Mein Investment Testament – P2P auflösen + Depots konsolidieren = ein ETF fertig

Mein Investment Vermächtnis

Ein überfälliger Beitrag auch wenn keiner gerne darüber nachdenkt oder schreibt.
Was soll mit meinem Sammelsurium an Depots, Wertpapieren, P2P Konten passieren, wenn ich nicht mehr in der Lage bin das selbst zu verwalten. Dabei rede ich nicht von einem temporären Ausfall meinerseits, meine Anlagen sind alle so ausgelegt das es keine Termingeschäfte sind ich spekuliere nirgends auf einen Verfallstag hin, daher geht es nur um den langfristigen Fall und natürlich um den definitiv irgendwann eintretenden Todesfall.

Das so etwas schneller als gedacht gehen kann hat mir die “normale” Schweine Grippe vor zwei Jahren mit Krankenhausaufenthalt und “Komplikationen” gezeigt da musste nicht erst Corona, um die Ecke kommen, um mir das vor Augen zu führen. Daher habe ich mir jetzt endlich die Zeit genommen dies alles mal zu verschriftlichen.

Im Gegensatz zu deutschen Banken ist bei meinen Investitionen im Ausland nicht davon auszugehen das diese ein Ableben mitbekommen und proaktiv werden. Sprich da muss sich schon ein Erbe rühren damit etwas passiert und Geld fließt.

Neben dem Punkt wie man an die eigentlichen Anlagen kommt, möchte ich auch festhalten wie es damit idealerweise weiter gehen soll. Schließlich soll das Thema Geld anlegen nicht auch noch zu einer eventuell weiteren Belastung für meine Erben werden. Ich weiß auch das dies so pflegeleicht wie nur möglich sein muss damit z.B. meine Frau das überhaupt umsetzen möchte (auch wenn es meine Leser vielleicht verwundert es gibt durchaus Menschen, denen das Thema Geld das Gegenteil von wichtig ist. 😉 )

Grundsätzliches Administratives

Steigen wir in die konkreten Punkte ein und gehen mal alles, was ich für relevant erachte durch – nutzt  gerne die Kommentare, wenn ich wichtiges übersehen habe dann ergänze ich dies.

Depots, Konten & Mobiltelefon

Die Depots

Am einfachsten wird es sein, wenn das Referenzkonto und das Depot bei mir der Comdirect Bank noch eine geraume Zeit lang Bestand hat oder am besten auch übernommen wird. Das spielt nicht nur bei den diversen Depots eine Rolle, sondern auch bei den P2P Plattformen. Dann braucht kein Kontowechsel für die Abhebungen, der bei jeder Plattform und Bank natürlich unterschiedlich geregelt ist, durchgeführt zu werden.
Da auch einige Banken und Plattformen eine eigene APP, SMS oder E-Mail PIN wollen empfiehlt es sich das Mobilfunkgerät oder wenigstens die Handynummer und auch das E-Mail-Konto weiter zu “vererben” und nicht sofort aufzulösen.

Papier Vollmacht

Eine sogenannte Todesfallvollmacht vereinfacht im Todesfall den Zugriff aufs Konto auch bei Ehepartnern, bei nicht verheirateten müsst ihr euch mal schlaumachen wie sich dies regeln lässt. Nicht alle Banken bieten diese eingeschränkte Vollmacht an durchaus aber alle natürlich  eine ganz allgemeine Vollmacht, die dem Bevollmächtigten den kompletten Zugriff jederzeit gewährt das liegt, an euch inwieweit ihr hier wem vertraut.

