JahrFallWas passiert istMuster
2015TrustBuddyInsolvenz, nachdem die Kreditwürdigkeitsprüfung manipuliert worden warBetrug
2017Eurocent (Mintos)Kreditgeber zahlungsunfähig, Anleger sahen kaum etwas wiederKreditgeber-Ausfall
2018/19Collateral, Lendy, Funding Secure, MoneythingInsolvenzwelle in Großbritannien, Rückflüsse nur in BruchteilenPlattform-Insolvenz
2019/20Kuetzal, EnvestioProjekte existierten nicht, das Management verschwandBetrug
2019/20Aforti, GetBucks, Capital Service, Cashwagon, MonegoReihenweise Mintos-Kreditgeber stellten die Zahlungen einKreditgeber-Ausfall
2020Monethera, WisefundEnvestio-Kopien bis in die FAQ-Texte hineinBetrug
2020GrupeerAuszahlungsstopp, danach Verdacht auf gefälschte KreditursprüngeBetrug
2020FastinvestAuszahlungen eingestellt, die Webseite läuft bis heute weiterBetrug
2020Finko-Gruppe mit Varks (Mintos)Lizenzentzug in Armenien riss die ganze Gruppe mit, die Gruppengarantie hielt nichtKreditgeber-Ausfall
2021Wowwo (Mintos)Türkischer Autokredit-Anbieter suspendiert, Lira-Absturz, Datenverbindung gekapptKreditgeber-Ausfall
2021/22LenndyInsolvenzverfahren läuft, seit Jahren kein Cent zurückAbwicklung
2022ViventorMehrfacher CEO-Wechsel, dann war die Webseite offlineStille Abwicklung
2022Juicy FieldsExit Scam im Cannabis-Crowdgrowing, dreistelliger MillionenschadenBetrug
ab 2022Kviku, RevoGelder nach Kriegsbeginn eingefroren, kein Transfer möglichLänderrisiko
ab 2023EstateGuru DeutschlandKreditportfolio kollabiert, die Plattform selbst arbeitet weiterRecovery ohne Pleite
2024Reinvest24, LandEx, Bulkestate, MonestroGeschäft eingestellt oder die Kommunikation versiegteStille Abwicklung
2024Planet42, Alivio Capital, Right Choice, ClickCashKreditgeber stellten die Zahlungen ein, zweistellige Millionenbeträge offenKreditgeber-Ausfall
2026Nera Capital (Mintos)Zahlungen ausgesetzt, rund 61 Mio. Euro in verzögerten NotesKreditgeber-Ausfall
2026Ventus EnergyBaFin untersagt das Einlagengeschäft, Restrukturierung folgtRegulatorischer Eingriff

Die fünf Muster im Detail

Betrug: erfundene Projekte und kopierte Plattformen

Der Jahreswechsel 2019/2020 war der Moment, in dem die deutschsprachige Community das Misstrauen gelernt hat. Bei Kuetzal und Envestio stellte sich heraus, dass Projekte schlicht nicht existierten, Monethera und Wisefund kopierten das Modell inklusive der FAQ-Texte. Grupeer startete seriös und kippte später, Fastinvest stellte im April 2020 die Auszahlungen ein und hält die Webseite bis heute online. Die vollständige Aufarbeitung mit den Warnsignalen, die im Nachhinein sichtbar waren, steht in Welche P2P-Plattform scheitert als Nächstes?, der größte Einzelfall außerhalb der P2P-Welt in Juicy Fields.

Stille Abwicklung: wenn einfach nichts mehr kommt

Das unspektakulärste und in der Summe teuerste Muster. Keine Anzeige, kein Verfahren, keine Schlagzeile, sondern eine Plattform, die aufhört zu antworten. Viventor wechselte mehrfach den CEO und war irgendwann offline, Bulkestate hat den Betrieb faktisch längst eingestellt, Reinvest24 zerlegte sich am Streit mit dem Projektpartner (immerhin wurde gelegentlich etwas zurückgezahlt!), LandEx wurde nie profitabel. Bei Lenndy läuft zumindest ein ordentliches Insolvenzverfahren, ich stehe auf der Gläubigerliste und habe seit Jahren keinen Cent gesehen.

