Welche P2P-Plattform ist der nächste Ventus-Fall? 16 Anbieter im BaFin-Check

Nach dem BaFin-Aus für Ventus Energy fragen sich viele Anleger: Welche unregulierte P2P-Plattform ist die nächste? Und fangen die Anbieter jetzt an, ihre Hausaufgaben zu machen? Der Vorwurf gegen Ventus war ziemlich konkret: unerlaubtes Einlagengeschäft nach § 1 KWG. Ventus hatte auf Basis von Darlehensverträgen Anlegergelder eingesammelt, unbedingt rückzahlbar, jederzeit abrufbar, ohne Banklizenz und ohne getrennte Gelder. Genau diese Konstruktion ist das Muster, an dem sich seither jede unregulierte Plattform messen lassen muss.

Ich habe deshalb eine ganze Reihe dieser Plattformen mit denselben sechs Fragen zu ihrer Rechtsstruktur angeschrieben und um eine zitierfähige Antwort mit Name und Funktion gebeten. 16 haben geantwortet, und ich habe die Rückmeldungen nach einem gewichteten Schema bewertet. Wie es mit Ventus selbst weitergeht, dokumentiere ich auf meiner Ventus-Energy-Seite.

 Zuletzt aktualisiert am: 18. Juli 2026

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Nächster Ventus-Fall? 16 unregulierte P2P-Plattformen im BaFin-Check – wer ist noch sicher?

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Und noch ein Wort vorab zur Einordnung. Diese Auswertung ist mit KI-Unterstützung entstanden, und sie ist ausdrücklich keine rechtliche und erst recht keine gerichtsfeste Bewertung, dafür fehlen mir ohnehin die Expertise und die Möglichkeit, die Belege unabhängig zu prüfen. Lass dich da auch nicht von den Scoring Werten täuschen, das sind keine absoluten Zahlen.
Trotzdem hat der Vergleich für mich einen echten Mehrwert: Ich kann für mich selbst herauslesen, wer das Thema ernst nimmt, wer schon konkrete Maßnahmen ergriffen hat und wer eben nicht. Genauso ist der Score gemeint, als transparente Orientierung, nicht als Urteil.

Die drei Wege aus dem Einlagengeschäft

Warum trifft das Ventus-Urteil manche Plattformen und andere nicht? Das Einlagengeschäft nach § 1 KWG greift vor allem bei unbedingt rückzahlbaren Geldern. Es gibt drei gängige Wege, dieser Einstufung zu entgehen, und an ihnen lässt sich das ganze Feld sortieren:

  • Forderungskauf (Claim-Assignment): Der Anleger kauft Forderungen und gibt der Plattform kein Darlehen, es gibt also keinen unbedingten Rückzahlungsanspruch gegen die Plattform. So arbeiten zum Beispiel Modena, Bondora, Loanch, Income, Hive5 und Robocash.
  • Nachrang / qualifizierter Rangrücktritt: Die Rückzahlung ist im Insolvenzfall nachrangig und vorinsolvenzlich gesperrt, damit verliert das Geld den Einlagencharakter. Diesen Weg gehen Devon, MyPeak und Asterra.
  • ECSP- oder MiFID-Regulierung: Getrennte Kundengelder und laufende Aufsicht klammern das Einlagengeschäft aus. Aber Achtung: ECSP-Anlagen sind weder durch Einlagensicherung noch durch Anlegerentschädigung geschützt, und Art. 8 ECSP-VO verbietet, eigene Projekte zu finanzieren, genau das Ventus-Muster. Auf diesem Weg sind unter anderem Triple Dragon (ECSP-Antrag), FF Forest (regulierte Anleihen) und Modena (MiFID-Antrag).

Wer wo steht und wie gut er es belegt, zeigt der Score in der folgenden Tabelle.

Die sechs Fragen an die Plattformen

Das sind die sechs Fragen, die jede Plattform bekommen hat, mit dem Kürzel, das später die Spalten der Tabelle benennt:

  • (Q1) Lizenz & Aufsicht:
    Ist eine Lizenzierung oder Beaufsichtigung geplant (ECSP, MiFID, Zahlungsinstitut), wenn ja welche und bis wann, wenn nein warum nicht?
  • (Q2) Vertragsstruktur & § 1 KWG:
    Wie ist die Struktur für deutsche Anleger aufgesetzt, besteht ein Einlagengeschäft-Risiko wie bei Ventus, und wurde das rechtlich geprüft?
  • (Q3) Geldtrennung:
    Sind eingezahlte Gelder rechtlich vom Firmenvermögen getrennt, etwa über eine lizenzierte Zahlungsstelle oder eine Treuhand?
  • (Q4) Bankabhängigkeit:
    Wie abhängig ist die Plattform von einzelnen Banken und Zahlungsdienstleistern, und was passiert beim Wegfall einer Bankverbindung?
  • (Q5) Ventus-Konsequenzen:
    Wurden aus dem Fall konkrete Konsequenzen gezogen, bei Verträgen, Strukturen oder der Kommunikation?
  • (Q6) Botschaft an Anleger:
    Gibt es etwas, das die Plattform ihren Anlegern gerade jetzt mitteilen möchte?