Tooling Zugangsdaten & Portfolio Übersicht

Keepass Zugangsdaten

Die ganzen Accounts müssen verwaltet werden viele nutzen dazu ja Online Passwort Manager wie Lastpass ich bin dagegen ein wenig paranoider und verwende ein Passwortmanager mit einer lokalen Datei die ich dann immer wieder verteile.
In diesem kostenlosen Passwortmanager Keepass habe ich nicht nur zu allen Konten/Depots und sonstigen Webseiten / Elster/ Shops die Zugänge abgelegt inklusive URLs und natürlich jeweils mit eigenem Passwort, sondern auch das Notfalldokument das ihr hier liest – hoffentlich immer auf dem aktuellen Stand.
Dazu kommt noch eine Kopie meines Portfolio Performance Depots, anhand dessen man einfach alle Konten sieht und natürlich auch alle (Wert-) Papiere so, das dadurch immerhin nichts übersehen werden dürfte und man aufgrund der Kontostände gut abschätzen kann in welches man wie viel Energie steckt.
Wer jetzt noch paranoid ist, der druckt sich die Keepass Daten aus und steckt diesen in ein Schließfach!

Zielbild Investment

Das, was ich mir so aufgebaut habe, ist natürlich durch mein Interesse und Neugier getrieben und macht definitiv keinen Sinn für jemanden der sich um das Thema Finanzen nicht oder nur minimal kümmern will. Ob das mit Interesse sinnvoller erscheint, was ich da tue, steht auf einem anderen Blatt.

Der eine ETF der völlig reicht

Und ich weiß das in meinem Fall dies so sein wird, dass kein Interesse daran besteht und das finde ich auch völlig in Ordnung.
Faktisch gilt es darum eine Variante zu finden in die sich ohne großen Aufwand alles Kapital übertragen lässt. Dieses zu einem überwiegenden Teil trotzdem im Aktienmarkt investiert ist und auch nur minimale Pflege braucht und dabei kaum Kosten verursacht aber auch einen langfristigen Benefit abwirft.
Gerne nehme ich da auch noch Vorschläge auf, mehr als 3 Produkte dürfen es nicht werden ich würde ausschütten bevorzugen dann kann mit dem Geld rebalancing betrieben werden oder eben ggf. dann direkt Geld verzerrt werden ohne aktiv etwas verkaufen zu müssen, was wiederum ein Hemmschuh darstellen würde.

Die Quote Risiko Portfolio vs. risikoarmes Portfolio darf dann gerne 70:30 sein.

Für den risikoarmen Anteil halte ich ein Tagesgeld oder “Sparkonto” für ausreichend da geht es nicht um Zinsen, wichtig ist das es nur nie mehr als 100.000 € pro Bank sein darf (Einlagensicherung) – aber das Risiko sehe ich so schnell eher nicht 😉
Einmal im Jahr kann geprüft werden, ob der risikoarme Anteil zu groß wird (Dividenden) dann entsprechend ETFs nachkaufen.
Ganz konkret, wenn das Depot 210.000 € an Wertpapieren umfasst sollten auf den Tagesgeld/ Sparkonten damit 90.000 € liegen.

Also einmal im Jahr prüfen und ggf. Ausschüttungen abheben (verzehren) oder diese aufs Sparkonto packen oder wenn die Wertpapierrate <70% ist ETF kaufen (wobei min. 2000€ zusammengekommen sein sollten sonst eben im darauf folgenden Jahr)

Die einfachste Variante:
Die Welt in einem Index dazu noch ausschüttend

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Distributing (VGWL)
ISIN: IE00B3RBWM25 WKN: A1JX52

Der Vanguard bietet für kleine Gebühren alles, was eine solide Basisanlage ausmacht und durch die Ausschüttung ermöglicht er eben auch einen Verzehr ohne der Notwendigkeit etwas verkaufen zu müssen ein perfektes one size fits it all Vehikel

Weitere Varianten liefere ich eventuell später, nach die hier reicht in Kombination zu dem was eh schon da ist gut.

Depots zusammenführen

Es macht ebenso keinen Sinn für jemanden, der sich nicht interessiert bei mehreren Banken ein Depot zu haben. Daher klar alles in ein Depot konsolidieren. Aktuell wäre meine Wahl für das  Zieldepot das Comdirect Bank Depot – sofern sich die Konditionen nicht massiv verändert haben wäre das auch im Kontext des Referenzkontos meine Empfehlung.
Eine Wertpapierübertragung ist bis auf Fremdspesen (clearingstelle) kostenlos und lässt sich per Formular einfach bewerkstelligen. Selbst bei meinem ausländischen Broker verursacht dies keine Kosten.