Kreditgeber-Ausfälle: die Ebene unter der Plattform

Es muss keine Plattform untergehen, damit schon Geld verschwindet. Auf Marktplätzen reicht ein Kreditgeber, und genau dort ist in Summe bislang der größere Schaden entstanden. Eurocent fiel schon 2017 bei Mintos aus, 2019 und 2020 folgten Aforti, GetBucks, Capital Service, Cashwagon und Monego. Der Lizenzentzug bei Varks riss 2020 die komplette Finko-Gruppe mit, und die vielbeworbene Gruppengarantie hat daran nichts geändert. Wowwo wurde Ende 2021 suspendiert, nachdem die Lira abstürzte und das Unternehmen die Datenverbindung zu Mintos kappte. 2024 kamen Planet42 und Alivio Capital dazu, bei Bondster hängt ClickCash seit Ende 2022, bei Income Marketplace platzte der Zahlungsplan von Right Choice.

Der aktuell größte Fall dieser Kategorie läuft gerade. Bei Nera Capital, einem irischen Prozessfinanzierer, sind die Zinszahlungen seit Ende März 2026 ausgesetzt, weil die britische Solicitors Regulation Authority die Solvenz von rund 80 finanzierten Kanzleien prüft und diese ihre Zahlungen ausgesetzt haben. Die im Mai fällige Tilgung blieb aus. Nach den vorliegenden Angaben stecken damit rund 61 Millionen Euro in verzögerten Notes, und auf dem Zweitmarkt finden diese selbst mit 30 Prozent Abschlag keine Käufer. Mintos hat Nera bislang nicht als Ausfall klassifiziert. Käme es dazu, wäre es der größte Einzelausfall eines Kreditgebers in der Geschichte der Plattform.

Ich bin da selbst mit drin, und zwar über einen Weg, der mich ärgert: Die Core-Strategie hat mir ausgerechnet diese Notes eingesammelt, ohne dass ich sie einzeln ausgewählt hätte. Seitdem ist Core bei mir deaktiviert. Genau hier wirkt die Rückkaufgarantie als Hebel und nicht als Schutz, denn fällt ein Kreditgeber aus, fällt sein ganzes Portfolio auf einmal aus. Worauf ich bei der Auswahl achte, steht in Die besten Mintos-Kreditgeber, warum ich Buyback trotzdem nicht als Sicherheit verstehe, in der Buyback-Streitschrift.

Regulatorischer Eingriff: die Aufsicht zieht den Stecker

Das jüngste Muster und das einzige, das auch eine real arbeitende Plattform trifft. Im Mai 2026 hat die BaFin der Ventus Energy Group das in Deutschland ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft untersagt, im Juni folgte ein gerichtlich begleitetes Restrukturierungsverfahren nach estnischem Recht. Wie das ausgeht, ist offen, und eine eigene Prognose zur Rückzahlungsquote gebe ich bewusst nicht ab. Den datierten Verlauf halte ich in den Ventus Energy Erfahrungen fest, die Einordnung mit Lars steht in der Podcast-Folge zur Restrukturierung.

Interessanter als der Einzelfall ist die Frage, wen dasselbe Kriterium sonst noch treffen könnte. Dafür habe ich 16 unregulierte Plattformen mit denselben sechs Fragen zu ihrer Rechtsstruktur angeschrieben und die Antworten nach einem gewichteten Schema ausgewertet, nachzulesen im BaFin-P2P Plattformen Risiko Check.
Die Spanne reicht von 81 Punkten bis zu einer glatten Null für den einzigen Anbieter, von dem inhaltlich bis heute nichts kam. Der Score misst dabei ausdrücklich nur, wie vollständig und wie belegt geantwortet wurde, nicht wie sicher ein Geschäftsmodell tatsächlich ist.