Wie die Punkte entstehen

Jede Antwort bekommt pro Frage zwei Noten von 0 bis 3. Die Vollständigkeit misst, ob die Frage inhaltlich beantwortet wurde. Die Güte misst, wie nachprüfbar das Gesagte ist: eine Register- oder Lizenznummer und ein geteiltes Dokument zählen mehr als eine benannte Kanzlei, und die wiederum mehr als eine bloße Eigenangabe.

Die Güte zählt 60 Prozent, die Vollständigkeit 40%. Dazu sind die Fragen unterschiedlich schwer gewichtet, und diese Gewichte sind zugleich die maximal erreichbaren Punkte je Frage: Q2 (Vertragsstruktur) mit 30 am höchsten, dann Q1 mit 20, danach Q3 mit 18, Q4 und Q5 mit je 12 und Q6 mit 8, zusammen 100.

Der Effekt: Eine Frage vollständig, aber ohne Beleg beantwortet, bringt nur 60 Prozent der Punkte. Wichtig zur Einordnung: Diese Analyse genügt keinen wissenschaftlichen Ansprüchen, sie ist als Orientierungshilfe gedacht und nicht als belastbare oder gar gerichtsfeste Tatsache.

Das Ergebnis im Überblick

Auffällig ist vor allem, dass die am schwersten gewichtete Q2, die Vertragsstruktur, das Feld trennt: Genau dort entscheidet sich, ob eine Plattform nur behauptet oder etwas Belastbares vorlegt. (Tipp: Auf dem Desktop zeigt ein Mouseover über die Spaltenköpfe Q1 bis Q6 die jeweilige Frage.)

Plattform Q1 (20) Q2 (30) Q3 (18) Q4 (12) Q5 (12) Q6 (8) Gesamt
Modena 20 24 14 10 10 4 81
Devon 12 24 8 7 10 5 66
Triple Dragon 16 24 8 4 4 5 62
MyPeak 13 18 8 7 7 4 58
Hive5 9 14 14 6 6 4 53
Loanch 9 18 11 6 6 4 53
Asterra 7 18 8 6 10 4 52
Revest 9 14 8 6 6 4 47
FF Forest 9 14 8 6 6 4 47
Income 9 14 12 4 4 4 47
Esketit 9 14 8 4 4 4 43
Fintown 7 14 8 4 6 4 42
Robocash 7 14 8 6 4 4 42
Swaper 7 14 8 4 4 3 40
Bondora 9 14 8 4 0 0 36
PeerBerry 9 10 8 0 0 4 31
Bondster 0 14 8 0 4 4 30
Creditstar / SmartSaver 0 0 0 0 0 0 0

Wie du die Punkte liest, und wie nicht

Zu holen sind 100 Punkte, und die sind sportlich gedacht. Eine für mich belastbare Spitzengruppe bilden nur die vier ab 55 Punkten: Modena, Devon, Triple Dragon und MyPeak. Alles darunter, und erst recht das breite Feld ab 47 abwärts, hat noch einiges zu tun, bevor sich daraus etwas wirklich Positives ablesen lässt.

Am schwersten wiegt die Vertragsfrage Q2 (30 Punkte). Hier will ich mindestens 20 sehen, also einen benannten Beleg statt einer bloßen Behauptung. Das schaffen bisher nur drei Plattformen mit je 24 Punkten (Modena, Devon, Triple Dragon). Die nächste Gruppe steht bei 18, das heißt vollständig beantwortet, aber nur als Eigenangabe, der große Rest hängt bei 14, also nicht einmal das.

Und ganz wichtig: Diese Punkte messen, wie vollständig und wie belegt eine Plattform geantwortet hat, nicht wie sicher ihr Modell ist. Sie sind eine Orientierung, keine Rechts- oder Sicherheitsbewertung und keine Garantie. Für die tatsächliche Sicherheit musst du die Verträge selbst lesen, die habe ich hier bewusst nicht ausgewertet.

† Allgemeines Statement statt Frage-für-Frage-Antwort (Robocash, Bondster). ❌SmartSaver hat trotz mehrfacher † Allgemeines Statement statt Frage-für-Frage-Antwort (Robocash, Bondster, PeerBerry). PeerBerry hat auf die Frage-für-Frage-Beantwortung verzichtet und stattdessen ein Statement zum eigenen Modell geschickt, das hier wie jedes andere Statement gewertet ist; zu Bankabhängigkeit (Q4) und Ventus-Konsequenzen (Q5) enthält es keine Aussage. ❌ Creditstar/SmartSaver hat um mehr Zeit für eine Antwort gebeten, inhaltlich steht sie bis heute aus, daher 0 Punkte. Die je Frage gerundeten Punkte können in der Zeilensumme um bis zu 1 Punkt vom Gesamt-Score abweichen (Rundung). Alle Angaben sind Eigenaussagen der Plattformen, nicht unabhängig geprüft. Offenlegung: Bei den meisten dieser Anbieter bin ich Affiliate-Partner.