Bei mir handelt es sich um folgende Depots die bewegt werden wollen:

Comdirect Bank

Mein Hauptkonto und mein Basisdepot sind bei der Comdirect Bank und wie schon angesprochen würde ich dieses nicht auflösen, sondern zum Konsolidieren verwenden. Für alle deutschen Depots bieten sie auch einen guten Umzugsservice zum Depotübertrag an. Einfach machen. Bei den ausländischen Depots einfach auf ihren guten Support zugehen mir konnte bei allen Fragen immer geholfen werden.

Captrader

Das unschlagbar günstige Trader Paradies bei dem ich für ab 1$  Gebühren US Aktien  gekauft habe vor allem Exoten wie preferrd shares oder REITs aber auch ein paar ETFs und gewöhnliche Aktien – hilft nichts die müssen nach Deutschland übertragen werden so fern das geht dabei kann auch ein Lagerstellenwechsel notwendig werden (mit Kosten) ansonsten eben einfach verkauft werden ebenso wie die Bargeldbestände die auch noch in Euro getauscht werden müssen. Der Support ist großartig und kann im Fall der Fälle sicher gut unterstützen da habe ich keine Bedenken – wenn nicht das etwas aufwendigere Steuerthema wäre, würde ich klar sagen Captrader behalten!

Consorsbank

Auch hier liegen einige ETFs und Aktien faktisch kaum ein Unterschied zu Comdirect Bank die mir einfach “besser” gefällt – Geschmacksache die Konditionen sind ja fast identisch. Depot einfach umziehen und Konto&Depot auflösen die Bruchstücke der ETFs werden dann einfach verkauft.

Trade Republic

Mein Handy Depot bei der ich mir  Dank der 1 € Ordergebühr meinen Dividendenadel Deutschland  Top 16 ETF & Friends mit kleinem Einsatz einfach selbst gebastelt habe. Umziehen zur Comdirect und liegen lassen vielleicht ist ja ein Tenbagger dabei oder aber mein Sohn ist alt & reif genug und hat Lust auf sein erstes Aktiendepot bei Trade Republic gehört er sowieso auch zu der perfekten Handy Zielgruppe….

Finvesto

Hier wird ein MSCI ALL World ETF als vermögenswirksame Leistung (VWL) bespart –  die sieben Jahre Haltefrist wird nicht mit vererbt somit kann der ETF auch sofort auf das Comdirect Konto transferiert werden und dabei auch gleich das Depot kündigen. Das sollte auch zeitnah passieren weil Finvesto für ein VWL Depot eine kleine Gebühr erhebt (für VWL trotzdem Top da kaum jemand ETFs zu fairen Konditionen anbietet).

Steuerthematik Depots

Auch das Steuerthema ist durch ein Zusammenlegen zur Comdirect Bank  anschließend total einfach, wenn natürlich auch nicht Rendite optimal (Stichwort Quellensteuer) gibt ja neben den geringen Ordergebühren noch weitere Gründe die für Captrader sprechen. Aber das ist alles zu ignorieren – einfach konsolidieren. Sich nicht von einem Bankberater (sollte sich tatsächlich so jemand melden= reinreden lassen wegen den Positionen oder der Größe von diesen  alles einfach so lassen.
Alles Geld, was durch den vermutlich notwendigen Verkauf frei wird und was durch die P2P Rückflüsse entsteht in den schon erwähnten ETF investieren und dabei auf die 70/30 Risikoquote achten.
Kommen wir nun zum eigentlichen P2P Thema

P2P Investments auflösen

Wie vorgehen?

Die ganzen einzelnen Konten

Grundsätzlich bietet es sich nicht an weiter in P2P zu investieren, wenn überhaupt kein Interesse an dem Thema besteht. Ein komplett passives laufen lassen ist im Gegensatz zu einer einfachen ETF Strategie einfach nicht möglich.

