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Meine Depot Erfahrungen: Für jedes Bedürfnis eins Comdirect, Trade Republic und Captrader

Eine Frage, die im Podcast und in den Kommentaren immer wieder auftaucht: Wo liegt mein Geld eigentlich, wenn es gerade nicht in P2P-Krediten steckt? Hier ist die ehrliche Antwort. Der ruhigere, langweiligere Teil meines Vermögens läuft klassisch über ETFs, Aktien, Anleihen und ein paar Income-Spezialitäten. Verteilt habe ich das auf fünf Depots, und jedes davon macht bei mir einen anderen Job.

Schauen wir uns die fünf einzeln an, mit dem Stand von heute, Juni 2026. Konditionen ändern sich schnell, gerade bei den Zinsen, deshalb steht die jeweils aktuelle Zahl dabei.

Die fünf Depots auf einen Blick

DepotTypWofür ich es nutzeSteuereinfach
comdirectDirektbank (Vollbank)Hausbank, Girokonto, breite AuswahlJa
Trade RepublicNeobrokergünstige Käufe, ETF-Sparpläne, Cash parkenJa
Scalable CapitalNeobrokerETF-Sparpläne inkl. EUWAX Gold, Trading-FlatrateJa
CapTraderIBKR-BrokerUS-Werte, Optionen, Futures direkt an der BörseNein
tastytradeUS-BrokerUS-Income-Werte, CEFs, OptionenNein

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Comdirect, meine Hausbank

Anbieter und Sitzcomdirect, Marke der Commerzbank AG (Deutschland)
Reguliert durchBaFin und Bundesbank
Einlagensicherunggesetzlich 100.000 € plus freiwilliger Fonds des Bankenverbands
Depotführung3 Jahre frei, danach 1,95 €/Monat (entfällt mit Sparplan, 2 Trades je Quartal oder Girokonto)
Orderkostenab 4,90 € plus 0,25 % (min. 9,90 €, max. 59,90 €); Neukunden 3,90 € bis 30.06.2026
Sparplänerund 550 ETFs kostenlos (über 2.000 sparplanfähig)
Cash-Verzinsungüber separates Tagesgeld PLUS (Aktionszins), Verrechnungskonto unverzinst
Steuereinfachja, Abgeltungssteuer automatisch, US-Quellensteuer per QI-Status auf 15 %

Die comdirect ist eine Direktbank der Commerzbank-Gruppe und damit eine deutsche Vollbank. Heißt: Depotführung, Order, Steuer und Quellensteuer laufen aus einer Hand. Die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt, die US-Quellensteuer per Qualified-Intermediary-Status auf 15 % reduziert. Das Depot ist die ersten drei Jahre kostenlos, danach kostet es 1,95 € im Monat, fällt aber weg, sobald ein Sparplan läuft oder zwei Trades pro Quartal zusammenkommen. Eine Order kostet ab 4,90 € plus 0,25 % vom Volumen, für Neukunden aktuell 3,90 € (Aktion bis 30.06.2026).

Comdirect Depot Erfahrungen
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Für mich ist die comdirect inzwischen vor allem die Hausbank. Für ETF-Sparpläne nutze ich sie kaum noch, die Neobroker sind da handlicher und in den meisten Fällen günstiger. Als Girokonto bin ich dafür weiterhin sehr zufrieden, gerade die Überweisungen zu den P2P-Plattformen laufen in der Regel geschmeidig. Und das Steuerliche macht sich von selbst, die PDFs importiere ich sauber in mein Reporting mit Portfolio Performance.

Trade Republic, das günstige Handy-Depot

Anbieter und SitzTrade Republic Bank GmbH (Deutschland)
Reguliert durchBaFin und EZB, Vollbanklizenz seit Ende 2023
Einlagensicherunggesetzlich 100.000 € je Partnerbank; höhere Beträge im Geldmarktfonds (Sondervermögen)
Depotführung0 €
Orderkosten1 € Fremdkostenpauschale je Order
Sparplänerund 2.900 ETFs, alle kostenlos; auch Aktien und Krypto
Cash-Verzinsung2,25 % p.a. (Stand Juni 2026, EZB-gekoppelt, ohne Obergrenze)
Steuereinfachja

Trade Republic ist seit Ende 2023 eine BaFin-lizenzierte Vollbank, beaufsichtigt von BaFin und EZB, deutsches Recht und Einlagensicherung also inklusive. Depot und Konto sind kostenlos, jede Order kostet pauschal 1 €, alle Sparpläne auf ETFs, Aktien und Krypto laufen gebührenfrei. Aufs nicht investierte Guthaben gibt es aktuell 2,25 % p.a. (Stand Juni 2026), der Satz folgt dem EZB-Leitzins in beide Richtungen. Zum 1. Juli 2026 greift das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow, dafür hat Trade Republic bereits ein eigenes Handelssystem aufgebaut.