Recovery ohne Pleite: das Geld ist nicht weg, nur weg

Der Sonderfall, den viele unterschätzen. EstateGuru ist beaufsichtigt, meldet wieder operative Gewinne und ist alles andere als insolvent. Trotzdem steckt ein dreistelliger Millionenbetrag in der Rückholung fest, größtenteils aus dem deutschen Kreditportfolio. In meinem eigenen Depot steht die Plattform deshalb bei einem 12-Monats-IZF von minus 1,8 Prozent, obwohl die Kredite formal besichert sind. Das Geld ist nicht komplett zwingend verloren, aber auf Jahre illiquide und ein Großteil sicher auch weg. Eine Lizenz schützt eben nicht vor festhängendem Geld und Missmanagement.

Wie sich ein einzelner Totalausfall im Gesamtportfolio auswirkt, habe ich einmal durchgerechnet:
Selbst mit einer komplett abgeschriebenen Position bleibt über meine gesamte P2P-Laufzeit ein interner Zinsfuß von knapp 8 Prozent, im laufenden Jahr knapp 5 Prozent. Die Rechnung und ein Beispiel, wie sich Schuldner und Rangrücktritt in einem echten Vertrag nachlesen lassen, stehen in Ist P2P tot? Was der Fall für die Diversifikation bedeutet.

Regulierung verstehen

Der Kern fast aller aufsichtsrechtlichen Probleme steckt in einem einzigen Begriff: dem Einlagengeschäft nach § 1 KWG. Wer von Publikum Gelder annimmt, die unbedingt rückzahlbar sind, betreibt in Deutschland ein erlaubnispflichtiges Bankgeschäft. Fehlt die Erlaubnis, kann die BaFin Einstellung und Abwicklung anordnen, sofort vollziehbar und unabhängig davon, ob das operative Geschäft läuft.

Die drei Wege aus dem Einlagengeschäft
Forderungskauf (Claim Assignment): Der Anleger kauft bestehende Kreditforderungen und gibt der Plattform kein Darlehen. Damit besteht kein unbedingter Rückzahlungsanspruch gegen die Plattform.
Nachrang oder qualifizierter Rangrücktritt: Die Rückzahlung ist im Insolvenzfall nachrangig und vorinsolvenzlich gesperrt. Deutsche Gerichte haben solche Klauseln allerdings wiederholt kassiert, wenn sie zu intransparent formuliert waren.
ECSP- oder MiFID-Regulierung: Getrennte Kundengelder und laufende Aufsicht klammern das Einlagengeschäft aus. Art. 8 der ECSP-Verordnung verbietet zudem, eigene Projekte zu finanzieren.

Welche Lizenztypen es überhaupt gibt und wo ihre Grenzen liegen, steht ausführlich im Grundlagenartikel zum regulatorischen Risiko. Wichtig dabei: Nur MiFID II bringt eine Anlegerentschädigung mit, und die greift ausschließlich bei Plattformpleite oder Veruntreuung, nicht bei Kreditausfall.
Der EstateGuru-Fall oben zeigt, was eine Lizenz nicht leistet. Den laufend gepflegten Status der einzelnen Anbieter führe ich in meinem P2P-Plattform-Rating.

Legende der Regulierungs-Badges

In meinen P2P Kredite Erfahrungen steht hinter jedem Plattformnamen ein „Badge“ mit dem Aufsichtsstatus. Die Definitionen sind auf beiden Seiten identisch, hier stehen sie ausgeschrieben:

ECSP = Lizenz nach der EU-Crowdfunding Verordnung, erteilt von einer nationalen Aufsicht.
MiFID II = Wertpapierfirmen-Lizenz, in der Regel von der lettischen oder litauischen Zentralbank.
beaufsichtigt = die Plattform oder der dahinterstehende Kreditgeber steht unter nationaler Finanzaufsicht, ohne ECSP-Lizenz.
nicht reguliert = keine Finanzaufsicht. Das ist bei P2P weiterhin der Normalfall und auch kein Ausschlusskriterium, muss einem nur klar sein was es bedeuten kann.
Eine Lizenz schützt übrigens nicht vor Kreditausfällen. Sie sorgt für Aufsicht, Berichtspflichten und ein geordnetes Verfahren, wenn es schiefgeht.

Welche Plattformen sind reguliert?