Sollte doch  ein bisschen Interesse vorhanden sein  würde ich empfehlen Estateguru weiter laufen zu lassen eventuell noch Linked Finance. Bondora, wenn überhaupt auf dem Niveau nur Go&Grow aber warum den Aufwand treiben und nicht das Geld im ETF liegen lassen?
Und wenn P2P doch interessant wird, bietet es sich an sich die Plattformen anzuschauen in die ich am meisten investiert habe, da ein entsparen eine ganze Zeit dauert, kann man es sich ja auch anschauen, ob und wo man investieren will und wo nicht.
Schauen wir uns an wie die Exit-Strategien für die einzelnen P2P Plattformen aussieht, aber zu erst das allgemeine vorgehen.

Eine P2P Plattform auflösen – Die Blaupause für alle

  1. Einlogen auf der Plattform über Keepass banking-> p2p-> investiert -> Plattform
  2. Nach dem Autoinvest / Anlagemanager oder ähnlichem suchen und deaktivieren
  3. Muss es schnell gehen kann bei manchen Plattformen auf dem Zweitmarkt (Secondary market) vorzeitig Kredite verkauft werden. Ansonsten weiter bei 5)
  4. Kredite einstellen ohne Abschlag
    1.  Ist nach 2-7 Tagen nichts verkauft Abschlag anpassen (siehe je nach Plattform) in kleinen Schritten
  5. Schauen ob freies Kapital (verfügbares Guthaben) vorhanden ist
  6. Abheben (withdraw) – Manche Plattfomen schicken dazu eine SMS oder eine email mit PIN oder wollen erneut ein Passwort…
  7. Nach 3-6 Monaten bei Schritt 5) wieder starten

Die einzelnen Plattformen

Ihr könnt die Liste ja als Vorlage für Euer Vermächtnis nehmen und anpassen – alte P2P Hasen ist das kommende natürlich klar und redundant – Hinterbliebene werden dafür hoffentlich dankbar sein (okay dafür das es so viele sind wohl eher nicht).

Bondora

Ein eher komplizierter Fall.
Es existieren bei Bondora zwei Accounts, rechts oben kann man zwischen ihnen wechseln. Hinter dem Zweiten “Virtual – Account – Mein Name” versteckt sich ein Go & Grow Konto.
Da vermutlich keine Großen Summen bis auf eine noch kommende wichtige Ausnahme (Das G&G Konto) da liegen werden, einfach auslaufen lassen und zyklisch prüfen ob sich Geld angesammelt hat.
Zu G&G dazu auf den virtuellen Account wechseln und beim Geld abheben das Go & Grow Konto auswählen und leer räumen (die 1€ Gebühren sind egal)

Eigentlich könnte man die abgeschriebenen Kredite steuerlich verwerten – aber wir reden über ein paar hundert Euro lohnt nicht.

Der Bondora Klassik Account & Bondora Zocker Account werden noch beide einige Jahre laufen bis nur noch komplett abzuschreibende Kredite übrig bleiben.
Das Bondora G&G ost dagegen fix leer.
Zum abheben ist eine SMS PIN notwendig!

Bulkestate

Hier gibt es keinen Zweitmarkt – Standard Vorgehen und einfach zyklisch Geld abheben.
So lange kein Kredit ausfällt sollte nach 2 Jahren nichts mehr zu tun sein.
Zum abheben ist bei Bulkestate eine Email PIN notwendig.

Crowdestor

Auch kein Zweitmarkt daher auslaufen lassen und mal mindestens zwei Jahre rechnen bis die Plattform ausgelaufen ist. Bei Crowdestor kann vermutlich anfangs öfters Geld abgehoben werden später reicht einmal im Jahr. Eine durchaus relevante Summe bei Crowdestor also bitte nicht ignorieren.