Traderepublic Erfahrungen
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Bei mir ist Trade Republic das Depot für den schnellen, günstigen Kauf, und einige ETF-Sparpläne laufen ebenfalls hier. Anfangs war ich skeptisch, weil es lange nur die App gab. Inzwischen gibt es auch die Web-Version, und für einen Euro je Order ist das schwer zu schlagen.

Scalable Capital, mein ETF-Sparplan-Depot

Anbieter und SitzScalable Capital, Wertpapierinstitut (München)
Reguliert durchBaFin, eigene Banklizenz seit 2025
Einlagensicherunggesetzlich 100.000 €; mit PRIME+ bis 5 × 100.000 € über mehrere Banken
DepotführungFREE 0 €/Monat, PRIME+ 4,99 €/Monat
OrderkostenFREE 0,99 €; PRIME+ Flatrate ab 250 € Ordervolumen kostenlos
Sparpläneüber 2.900 ETFs kostenlos, auch Aktien, Krypto und EUWAX Gold
Cash-Verzinsung2,50 % p.a. auf separatem Tagesgeldkonto mit eigener IBAN
Steuereinfachja

Scalable Capital aus München ist seit 2025 ein eigenes Wertpapierinstitut mit Banklizenz, die Depots laufen direkt dort. Es gibt zwei Modelle: den FREE Broker für 0 € im Monat (0,99 € je Order) und PRIME+ für 4,99 € im Monat mit Trading-Flatrate ab 250 € Ordervolumen. Über 2.900 ETF-Sparpläne sind kostenlos. Seit dem Frühjahr 2026 liegen die Guthabenzinsen auf einem eigenen Tagesgeldkonto mit eigener IBAN, aktuell 2,50 % p.a. variabel. Das alte Verrechnungskonto wird seit dem 1. April 2026 nicht mehr verzinst.

Scalabel Erfahrungen
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Scalable ist mein Haupt-Sparplan-Depot, hier läuft der Großteil meiner ETF-Sparpläne. Praktisch: sogar EUWAX Gold lässt sich per Sparplan besparen, das nutze ich tatsächlich. Wichtig für Bestandskunden: das Tagesgeldkonto muss man einmal aktiv freischalten, sonst liegt das Cash seit April zinslos herum.

CapTrader, mein Spezialitäten-Depot für US-Werte

Anbieter und SitzCapTrader GmbH, Düsseldorf (Introducing Broker für Interactive Brokers)
Reguliert durchBaFin; Verwahrung über Interactive Brokers
Anlegerschutzdeutsche Anlegerentschädigung 90 % / max. 20.000 €, über IBKR zusätzliche US- und UK-Mechanismen
Depotführung0 €, Mindesteinlage 2.000 €
OrderkostenUS-Aktien ab 2 USD, deutsche Aktien und ETFs ab 2 €
Märkteüber 150 Börsenplätze in mehr als 30 Ländern, US-Direktzugang, Optionen, Futures
Sparplänenur über Partner ebase
Steuereinfachnein, Anlage KAP selbst, dafür Jahresreport

CapTrader aus Düsseldorf ist ein BaFin-regulierter Introducing Broker für Interactive Brokers, die Verwahrung läuft über IBKR. Damit kommt man direkt an über 150 Börsenplätze in mehr als 30 Ländern, US-Aktien ab 2 US-Dollar je Order, dazu Optionen, Futures und Fremdwährungskonten. Das Depot ist kostenlos, die Mindesteinlage liegt bei 2.000 €. Ein Haken: CapTrader ist nicht steuereinfach, die Anlage KAP macht man selbst, dafür gibt es einen Jahresreport.

captrader Erfahrungen
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Mein Take dazu: CapTrader ist mein Spezialitäten-Depot. Sobald ich außerhalb der deutschen Börse handeln will, kanadische oder amerikanische Werte, Optionen, da wird es bei den klassischen Depotbanken teuer und umständlich. Dass ich die Steuer selbst machen muss, sehe ich eigentlich gelassen, abgerechnet wird erst am Jahresende, solange arbeitet die volle Dividende weiter.

tastytrade, mein US-Income-Depot

Anbieter und Sitztastytrade, Inc., Chicago, USA (IG Group)
Reguliert durchSEC, FINRA, NFA
AnlegerschutzSIPC bis 500.000 USD (davon 250.000 USD Cash), keine deutsche Einlagensicherung
Kontoin USD, keine Mindesteinlage (Margin ab 2.000 USD)
OrderkostenUS-Aktien und ETFs 0 USD, Optionen 1 USD je Kontrakt (Schließen frei)
HandelbarUS-Aktien, ETFs, CEFs, Optionen, Futures, Krypto, nicht PRIIPs-beschränkt
Auszahlunginternationale Wire 45 USD (Wise oder Revolut als günstigerer Umweg)
Steuereinfachnein, Anlage KAP selbst, W-8BEN für 15 % Quellensteuer

tastytrade ist ein US-Broker aus Chicago, reguliert von SEC und FINRA, mit SIPC-Schutz bis 500.000 US-Dollar. US-Aktien und ETFs handelt man dort ohne Ordergebühr, Optionen kosten 1 US-Dollar je Kontrakt. Der eigentliche Grund für mich: tastytrade unterliegt nicht der europäischen PRIIPs-Pflicht, deshalb komme ich hier an US-Income-Werte und Closed-End-Funds, die bei deutschen Brokern gesperrt sind.