Der Regulierungsstatus ist der einzige Risikofaktor aus diesem Beitrag, der sich in wenigen Minuten von außen prüfen lässt. Eine ECSP-Lizenz haben unter anderem LANDE, Lendermarket, Debitum, Savy, Digilo, Profitus, InRento, Stock.estate, Crowdpear und Afranga. Unter MiFID II laufen Nectaro, Twino und ViaInvest, unter nationaler Aufsicht unter anderem Mintos, Neo Finance, Finbee, Capitalia, EstateGuru, InSoil und Indemo. Bei Bondora, Monefit und Modena steht jeweils der dahinterliegende Kreditgeber unter Aufsicht, nicht das Anlageprodukt selbst.

Die vollständige Zuordnung mit Lizenztyp je Anbieter steht in der Übersicht unter Welche P2P Plattformen sind reguliert?, die Badges pro Plattform findet ihr direkt in den Segment-Tabellen.
In meinem eigenen Depot liegen aktuell rund 65 Prozent des Kapitals auf regulierten Plattformen, Ziel sind deutlich über zwei Drittel.

Plattformen selbst prüfen

Ein Teil des Risikos lässt sich mit überschaubarem Aufwand vorher einschätzen. Die folgenden Beiträge sind Werkzeuge, keine fertigen Urteile, und sie funktionieren am besten im Zusammenspiel.

Warnzeichen für Anlagebetrug

Der Basisartikel, bevor es in Zahlen geht. Häufige CEO-Wechsel, identische Projektbeschreibungen, steigende Auszahlungsgebühren, ausweichende Antworten auf gezielte Fragen, wechselnde Bankverbindungen. Rückblickend waren diese Signale bei fast allen Fällen oben sichtbar, nur eben nicht eindeutig genug, um allein darauf zu handeln.

Fundamentalanalyse: 30 Plattformen im Stresstest

Sieben Faktoren, mit denen sich das Plattformrisiko von außen abschätzen lässt: Firmenadresse, Geschäftsform und Handelsregisternummer, Marktbestehen, Fundamentalwerte aus dem Jahresabschluss, Kreditnehmer- und Kreditgeberdiversifikation, Rezensionen. Raphael hat damit in einem Gastbeitrag 30 Anbieter durchgeprüft. Die Methodik trägt bis heute, die Bewertungen von damals sind Zeitdokumente.

Benford-Analyse: Anomalien im Loan Book

Wenn eine Plattform ihr Loan Book offenlegt, lässt sich die Verteilung der führenden Ziffern gegen das Benford-Gesetz prüfen. Marcs Pionieranalyse von 2019 fand bei drei von vier Plattformen Auffälligkeiten, Fastinvest und Grupeer stellten in den Monaten danach die Auszahlungen ein. Der Haken 2026: Seit der Umstellung vieler Anbieter auf Notes ist Bondora die einzige große europäische Plattform mit vollständig öffentlichem Loan Book.

Buyback: Fluch oder Segen?

Die Rückkaufgarantie ist das meistmissverstandene Konstrukt der Branche, und die Kreditgeber-Ausfälle oben zeigen, warum. In dieser Streitschrift argumentieren Andreas und Thomas Maurer direkt gegeneinander: einmal Buyback als Interessenausgleich zwischen Kreditgeber und Investor, einmal als Versicherungsprämie, die genau dann versagt, wenn man sie braucht. Beide Positionen stehen unverändert nebeneinander.

Excel-Matrix für die eigene Auswahl

Wer nicht mein fertiges Urteil, sondern eine eigene Gewichtung will, findet hier Ömers Auswahlmatrix, inzwischen auf 75 Plattformen erweitert. Kriterien definieren, gewichten, Punkte vergeben, Untergrenze setzen. Die hinterlegten Werte sind plausible Schätzungen aus öffentlichen Quellen und ausdrücklich als Startpunkt gedacht, nicht als geprüfte Wahrheit.

Einordnung aus der Community

Zwei Podcast-Folgen runden das ab. In der Community-Edition beantworten Lars und ich eure Fragen dazu, welche drei Plattformen wir jeweils für die risikoärmsten halten und warum wir Fremdkapital für P2P kategorisch ablehnen. In der Folge mit Honorarberater Thomas Beutler kommt der Gegenwind: Er würde in P2P nie investieren, weil ein Totalverlustrisiko für ihn Ausschlusskriterium ist. Wir haben dagegengehalten, überzeugt haben wir ihn nicht.