Envestio

ist Pleite bzw. SCAM daher leider nichts mehr zu tun

Estateguru

Die einzige Plattform, die am laufen bleiben könnte
Aufwand lohnt sich, hier ist signifikant Geld angelegt, also bitte nicht ignorieren.
Ansonsten wäre hier alles nach Standard Prozedere auflösbar
Wartezeit bis alles zurück ist, werden vermutlich 2-4 Jahre sein. Verkauf auf dem Zweitmarkt kann den Ausstieg bei Estateguru beschleunigen muss aber auch nicht sein!

Exporo

Keine klassische P2P Plattform zumindest nicht die Variante, in die ich investiert, habe das ist eher vergleichbar mit Reinvest24.

Ich bin da in die sogenannten Bestandsprojekte investiert. Die laufen mehrere Jahre und lassen sich vorzeitig über den Zweitmarkt verkaufen. Das Geschäftsmodell finde ich weiterhin gut das kann meiner Meinung nach einfach weiterlaufen die Rendite kommt auch direkt auf das Comdirect Konto da muss also gar nichts getan werden so fern man nicht aussteigen mag ansonsten über den Zweitmarkt verkaufen – allerdings nimmt Exporo eine Gebühr dafür.

Der Support ist sehr gut und da die Plattform in Deutschland ist, sollte ein Vererben auch einfach sein.

FastInvest

Es gibt die Möglichkeit Kredite zurückzugeben (und dabei auf die Zinsen zu verzichten) da hier nur wenig angelegt ist, würde ich das “abwarten” empfehlen und das Prozedere ohne Verkauf durchlaufen. Nach einem guten Jahr dürfte genug zusammenkommen, um den Rest dann zu ignorieren…
Zum Abheben ist eine SMS PIN bei Fast Invest notwendig ansonsten ist die Plattform zu ignorieren und nicht zu aktivieren!

Finbee

Auch hier liegt genug Geld damit der Aufwand sich lohnt.
Zweitmarkt könnte ein Exit beschleunigen
Wenn gewünscht starten mit 1% Abschlag dann wöchentlich um 1% absenken bis alles verkauft ist.
Ohne Zweitmarkt kann es auch ein paar Jahre (3-4) dauern bis nur noch abzuschreibende Kredite im Portfolio liegen. Würde trotzdem die Variante ohne Zweitmarkt empfehlen und Finbee gemütlich auslaufen lassen.

Flender

Da es kein Zweitmarkt gibt gilt das normale abhebe Prozedere. Eigentlich sollte der Autoinvest aus sein zur Sicherheit noch mal nachprüfen. Abheben ist bei Flender nur einmal im Monat möglich und auch nur ab Minimum 50€ also entsprechend einplanen.

Grupeer

Vermutlich haben sie immer noch keinen Zweitmarkt somit alle Autoninvests sofern einer aktiv ist stoppen und auslaufen lassen wie bekannt. Auch da lohnt sich der Aufwand. Das meiste sollte nach einem Jahr da sein aber ein paar länger laufende Kredite gibt es schon, also Grupeer mal mindestens zwei Jahre beobachten und nicht weiter investieren.

Lenndy

Auch eine Plattform ohne vorzeitige Exitmöglichkeit per Zweitmarkt. Aufwand lohnt. Ich habe da Anfangs sehr großzügig bei der Laufzeit ausgewählt somit ist mit mindestens 6 Jahren zu rechnen – keine gute Idee bei Plattformen wie Lenndy ohne Zweitmarkt!

Autoinvest ist aktiv also ausschalten nicht vergessen. Und einmal im Jahr abheben auch nicht vergessen.

Linked Finance

Unbedingt zu behandeln. Auch hier kein Zweitmarkt und es wird einige Jahre dauern zwar nicht bei den regulär laufenden Krediten jedoch bei den ausgefallen, bei denen durchaus noch mal was zurückkommen könnte. Mit 4 Jahren ist zu rechnen. Autoinvest ist vermutlich eingeschaltet auf bis zu einem Jahr laufende Kredite ist daher auszuschalten!

Geld kann nur 4 mal im Jahr kostenlos abgehoben werden bei Linked Finance also entsprechend einplanen, wenn die Rezension durch Corona überwunden ist, wäre das auch ein guter Kandidat, um weiter zu investieren….