Regulierungs-Score: 16 unregulierte P2P-Plattformen nach dem Ventus-Fall

Gewichteter BaFin-Check, 0 bis 100 Punkte. Mit der Maus über einen Balken fahren zeigt Modell, Punkte je Frage und ein Kurzfazit.

60+ belastbarer 40 bis 59 in Arbeit 30 bis 39 dünn 0 keine Antwort † Statement

Die vier Bestplatzierten im Detail

Die vier Bestplatzierten schreibe ich offen aus, ab dem Mittelfeld habe ich die Einschätzungen eingeklappt, damit der Beitrag nicht ewig scrollt.

Modena – Gesamt-Score 81

Modena arbeitet nach dem Forderungskauf-Modell (Claim-Assignment): Anlegergeld kauft Kreditforderungen, statt der Plattform ein Darlehen zu geben.

Bei § 1 KWG ist die Struktur benannt (G2): Das Geld ist kein unbedingt rückzahlbares Darlehen, der Buyback ist ausdrücklich Kulanz, gestützt auf ein benanntes Memorandum der Kanzlei Widen und zweifachen Regulator-Kontakt, der Gutachtentext selbst ist aber nicht geteilt. Bei der Lizenz ist Modena die einzige mit einem echt belegten Anker (G3): eine bestehende, registrierte estnische Konsumkredit-Lizenz plus terminierter MiFID-Antrag zum Ende des Sommers.

Geldtrennung über die eigene lizenzierte Zahlungsstelle, ein offen benannter Bank-Worst-Case und die klare Ventus-Abgrenzung machen die substanziellste Antwort im Feld, alles aber estnisch reguliert und ohne deutsche BaFin-Einschätzung.

Modena leiht sich kein Geld von den Anlegern, sondern wir verkaufen Vermögenswerte (Kreditforderungen).

Oliver Matt, Modena

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Modena-Erfahrungsbericht.

Devon – Gesamt-Score 66

Devon zieht über nachrangige Darlehen Kapital ausschließlich für die eigenen Immobilien-SPVs der MJL Group ein (Eigenfinanzierung, kein Marktplatz).

Bei § 1 KWG ist die Struktur benannt (G2): Nachrang nach § 39 InsO und gestrichene unbedingte Rückzahlung greifen genau das Ventus-Kriterium an. Das bestätigende deutsche Rechtsgutachten ist inzwischen namentlich bei KPMG Deutschland beauftragt, liegt aber noch nicht vor. Beim Fahrplan sind AIFP-Regime und EFSA-vorgeprüfter Prospekt benannt, jedoch ohne Termin, weshalb Q1 als Eigenangabe bleibt.

Geldtrennung (aktuell nur separate Konten, echte Segregation in Prüfung) und mehr als fünf Bankpartner runden die vollständigste Antwort im Feld ab. Die Vertragsänderungen als Ventus-Konsequenz sind inzwischen ausgerollt und von 96 % der Anleger angenommen und liegen bei einem benannten Prüfer, weshalb Q5 von Eigenangabe auf benannt (G2) steigt.

Update Juli 2026: MJL-CEO Janis Lagzdins hat der Community KPMG Deutschland als Gutachter, die 96-prozentige Annahme der neuen Verträge, den AIFP-Fahrplan mit Feeder-Vehikel für Privatanleger und erstmals die Asset-Basis offengelegt (über 40 Mio. € Immobilienportfolio, aktiv seit 1993, zurückgezahlte Darlehen bei Villa Astor und Barona 92). Das hebt Devon von 64 auf 66 Punkte, am Rang ändert es nichts. Offen bleiben Gutachten, Lizenz und Segregation, und das Klumpenrisiko der reinen Eigenfinanzierung bleibt bewusst bestehen.

Das Darlehen ist ausdrücklich nach § 39 InsO nachrangig. Dadurch kann das Instrument nicht als Einlage nach § 1 KWG eingestuft werden.

Toms Bērzkalns, COO Devon

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Devon-Erfahrungsbericht.

Triple Dragon – Gesamt-Score 62

Triple Dragon operiert auf Assignment-Basis (Forderungskauf); investierte Gelder wandern schnell an die gruppeneigene Lending Company.

Bei § 1 KWG ist die Antwort benannt (G2): ein bereits vorliegendes Rechtsgutachten, das das Einlagengeschäft explizit verneint, jetzt mit benannter Kanzlei (Liberius Legal, Gilles Bropsom), der Gutachtentext selbst bleibt aber unter Verschluss. Beim Fahrplan ist der ECSP-Antrag in Luxemburg benannt (G2): der Regulator-Call ist erfolgt, die Zeitschiene liegt bei sechs bis zwölf Monaten, offiziell eingereicht ist er aber noch nicht.

Die Geldtrennung räumt Triple Dragon selbst als nicht insolvenzfest ein, Q4 und Q5 bleiben sehr knapp, insgesamt eine rechtlich starke, sonst aber dünne Antwort.