Lars P2P Premium Rating nicht nur der Mintos Kreditgeber

Lars P2P Kredite Premium Rating-System ein wertvolles Werkzeug für Investoren im P2P-Kreditbereich die ein kuratiertes Rating suchen.
Es bietet eine umfassende Analyse der Kreditgeber, indem es zahlreiche Finanzkennzahlen wie Rentabilität, Umsatz, Eigenkapital und Verschuldungsgrad berücksichtigt.

Häufige Fragen zu Risiko und Regulierung

Welche P2P-Plattformen sind bisher gescheitert?

Die Liste reicht von TrustBuddy 2015 über die britische Insolvenzwelle um Lendy und Collateral bis zu den Betrugsfällen Kuetzal, Envestio, Monethera, Wisefund, Grupeer und Fastinvest um 2020. Dazu kommen stille Abwicklungen wie Viventor, Lenndy, Bulkestate, Reinvest24, LandEx und Monestro. Die vollständige Chronik mit Jahr und Muster steht oben auf dieser Seite.

Was bedeutet regulatorisches Risiko bei P2P-Krediten?

Regulatorisches Risiko heißt, dass eine Aufsichtsbehörde das Geschäft aus rein juristischen Gründen stoppt, unabhängig davon ob die Plattform real arbeitet und Zinsen zahlt. In Deutschland greift dafür meist das Einlagengeschäft nach § 1 KWG: Wer unbedingt rückzahlbare Gelder von Anlegern annimmt, braucht eine Erlaubnis. Fehlt sie, kann die BaFin Einstellung und Abwicklung anordnen.

Ist eine regulierte P2P-Plattform automatisch sicher?

Nein. Eine Lizenz nimmt das regulatorische Risiko vom Tisch, sie verhindert aber keine Kreditausfälle und keine Pleiten einzelner Kreditgeber. ECSP-Anlagen sind weder durch eine Einlagensicherung noch durch eine Anlegerentschädigung geschützt. Nur MiFID II bringt eine Entschädigung bis 20.000 Euro mit, und die greift ausschließlich bei Plattformpleite oder Veruntreuung. Bei EstateGuru steckt trotz Aufsicht ein dreistelliger Millionenbetrag in der Rückholung fest.

Muss eine Plattform pleitegehen, damit ich Geld verliere?

Nein, und das ist der häufigere Fall. Auf Marktplätzen reicht der Ausfall eines einzelnen Kreditgebers, dann fällt dessen komplettes Portfolio auf einmal aus und die Rückkaufgarantie greift nicht mehr. Beispiele sind Eurocent 2017, Varks und die Finko-Gruppe 2020, Wowwo 2021 sowie Planet42 und Alivio Capital 2024. Aktuell betrifft es Nera Capital mit rund 61 Millionen Euro in verzögerten Notes.

Wie prüfe ich selbst, ob eine P2P-Plattform reguliert ist?

ECSP-Lizenzen stehen im zentralen Register der ESMA. Die nationalen Aufsichtsbehörden in Lettland, Litauen und Estland führen eigene Listen der lizenzierten Anbieter und teils auch Warnlisten. Für unerlaubte Geschäfte mit Deutschlandbezug veröffentlicht die BaFin Verbrauchermitteilungen. Den Status der von mir beobachteten Plattformen pflege ich laufend im P2P-Plattform-Rating und als Badge in den Erfahrungsberichten.

Diese Seite wächst weiter, jeder neue Fall kommt in die Chronik. Wie haltet ihr es inzwischen, achtet ihr auf den Lizenzstatus, bevor eine Plattform ins Depot kommt, oder zählt am Ende doch die Rendite? Und welchen Fall habe ich in der Chronik vergessen?

Zuletzt aktualisiert am: 31. Juli 2026

Haftungsausschluss & Interessenkonflikt

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Ich besitze keine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO und bin nicht von der BaFin zugelassen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar.

Auf fast allen Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Investitionen in P2P-Kredite und vergleichbare Vermögensanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalausfall verbunden. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich.

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