Mintos

Aktuell ein wenig tricky wegen dem Fremdwährungsexperiment in Kazachisch Teng
Aber eins nach dem anderen
Definitiv auch eine abzuwickelnde Plattform mit nennenswert Geld.
Starten wir mit dem EURO Konto nur da gibt es Autoinvests die einfach alle ausschalten.
Bei Mintos kommt sehr schnell Geld zurück und die wenigsten Kredite laufen überhaupt bis zum Ende. Um den Account zeitnah leer räumen zu können wird man aber um einen Verkauf auf dem Zweitmarkt nicht rum kommen. Ein minimaler Abschlag wird aber wohl reichen d.h. man könnte mit -0,1% anfangen und diesen dann wöchentlich verdoppeln…

Oder aber einfach Mintos auslaufen lassen und schauen was nach einem Jahr überhaupt noch verkauft werden muss.

Beim KZT Konto gibt es keinen Autoinvest!
Um hier auszusteigen, empfiehlt es sich auch die Kredite auf den Zweitmarkt einzustellen mit identischem vorgehen. Die verfügbaren KZT müssen dann noch über “FX / exchange” in Euros getauscht werden die man dann normal abheben kann.
Die Laufzeit sind ohne Verkauf vermutlich wenige Jahre (über 90% sind nach 4 Jahren zurück) aber auch hier kann ein Exit über den Zweitmarkt beschleunigt werden.

Monethera

Auch eine Plattform ohne Autoinvest und Zweitmarkt. Die sogenannte Rückkaufgarantie wurde ausgesetzt also kein vorzeitiger Exit. Sollte Geld darauf sein einfach abheben und schauen. Nach spätestens zwei Jahren sollte Schluß sein. Aufwand minimal halten wenig investiert und einfach einmal im Jahr bei Monethera vorbei schauen.

Neo Finance

Ähnlich wie Finbee. Kontrollieren ob der Autoinvest (sollte aus sein)  an ist ansonsten Geld abziehen. Und Kredite auf dem Zweitmarkt, wenn es schnell gehen soll mit 0% dann -1% usw. einstellen.
Ansonsten mit 5 Jahren rechnen, ich habe zwar nicht vor Kredite mit einer Laufzeit von mehr als 4 Jahren einzusammeln aber beim recovery ist ja auch nochmal mit 1-2 Jahren obendrauf zu rechnen. Auch bei Neo Finance lohnt der Aufwand einmal im Jahr vorbei zu schauen und Geld abzuheben.

Peerberry

Auch hier den Autoinvest ausschalten und da es keinen Zweitmarkt gibt Geduld mitbringen. Die meisten Kredite sind Kurzläufer also nach einem halben Jahr dürfte ein Großteil des Portfolios als Geld verfügbar sein. Allerdings gibt es bei Peerberry auch Leasing und Entwicklungskredite mit mehreren Jahren Laufzeit also zyklisch schauen.

Reinvest24

Auch eins der Zweitmarkt Trauerspiele, wenn der nicht existiert wird das Konto faktisch nie leer werden! Da hier kein Kredit existiert, sondern eine Immobilienbeteiligung mit theoretisch endloser Laufzeit und einer quartalsweise Dividendenausschüttung. Ein Autoinvest gibt es nicht also alle halbes Jahr bei Reinvest24 ein logen schauen ob es endlich den Zweitmarkt gibt ansonsten alles verfügbare Geld abziehen und davon ein großes Eis essen gehen das Geschäftsmodell an sich ist interessant daher kann das weiter laufen...

RoboCash

Kein Zweitmarkt dafür ein aktiver Autoinvest (ausschalten!) immerhin alles nur Kredite mit einer kurzen Laufzeit (bei meinen Einstellungen es gibt durchaus auch länger laufende Kredite) nach einem Jahr dürfte das Geld verfügbar sein und kann abgehoben werden.
Aber aufpassen es müssen mindestens 50 € abgehoben werden also schauen das beim letzten abheben nicht doch noch was investiert ist was <50€ ist – Schließlich will man ja RoboCash nicht am Schluss Geld schenken ;)!