Tastytrade Erfahrungen
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Was zu beachten ist: tastytrade ist ein US-Broker und nicht steuereinfach, die Anlage KAP läuft komplett selbst, das Konto in US-Dollar. Eine Auslandsüberweisung zurück kostet 45 US-Dollar (Wise oder Revolut sind der günstigere Umweg), und per AGB stimmt man der Wertpapierleihe zu.

So mache ich das: für den US-Income-Teil nutze ich tastytrade direkt. Wer den gleichen Zugang lieber mit einem deutschen Ansprechpartner und steuerlich etwas mehr Komfort sucht, landet schnell bei CapTrader über Interactive Brokers.

Income-Werte: CEFs und BDCs 2026

Ein Teil meines Depots zielt nicht auf Kurszuwachs, sondern auf laufende Ausschüttungen. Zwei Werkzeuge spielen dabei eine Rolle. Closed-End-Funds (CEFs) sind börsengehandelte Fonds mit fester Anteilszahl, die oft monatlich ausschütten. Wie das im Detail funktioniert, mit Aufschlag, Abschlag und Leverage, habe ich in zwei Grundlagen-Artikeln aufgeschrieben: Closed-End-Funds Grundlagen und die Stärken: NAV und Leverage. BDCs (Business Development Companies) sind dagegen US-Einzelaktien, die Mittelstandsfinanzierung bündeln, dazu habe ich einen eigenen Beitrag über BDCs als Hochdividenden-Nische.

Stand 2026, was sich geändert hat: US-CEFs lassen sich bei deutschen und EU-Brokern für Privatanleger praktisch nicht mehr kaufen. Ihnen fehlt das PRIIPs-Basisinformationsblatt (KID), und ohne KID darf kein EU-Broker sie an Privatkunden verkaufen. Zwei Wege bleiben: ein US-Broker wie tastytrade, oder die Einstufung als professioneller Kunde bei CapTrader bzw. Interactive Brokers. BDCs sind als US-Einzelaktien nicht betroffen und bleiben breit handelbar, auch bei der comdirect, mit 15 % US-Quellensteuer (per W-8BEN-Formular und Anrechnung).

Ein Detail noch: Werte, deren direkter Kauf gesperrt ist, lassen sich oft über Optionen andienen. Man verkauft einen Put, und bei Ausübung werden die Anteile ins Depot gebucht, der Kaufknopf bleibt gesperrt, der Umweg über die Option nicht. Das klappt aber nur dort, wo es überhaupt liquide Optionen auf den Wert gibt.

Bei mir läuft der US-Income-Teil deshalb über tastytrade, weil ich dort ohne Profi-Status an die CEFs komme. Riesig ist der Block nicht, eher ein bewusster Baustein für laufenden Cashflow neben den P2P-Zinsen. Konkret liegen bei mir dort diese Income-Bausteine, vom ruhigen Anker bis zum spekulativeren Rand:

  • JAAA, Janus Henderson AAA CLO ETF (AAA-CLO-Tranchen)
  • JBBB, Janus Henderson B-BBB CLO ETF (CLO-Mezzanine)
  • CLOZ, Eldridge BBB-B CLO ETF, früher Panagram (CLO-Mezzanine)
  • EIC, Eagle Point Income Company (CLO-Income-CEF, Junior-Tranchen)
  • SPMC, Sound Point Meridian Capital (CLO-Equity-CEF)
  • PBDC, Putnam BDC Income ETF (gebündelte BDCs)
  • RVT, Royce Value Trust (Small-Cap-Value-CEF)
  • MINT, PIMCO Enhanced Short Maturity Active ETF (kurzlaufender Anleihen-ETF als Liquiditätsanker)

Fazit und weitere Broker

Mein Fazit: ein Depot für alles gibt es bei mir nicht, und das ist Absicht. comdirect für den bequemen Steuerkomfort und das Girokonto, Trade Republic und Scalable für günstige Käufe und Sparpläne, CapTrader und tastytrade für die Spezialitäten. Macht aus der Depotsuche trotzdem kein Drama, wechseln kann man innerhalb Deutschlands fast immer kostenlos. Wer einfach mal vergleichen will, findet im Depot-Vergleichsrechner eine schnelle Übersicht.

Wie handhabt ihr das, ein Depot für alles oder mehrere mit klaren Aufgaben? Und nutzt jemand von euch CEFs oder BDCs für den Cashflow, oder ist euch der Aufwand mit dem US-Broker zu viel?

Zuletzt aktualisiert am: 19. Juni 2026

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