Wir haben ein Rechtsgutachten, das genau dieses Risiko ausdrücklich geprüft hat und bestätigt, dass wir kein Einlagengeschäft betreiben.

Vitālijs Zalovs, Triple Dragon

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Triple Dragon-Erfahrungsbericht.

MyPeak – Gesamt-Score 58

MyPeak vergibt Geschäftskredite ausschließlich an Unternehmen der eigenen Amitours-Holding (Eigenfinanzierung im alpinen Reisesektor).

Bei § 1 KWG bleibt es trotz des am saubersten ausformulierten qualifizierten Rangrücktritts nach § 19(2) bei einer Eigenangabe (G1), weil für diese Einordnung kein eigenes Gutachten und keine Kanzlei benannt sind. Beim Fahrplan ist immerhin KPMG als Prüfer benannt (G2), die Lizenzentscheidung fällt aber erst Ende 2026 und ein Antrag liegt nicht vor.

PSD2-Geldtrennung mit namenlosem Anbieter, über 30 Bankkonten und der gestärkte Rangrücktritt als Ventus-Konsequenz vervollständigen eine sehr vollständige, aber überwiegend unbelegte Antwort.

Nach einer umfassenden rechtlichen Prüfung haben wir unseren Standard-Darlehensvertrag um einen präzise formulierten qualifizierten Rangrücktritt ergänzt.

Rihards Sakovics, CEO Mypeak.finance

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im MyPeak-Erfahrungsbericht.

Das Mittelfeld und die hinteren Plätze

Zum Aufklappen: pro Plattform Name und Score, darunter meine Einschätzung mit Zitat und dem Link auf den vollständigen Erfahrungsbericht.

Hive5 – Gesamt-Score 53

Hive5 vermittelt den Kauf und die Abtretung von Loan Claim Rights, sodass Anleger Forderungsrechte an bereits ausgereichten Krediten erwerben statt der Plattform Geld zu leihen.

Bei § 1 KWG grenzt Hive5 das Claim-Rights-Modell für mich sauber von Ventus ab (Eigenangabe: keine unbedingte Rückzahlung aus eigener Bilanz, gestützt auf eine Rechtsanalyse beim Setup), doch ein abgeschlossenes Gutachten samt Kanzlei fehlt und ein Lizenz-Fahrplan wird bewusst nicht offengelegt. Stark ist die Geldtrennung, deren Segregation auf dedizierten Investor-Money-Konten seit 2023 im unabhängigen Audit steckt, was Hive5 selbst aber nicht als gesetzliches Safeguarding verkauft. Über alle sechs Antworten hinweg fällt mir die durchgehende Ehrlichkeit mit klarer Risiko-Offenlegung auf.

Deutsche Anleger leihen Hive5 kein Geld, Hive5 nimmt Anlegergelder nicht als eigene rückzahlbare Schuld auf, und Hive5 verspricht keine unbedingte Rückzahlung aus der eigenen Bilanz. Die Anleger erwerben Forderungsrechte an bereits ausgereichten Kreditforderungen.

Karolina Tomaševičė, CMO Hive5

Ein eigener Hive5-Erfahrungsbericht folgt. Direkt zu Hive5

Loanch – Gesamt-Score 53

Loanch vermittelt über ein Abtretungs- oder Cession-Modell Forderungen der Anleger gegen die Kreditnehmer und wird dabei nicht selbst zum Kreditnehmer.

Bei § 1 KWG überzeugt mich das Cession-Modell, weil meine Forderung gegen den Kreditnehmer laut Eigenangabe auch bei einer Loanch-Insolvenz bestehen bleibt und das Servicing an einen Backup-Administrator ginge, doch das vorliegende Gutachten ist kroatisch und modellbezogen, die Kanzlei ungenannt, und das deutsche § 1-KWG-Gutachten ist erst geplant. Bei der Lizenz bleibt Loanch ehrlich ohne Ziel, ECSP passt nicht, MiFID wäre ein großer Umbau irgendwann. Die Geldtrennung über einen lizenzierten, aber unbenannten Zahlungsdienstleister rundet eines der gleichmäßigsten Antwortbilder im Feld ab.

Wenn Anleger über Loanch investieren, erwerben sie über ein Abtretungsmodell (Cession) Rechte an Forderungen gegen die Kreditnehmer. Loanch agiert dabei als vermittelnde Plattform und wird nicht selbst zum Kreditnehmer.

Loanch

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Loanch-Erfahrungsbericht.

Asterra – Gesamt-Score 52

Asterra strukturiert die Anlage als Darlehen des Lenders an die Asterra Estate OÜ, die es an die eigene Developer-Tochter weiterverleiht.

Bei § 1 KWG beschreibt Asterra jetzt klauselgenau einen qualifizierten Rangrücktritt (Clause 8.4) samt vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre (Clause 11), also den Hebel aus dem Einlagengeschäft, doch dieselbe Klausel macht meine Anlage zu nachrangigem Mezzanine-Kapital mit nicht mehr unbedingter Rückzahlung. Belegt ist das nur als Eigenangabe, ein benanntes Gutachten und eine Kanzlei zur konkreten Struktur fehlen, und einen Lizenz-Fahrplan gibt es nicht. Die Geldtrennung läuft nur über ein selbst geführtes Konto ohne Dritten und ohne Treuhand.