Swaper

Auch hier durchaus ein paar Euros die angelegt sind also doch ein wenig Aufwand wert. Wie gehabt Autoinvest ausschalten Geld abheben. Die Laufzeit ist maximal 3 Jahre, sollte es eilig sein kann man die Kredite vorzeitig verkaufen kostete nur einen klick. Abheben kann man ab 10 €. Ich empfehle wie immer auslaufen lassen und Swaper einmal im Jahr aufsuchen und einsammeln was da ist und erst am Schluss verkaufen.

Viventor

Bietet immerhin einen Zweitmarkt zum verkaufen und eine Autoinvest an. Letzteren natürlich erstmal ausschalten und alles Geld abheben. Beim Verkaufen wie gehabt vorgehen am besten in 0,5% schritten also +0,5% dann 0% dann -0,5%, -1%, -2%, -4% usw. und nicht wundern, wenn es auf -20% und mehr runtergeht sollten da noch Aforti oder was auch immer für Leichen Kredite schlummern…
Auch hier Aufwand reinstecken bei Viventor sollte mehr rum kommen als ein paar Kugeln Eis.

Wisefund

Nahezu identisch zu Monethera – abziehen was geht und kaum Aufwand reinstecken da auch kaum Kapital hier gebunden ist. Die Laufzeit bei Wisefund liegt auch bei maximal zwei Jahren dementsprechend schnell sollte das erledigt sein.

Fazit

Wie man sieht, ist das doch ein ganz schönes Stück Arbeit, was ich da hinterlasse und erledigt werden muss. Einen Gefallen tu ich damit niemand. Daher kann ich als Fazit nur ziehen, das jemand der seinen Hinterbliebenen nicht so ein Sammelsurium hinterlassen möchte sich besser an das Motto – weniger ist mehr, hält. Kaum P2P eine einfache Strategie wie sie Kommer vorschlägt mit einer handvoll Produkte oder noch reduzierter wie beim Finanzwesir mit einem ETF. Keine Exoten und kein Steuerstress und die Nachkommen werden es euch danken. Mal sehen ob ich über die nächsten Jahre doch noch das ein oder andere konsolidiere. Bei den P2P Plattformen kann das ja aktuell auch von ganz von alleine gehen…

Ansonsten macht euch auch die Mühe und schreibt genau auf was ihr da alles habt und was damit passieren soll, eine Blaupause hab ich jetzt ja geliefert – sonst da könnt ihr euch sicher sein findet sich ein findiger Bank- oder Versicherungsberater der dann euren Nachkommen hilft – was sein Schaden nicht sein wird 😉

Sollte ich noch was übersehen haben oder ihr an der ein oder andern Stelle eine andere Idee habt wie man das einfacher/besser oder schöner machen kann dann hinterlasst mir einfach ein Kommentar!

5 Gedanken zu „Mein Investment Testament – P2P auflösen + Depots konsolidieren = ein ETF fertig

  1. Felix

    Zu Bondora fällt mir noch ein, dass man sein normales Portfolio an G&G verkaufen kann (Abschlag), dafür kann man es dann unter normalen Umständen dann aber auch sofort liquidieren. Dies habe ich zumindest als Szenario mit in meiner Anleitung aufgenommen.

    Ansonsten habe ich noch zu allen meinen Plattformen eine Anleitung mit Screenshots und jeweiligen Markierungen der AutoInvests (zum stoppen), den Zweitmärkten und den Auszahlmöglichkeiten angelegt.
    Dafür fehlt bei mir die Anlageberatung für ein zukünftiges Weiterinvestieren, was aber beides eher darin liegt, dass ich mit Anfang 30 noch keine von mir abhängigen Hinterbliebene habe und das ganze eher als Anleitung für meinen Vater dient… der wiederum ist alt genug um sich selber Gedanken zu machen, was er mit dem Geld machen soll/will.