Mit der Einführung der erneuerten Darlehensverträge ist die Rückzahlungsverpflichtung von Asterra Estate wegen der qualifizierten Rangrücktritts-Klausel (Clause 8.4) nicht mehr unbedingt. Wir haben einen qualifizierten Rangrücktritt mit einer vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre (Clause 11) aufgenommen, den die BaFin als Nicht-Einlagengeschäft anerkennt.

Edgars Putnis, Asterra

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Asterra-Erfahrungsbericht.

Revest – Gesamt-Score 47

Revest baut auf Assignment Agreements auf, über die Nutzer bestehende Kreditforderungen eines Loan Originators kaufen, ohne der Plattform eine Finanzierung zu geben.

Bei § 1 KWG erklärt Revest die Claim-Assignment-Struktur korrekt (Eigenangabe: kein unbedingt rückzahlbares Geld an die Plattform), doch die rechtliche Prüfung ist ausdrücklich noch nicht abgeschlossen, ein Gutachten und eine Kanzlei werden nicht benannt. Beim Lizenz-Fahrplan will Revest bewusst nichts ankündigen, und die Geldtrennung über ein E-Geld-Institut mit segregierter Kontostruktur ist ein realer Mechanismus, dessen Anbieter aber namenlos bleiben. Über alle sechs Antworten hinweg fällt mir der erwachsene Ton auf, mit ausdrücklich keinen Garantien und klar benannten Risiken.

Nutzer kaufen Forderungen aus zugrundeliegenden Darlehensverträgen, die von einem Loan Originator vergeben wurden. Das unterscheidet sich von einer Struktur, bei der Nutzer der Plattform direkt Gelder zur Verfügung stellen und die Plattform selbst ihnen gegenüber eine unbedingte Rückzahlungspflicht hat.

Revest

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Revest-Erfahrungsbericht.

FF Forest – Gesamt-Score 47

FF Forest ist eine lettische Forst-Plattform, die vom Direktdarlehen auf regulierte, anleihebasierte Angebote über eine BaFin-lizenzierte Wertpapierfirma umbaut.

Bei der Rechtsfrage spricht FF Forest das § 1-KWG-Risiko jetzt direkt an, bleibt aber ohne benanntes Gutachten und ohne Kanzlei, die Einordnung als „business lending“ ist Eigenangabe. Beim Fahrplan sehe ich den saubersten Weg im Feld, regulierte Anleihen mit Prospekt im Genehmigungsprozess und Refinanzierung über 3Pine Capital ab 15. Juli 2026, doch die lizenzierte Firma bleibt unbenannt und der Umbau ist noch nicht vollzogen. Die Geldtrennung läuft nur über segregierte Firmenkonten plus Buchhaltung und ist damit aktuell nicht insolvenzfest, insgesamt sind jetzt aber alle sechs Fragen vollständig beantwortet.

Wir ziehen eine klare Linie. Durch den Wechsel zu einer regulierten Anleihestruktur und die Migration unserer Plattform hin zu einem Tied Agent unter einer BaFin-lizenzierten Firma entfernen wir die regulatorischen Unklarheiten des Direktdarlehens.

Gunars, FF Forest

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im FF-Forest-Erfahrungsbericht.

Income – Gesamt-Score 47

Income Marketplace ist ein estnischer claim-basierter Marktplatz, auf dem Anleger Forderungsrechte statt Einlagen erwerben.

Bei der Rechtsfrage ist das Strukturargument klar, keine Einlagen und kein Borrowing vom Publikum, gestützt auf eingeholte externe Rechtsberatung, doch Kanzlei und Gutachten bleiben ungenannt und eine BaFin-spezifische Einschätzung fehlt. Beim Fahrplan ist Income ehrlich, aber leer, weil die estnische Gesetzgebung für claim-basierte Plattformen schlicht keinen Lizenzrahmen bietet und es deshalb keinen Termin gibt. Die Geldtrennung hebt sich mit dem benannten lizenzierten PSP Verifo und segregiertem B2C-Konto positiv ab, Q4 und Q5 bleiben dünn, die Q6-Botschaft rät bemerkenswert offen zu eigener Due Diligence.

Wenn etwas schwer verständlich oder ungewöhnlich attraktiv erscheint, lohnt es sich, vor dem Investieren mehr Fragen zu stellen.

Lavrenti Tsudakov, CEO Income

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Income-Erfahrungsbericht.

Esketit – Gesamt-Score 43

Esketit ist ein in Kroatien ansässiger Marktplatz, auf dem Nutzer Forderungen aus Krediten von Kreditgebergesellschaften kaufen.