    Ich nehme den Hinweis auf Keepass von dir gerne mal auf, mir widerstrebt nämlich eine komplette Cloudbasierte Lösung meinen Sicherheitsgefühlen. Eine komplette offline/hardware Lösung empfinde ich aber als zu kompliziert und unhandlich. Zumal ich keinen Tresor oder Schließfach habe, um entsprechende Anleitungen/PW-Listen sicher zu lagern…
    Auch muss ich mir noch ein Totmannschalter-System überlegen, welches dann im Fall der Fälle eintritt.
    Kein leichtes Thema, aber definitiv zu wichtig um leichtfertig behandelt zu werden.

    1. p2pAdmin Beitragsautor

      Hallo Felix
      Danke für deinen Kommentar!
      Der Verkauf an Bondora ist meiner Meinung nach völlig für die Tonne die geben dir nur für die grünen Geld und alles andere nehmen sie einfach so! Sprich, mit einem Verkauf auf dem Zweitmarkt fährt man einfach besser dann lieber auslaufen lassen 😉 Für mein Zockerdepot mit ~1,5k roten zahlt mir Bondora keinen Cent – Wert ist es sicher noch 100-200€ auf dem Zweitmarkt (vermutlich mehr)….
      Totmann System hab ich keins ich schicke die Dateien zyklisch an meine Frau das Master Passwort ist unser Hochzeitstag ups 🙂
      grüße
      Thomas

  2. Thomas Maurer

    Ich habe diesen Aufwand auch auf mich genommen, und vielleicht ist interessant, was ich (leicht oder ganz) anders gemacht habe.

    Vieles steht und fällt mit dem Zugang zum Passwort-Manager. Dieses lässt sich nur ermitteln mit zwei versteckten Hinweisen in der Wohnung und einer Liste mit Hinweisen. Diese Liste haben meine Mutter, meine Schwester und mein Geschäftspartner und Freund seit 43 Jahren. Der einzige Begünstigte ist mein 18-jähriger Sohn, aber die Liste muss ausser Haus sein.
    Ich habe zwar erklärt, wie man meine P2P Investments verflüssigen kann, aber sonst keine Hinweise gegeben, was mit Depots, Konten und P2P Investments zu geschehen hat.
    Die Liste mit den Anweisungen, was existiert und wie man vorgehen muss, und wie es mit dem Zugang funktioniert (Passwort-Manager, 2FA wie Google Authenticator, TAN Generator etc.) habe ich ausgedruckt in einem Umschlag.
    Im gleichen Umschlag befindet sich noch eine gedruckte Liste (aus Portfolio Performance), die ich monatlich aktualisiere mit allen Vermögensbestandteilen und deren aktuellem Wert. Damit kann man sich als Erstes orientieren.
    Ich habe auch Handlungsanweisungen, welche Sozialversicherungen und privaten Versicherungen zu benachrichtigen sind, sollte ich handlungsunfähig sein (Koma o.ä.) oder tot.

  3. Mathias

    Für unsere (finanzielle) Situation und der Finanzaffinität meiner Frau passt ein ein drei ETF-Portfolio mit monatlichen Ausschüttungen besser. Alles was aus dem Verkauf von Aktien, P2P plus Versicherung zusammen kommt auf die drei ETFs verteilen, fertig.
    Für 2019 ergab das 50.000€ Einlage ca. 280€ monatlich zu leben.

    Hier der Link zum Musterportfolio bei extraetf:
    https://de.extraetf.com/etf-portfolio/jeden-monat-ausschuettungen?tab=distributions

    1. p2pAdmin Beitragsautor

      Hallo Matthias
      Danke für deinen Kommentar!
      Dein ETF Portfolio schau ich mir noch in Ruhe an. Gut, das ihr so eine einfach Variante gewählt habt – ich muss auch mal schauen, dass ich konsolidiere in den nächsten Jahre so wie, das jetzt aussieht, ist es auf den ersten Blick ein großes durcheinander) natürlich mit Methode und Plan aber zu komplex).
      grüße
      Thomas

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