Bei der Rechtsfrage beschreibt Esketit das Modell als „fundamental“ anders als Ventus, doch das bleibt reine Eigen-Einschätzung ohne benanntes Gutachten, ohne Kanzlei und ohne Regulator-Kontakt. Beim Fahrplan gibt es für den Marktplatz selbst keine Lizenz und keinen Termin, und die benannte lettische Brokerage-Lizenz betrifft ausdrücklich eine separate, neue Plattform. Die Geldtrennung über einen lizenzierten Zahlungsdienstleister wird behauptet, aber der Anbieter nicht benannt, und bei Bankabhängigkeit und Ventus-Konsequenzen bleibt es generisch.

Unsere aktuelle Plattform operiert als Marktplatz, auf dem Nutzer Forderungen aus Krediten erwerben, die von Kreditgebergesellschaften vergeben wurden. Die Plattform selbst vergibt keine Kredite, nimmt keine Einlagen an und erbringt keine Zahlungsdienste.

Ieva Narbute, CEO Esketit

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Esketit-Erfahrungsbericht.

Fintown – Gesamt-Score 42

Fintown ist eine tschechische Loan-Participation-Plattform, die ausschließlich Projekte der eigenen Vihorev Group finanziert.

Bei der Rechtsfrage benennt Fintown den § 1-KWG-Kern richtig, kein unbedingt rückzahlbares Geld und keine Renditegarantie, doch es bleibt reine Eigen-Argumentation ohne Kanzlei und ohne Gutachten. Beim Fahrplan wird kein Lizenzweg angestrebt, weder ECSP noch MiFID noch eine Payment-Lizenz, man bleibt explizit im aktuellen Modell. Die Geldtrennung läuft über ein gewöhnliches Konto bei der benannten Česká spořitelna, die Bankabhängigkeit ist eine Single-Bank-Beziehung ohne Backup, und das Geld fließt ausschließlich in die eigene Gruppe.

Fintown nimmt keine Gelder vom Publikum auf unbedingt rückzahlbarer Basis an, was der zentrale Punkt war, den die BaFin im Zusammenhang mit Ventus Energy vorgebracht hat.

Oleksii Zhytkov, CMO Fintown

Alle sechs Antworten im Wortlaut stehen im Fintown-Erfahrungsbericht.

Robocash † – Gesamt-Score 42

Robocash ist eine kroatische Plattform (ROBOCASH d.o.o., Zagreb) mit Forderungskauf-Modell (Claim Assignment), bei der Anleger seit 2017 bestehende Forderungsrechte erwerben. Die Kredite stammen aus der Gruppe UnaFinancial (früher Robocash Group), die in Europa und Asien Kreditgeber betreibt. Die Plattform selbst vermittelt diese Forderungen nur.

Robocash hat statt eines Fragebogens ein allgemeines Unternehmens-Statement geschickt, das bei § 1 KWG sauber sitzt: Der Forderungskauf sei strukturell verschieden vom Einlagengeschäft, was dem Kriterium den Hebel nimmt. Belegt ist das aber nur als Eigenangabe, ohne benanntes Gutachten und ohne BaFin-spezifische Einschätzung, und beim Fahrplan fehlt jeder Lizenzweg. Geldtrennung, Bankdiversifikation und Anleger-Botschaft sind kurz benannt, Ventus wird gar nicht erwähnt.

Robocash arbeitet seit 2017 auf Basis eines Modells, das auf der Abtretung bestehender Forderungsrechte beruht. Das ist strukturell verschieden von Einlagen- oder Crowdfunding-Modellen.

Robo.cash, Unternehmens-Statement

Alle Antworten im Wortlaut stehen im Robocash-Erfahrungsbericht.

Swaper – Gesamt-Score 40

Swaper ist eine estnische Plattform mit kurzlaufenden Konsumkrediten und Rückkaufgarantie, deren Modell auf dem Verkauf von Forderungsrechten (Loan Claim Right Selling) beruht.

Swaper hat über CEO Aigars Boruks geantwortet und bei § 1 KWG das Claim-Right-Selling als strukturelle Abgrenzung vom Einlagengeschäft benannt, das entscheidende deutsche Rechtsgutachten aber nur als ausstehend angekündigt, ohne Kanzlei. Beim Fahrplan ist der Lizenzweg ohne Typ und Termin und hängt an estnischen Gesetzesänderungen, das ist der vagste Fahrplan im Feld. Die Antworten sind durchweg sehr knapp, Bankabhängigkeit, Ventus-Konsequenzen und Anleger-Botschaft bleiben faktisch Nicht-Antworten.

Ja, wir haben es rechtlich geprüft und warten jetzt auf ein überarbeitetes, aktualisiertes Rechtsgutachten von deutschen Anwälten.

Aigars Boruks, CEO Swaper

Alle Antworten im Wortlaut stehen im Swaper-Erfahrungsbericht.

Bondora – Gesamt-Score 36

Bondoras Go & Grow ist als Claim-Assignment-Modell aufgebaut, bei dem Anleger Forderungen aus zugrundeliegenden Kreditnehmer-Darlehen erwerben.

Bondora erklärt über CLO Triin Sarapuu bei § 1 KWG juristisch sauber, dass Anleger Go&Grow OÜ kein Geld leihen und keinen unbedingten Rückzahlungsanspruch haben, sondern Forderungen kaufen, was der erste der drei Wege aus dem Einlagengeschäft ist. Der Beleg bleibt jedoch dünn, denn die externe Rechtsberatung in Deutschland wird ohne Kanzlei und ohne Gutachten benannt, es bleibt eine Eigenangabe, und einen Lizenz-Fahrplan gibt es nicht. Bei Bankabhängigkeit und Ventus kommt ein „cannot comment“, und die Botschaft an die Anleger fehlt im Text ganz.

Go & Grow ist nicht als Darlehensvertrag strukturiert, bei dem Anleger der Go&Grow OÜ Geld leihen oder einen unbedingten Rückzahlungsanspruch gegen die Go&Grow OÜ haben. Go & Grow ist als forderungsbasiertes Produkt (Claim-Assignment) strukturiert.

Triin Sarapuu, CLO Go & Grow

Alle Antworten im Wortlaut stehen im Bondora-Erfahrungsbericht.

Bondster † – Gesamt-Score 30

Bondster ist eine tschechische Plattform, die als Vermittler Investoren mit Loan Originators verbindet, wobei Anleger direkt in einzelne Loan Participations investieren.

Bondster hat statt eines Fragebogens ein allgemeines Statement geschickt, das bei § 1 KWG das Loan-Participation-Modell als Abgrenzung vom Einlagengeschäft benennt, die Rechtsprüfung aber generisch lässt, ohne benanntes Gutachten und ohne Kanzlei. Beim Fahrplan wird der Lizenzweg ebenso wie die Bankabhängigkeit gar nicht erst adressiert. Die Geldtrennung soll über regulierte Zahlungsinstitute laufen, das Institut wird aber nicht genannt und die angestrebte Trennung bleibt weich.

Bondster agiert als vermittelnde Plattform, die Investoren mit Loan Originators verbindet. Wir nehmen keine Einlagen von Investoren im Sinne eines Einlagengeschäfts entgegen.

David Jukl, Executive Director Bondster

Alle Antworten im Wortlaut stehen im Bondster-Erfahrungsbericht.

Die beiden Sonderfälle: PeerBerry und Creditstar/SmartSaver

Zwei Anbieter fallen aus dem Raster, weil sie den Fragebogen nicht Frage für Frage beantwortet haben. Der eine hat trotzdem etwas geliefert, der andere bis heute nicht.

PeerBerry hat auf die Frage-für-Frage-Beantwortung verzichtet und stattdessen ein Statement zum eigenen Modell geschickt, gezeichnet von CEO Arūnas Lekavičius: kroatische Aufsicht, ein Modell auf Basis von Forderungsrechten, getrennt gehaltene Kundengelder und die Bereitschaft, sich regulieren zu lassen, sobald Kroatien einen passenden Rahmen schafft. Dieses Statement werte ich wie jedes andere auch, genauso wie bei Robocash und Bondster. Das ergibt 31 von 100 Punkten: alles Eigenangabe ohne Beleg, dazu keine Aussage zur Bankabhängigkeit und zu den Ventus-Konsequenzen. Damit steht PeerBerry am unteren Rand des Feldes, aber im Feld. Den vollständigen Wortlaut und meine Einordnung findest du im PeerBerry-Erfahrungsbericht.

Update Juli 2026: In der ersten Fassung hatte ich PeerBerry als Nicht-Teilnahme mit 0 Punkten geführt. Das war zu streng. PeerBerry hat zwar auf den Fragebogen verzichtet, sich inhaltlich aber sehr wohl geäußert, und dieses Statement gehört nach denselben Regeln gewertet wie die der anderen. Deshalb stehen jetzt 31 Punkte.

Bei Creditstar/SmartSaver habe ich mindestens zwei-, teils dreimal über die üblichen Support-Kanäle nachgefragt. Ende Juni kam die Antwort des Produktverantwortlichen, er wolle sich für eine durchdachte Antwort etwas Zeit nehmen. Inhaltlich kam seitdem nichts. Eine Bitte um mehr Zeit ist eine Antwort, aber keine Auskunft, und Zeit war reichlich. Damit bleibt Creditstar/SmartSaver die einzige Null im Feld, schlicht weil es ohne Antwort weder Vollständigkeit noch Belastbarkeit zu messen gibt. Sobald etwas kommt, trage ich es nach.

Ein Wort zur Vollständigkeit: Plattformen, die hier nicht auftauchen, habe ich für diese Umfrage schlicht nicht angeschrieben. Die Auswertung lebt, und ich ergänze Nachzügler, sobald belastbare Antworten da sind. Wenn du denkst, ich habe eine wichtige vergessen, rein damit in die Kommentare.

Häufige Fragen zu P2P-Plattformen und der BaFin

Was hat die BaFin Ventus Energy vorgeworfen?

Unerlaubtes Einlagengeschäft nach § 1 KWG. Ventus nahm auf Basis von Darlehensverträgen unbedingt rückzahlbare Gelder deutscher Anleger an, ohne den Rückzahlungsanspruch in einer Schuldverschreibung zu verbriefen und ohne die nötige BaFin-Erlaubnis. Die BaFin ordnete am 5. Mai 2026 die Einstellung und Abwicklung an.

Ist Ventus Energy insolvent, bekomme ich mein Geld zurück?

Formal ist es keine Insolvenz: Ventus hat am 11. Juni 2026 ein gerichtlich begleitetes Restrukturierungsverfahren in Estland eingeleitet und den normalen Betrieb eingestellt. Wie viel Anleger zurückbekommen, ist offen, denn die Wallet-Gelder waren mangels Banklizenz nicht getrennt verwahrt, und der größte Teil des Kapitals steckt im nachrangigen Mezzanine-Teil. Den aktuellen Stand halte ich auf meiner Ventus-Energy-Seite fest.

Welche P2P-Plattformen sind vom BaFin-Risiko betroffen?

Das Risiko trifft vor allem Modelle mit unbedingt rückzahlbaren Darlehen an die Plattform selbst. Anbieter mit Forderungskauf-, Nachrang- oder Regulierungsstruktur sind strukturell weiter vom Ventus-Muster entfernt. In diesem BaFin-Check habe ich 16 Plattformen genau danach bewertet, wie weit ihr Modell entfernt ist und wie gut sie das belegen.

Ist eine regulierte P2P-Plattform automatisch sicher?

Nein. Eine Lizenz verbessert Transparenz und Aufsicht, schützt aber nicht vor Verlust. ECSP-Anlagen sind weder durch eine Einlagensicherung noch durch eine Anlegerentschädigung geschützt, und Art. 8 der ECSP-Verordnung verbietet Plattformen, eigene Projekte zu finanzieren.

Welche Plattform hat im BaFin-Check am besten abgeschnitten?

Modena mit 81 von 100 Punkten, als einzige mit einem echt belegten Anker (registrierte estnische Lizenz und ein benanntes Kanzlei-Memorandum). Dahinter folgen Devon (66) und Triple Dragon (62).

Welche Plattformen haben nicht geantwortet?

Nur eine: Creditstar/SmartSaver. Ende Juni kam die Bitte um mehr Zeit für eine durchdachte Antwort, inhaltlich kam seitdem nichts, daher 0 Punkte. PeerBerry hat zwar auf die Frage-für-Frage-Beantwortung verzichtet, aber ein Statement zum eigenen Modell geschickt; das ist wie jedes andere Statement gewertet und ergibt 31 Punkte. Plattformen, die im Beitrag nicht auftauchen, habe ich für diese Umfrage nicht angeschrieben.

Was das Feld insgesamt zeigt

Halten wir fest: Die Plattformen fangen tatsächlich an, ihre Hausaufgaben zu machen, und das ist die eigentlich gute Nachricht dieses Durchgangs. Bevor ich das persönlich einordne, hier die vier Dinge, die ich für mich und für euch aus dem Feld mitnehme.

Was ich daraus mitnehme

  • Bewegung ist da.
    Mehrere Plattformen haben ihre Verträge strukturell umgebaut, mit Nachrang, Forderungskauf oder Claim-Modellen, also genau an dem Punkt, den die BaFin bei Ventus angegriffen hat.
  • Offenheit ist noch kein Beleg.
    Wer viel und vollständig antwortet, steht nicht automatisch gut da. Die Q2-Spalte zur Vertragsstruktur trennt das Feld, weil dort ein benanntes Gutachten den Unterschied macht.
  • Belege sind noch die Ausnahme.
    Nur Modena kommt mit registrierter Lizenz und benanntem Memorandum über die reine Eigenangabe hinaus, der Rest bewegt sich zwischen „benannt, aber nicht geteilt“ und „plausibel behauptet“.
  • Schweigen ist auch eine Antwort.
    Eine Plattform reagiert trotz mehrfacher Nachfrage bis heute nicht inhaltlich. Das ordne ich für mich anders ein als einen offenen, noch unfertigen Umbau.

Für mich überwiegt am Ende trotzdem das Positive. Es ist Bewegung im Feld, mehrere Anbieter arbeiten erkennbar an sich, und ich schaue der nächsten Runde mit einer gewissen Zuversicht entgegen.

Was dabei nicht aus dem Blick verloren werden darf: Ein sauberer Vertrag auf dem Papier ist noch kein belegtes Gutachten, und genau diese Lücke bleibt der Punkt, den es weiter zu beobachten gilt.
Und auch wenn ein Gutachten vorhanden ist, bedeutet das ebenfalls keine 100% Sicherheit, aber natürlich mehr als komplett ohne. Mehr rechtliche Sicherheiten hat man eben nur mit der Regulierung.

Wie seht ihr das, gebt ihr einer Plattform, die sichtbar umbaut, aber noch kein Gutachten vorlegt, den Vertrauensvorschuss, oder zählt für euch am Ende nur, was schwarz auf weiß belegt ist?

Und welche Plattform fehlt mir noch, die ich anschreiben soll in der Liste?

Zuletzt aktualisiert am: 18. Juli 2026

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