Savy Erfahrungen Savy Erfahrungen: Mein Einstieg bei Litauens ältester P2P-Plattform

Savy Erfahrungen: Mein Einstieg bei Litauens ältester P2P-Plattform 2026

Bei meinen Savy Erfahrungen geht es um die älteste P2P-Plattform Litauens. Reguliert von der Bank of Lithuania, ECSP-lizenziert seit 2023, profitabel, mit echtem Skin in the Game und vier Kreditprodukten unter einem Dach. Statt einer klassischen Buyback-Garantie wie bei Mintos oder PeerBerry arbeitet Savy mit einem eigenen Investors‘ Fund, der nach 90 Tagen Verzug greift.

Schauen wir uns an, wie Savy funktioniert, wie sich die Renditen in den beiden Anlage-Varianten zusammensetzen und warum ich nach langer Beobachtung seit Juni 2026 selbst investiert bin. Lars und ich haben CEO Audrius Žiugžda dazu im 10in10 P2P Café ausführlich befragt, vor allem zu der einen Zahl, die auf der Webseite fehlt: was nach Ausfällen real beim Anleger ankommt.


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Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.

Die wichtigsten Savy Daten im Steckbrief

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Bevor es in die Tiefe geht, gibt es zuerst einmal einen Überblick über die wichtigsten Daten der P2P-Plattform Savy.

Gegründet2014 (Plattformstart Juli 2014, älteste P2P-Plattform Litauens)
CEOAudrius Žiugžda (Co-Founder, Ex-CEO SEB Bankas Litauen)
ReguliertPlattform: ja, ECSP-Lizenz seit 01.08.2023, Bank of Lithuania, Authorization Code LB002207
Investorenrund 17.800 aktive Anleger (Mai 2026)
FirmensitzUAB Bendras finansavimas, Latvių g. 36A, Vilnius, Litauen
Sicherheitenje nach Kreditart: Konsum unbesichert, Business mit Bürgschaft + Pfand, Mortgage erstrangig hypothekarisch
Renditerealer Cashflow-Ertrag laut CEO 11–12% bei Konsumkrediten, 10–11% bei Business Loans, 9% bei Mortgage (vor Steuern); mit Investors‘ Fund im Schnitt ~9%
Rückkaufgarantienein, stattdessen freiwilliger Investors‘ Fund nach 90 Tagen Verzug (nur Konsumkredite)
Zweitmarktja, aktiv mit 27,6 Mio. € kumuliertem Umsatz
KreditartenKonsumentenkredite, Business Loans, Mortgage, Real Estate Development
Finanziertes Kreditvolumen177,7 Millionen Euro kumulativ
Mindestanlage10 €
Auto-Investja, bis zu 20 Profile, ca. 80% der Investoren nutzen ihn
RatingA bis E intern, je Kredittyp
Treueprogrammja, fünf Stufen von Pawn bis King/Queen
Geschäftsberichtjährlich, hinter Bezahlschranke beim Registrų Centras
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Die zwei letzten Savy Neuigkeiten

Savy informiert die Investoren regelmäßig über das eigene News-Blog. Hier die zwei aktuellsten Updates:

Savy 26.03.2026
Ein Signal von Investoren an den Markt für Immobilienfinanzierung: Transparente Projektinformationen und niedrigeres Risiko werden zur Priorität
Der europäische Crowdfunding-Markt wächst dynamisch, und eine SAVY-Umfrage unter 530 Investoren zeigt, dass Immobilienentwicklungsdarlehen attraktiv sind, aber höhere Transparenz und niedrigere Risiken gefordert werden. Nur 26% investieren aktiv in diesem Segment, während 35% derzeit nicht interessiert sind, hauptsächlich wegen mangelnder Informationen und Projektqualität. Investoren bevorzugen stabile Renditen (34%) und legen großen Wert auf regelmäßige Projektaktualisierungen (40%) sowie Aufsicht und Plattformerfahrung. Die Umfrage belegt, dass der Markt reift und der Wettbewerb sich von reinen Renditen zu Vertrauen und Transparenz verschiebt. (Quelle)
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Savy 16.03.2026
Investoren ziehen sich von aggressiven Renditen zurück: 10–12% wird zur Norm
Die Investoren werden vorsichtiger: Der Anteil derjenigen, die mit jährlichen Renditen von 10–12% rechnen, ist in einer SAVY-Umfrage von 34,6% auf 42% gestiegen, während aggressivere Renditeerwartungen gesunken sind. Trotzdem planen 9 von 10 Investoren, ihre Investitionen beizubehalten oder zu erhöhen. Festverzinsliche Instrumente wie Peer-to-Peer-Kredite gewinnen an Bedeutung als stabilisierendes Element in diversifizierten Portfolios. Die Mehrheit der Investoren verfolgt einen langfristigen Ansatz mit Fokus auf konsistentes Portfoliowachstum und passives Einkommen. (Quelle)
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Schauen wir uns die Plattform und die Mechanik dahinter genauer an, bevor ich auf meine eigenen Savy Erfahrungen und mein Fazit eingehe.

Was ist Savy?

Savy ist die älteste P2P-Plattform Litauens und wird von der UAB Bendras finansavimas in Vilnius betrieben. Die Plattform startete 2014 und wurde am 1. August 2023 als einer der ersten Anbieter Litauens mit der EU-weiten ECSP-Lizenz für Crowdfunding-Service-Provider ausgestattet. Aufsichtsbehörde ist die Bank of Lithuania. Daneben hält Savy seit 2015 die nationale Lizenz als Verbraucherkreditgeber und seit 2021 die Lizenz für hypothekenbesicherte Kredite – das volle regulatorische Paket also.

Anders als reine Marktplätze wie Mintos vermittelt Savy nicht zwischen externen Kreditgebers und Anlegern, sondern ist gleichzeitig Plattform und Originator. Alle Kredite werden direkt von der Savy-Gruppe an litauische Endkunden vergeben, danach in Forderungs-Tranchen an die Investoren weitergereicht. Investoren erwerben dadurch direkte Forderungsrechte gegen die Kreditnehmer, nicht nur ein Notes-Modell wie bei Mintos.

Savy Erfahrungen - Die regulierte P2P Plattform
Savy P2P Plattform

Vier Kreditprodukte stehen zur Auswahl: Konsumentenkredite (das traditionelle Standbein, ca. 84% des kumulativen Volumens), Business Loans für litauische KMU (rund 10%, schnell wachsend mit +71% in H1 2025), Hypothekenkredite an Privatpersonen (kleinste Sparte, ca. 1%) und Real-Estate-Development-Loans (Tranchen-Modell mit Notarpfand). Alle Kreditnehmer kommen ausschließlich aus Litauen – das ist gleichzeitig die größte strukturelle Schwäche der Plattform.

Eine klassische Rückkaufgarantie auf Einzelkredite bietet Savy nicht. Stattdessen gibt es den freiwilligen Investors‘ Fund, der nach 90 Tagen Zahlungsverzug greift, allerdings nur bei Konsumentenkrediten und nur, wenn der Investor die Schutz-Option vor dem Investment aktiv gewählt hat. Wer den Fund wählt, akzeptiert eine deutlich reduzierte Verzinsung. Wer ihn nicht wählt, behält den vollen Zins, trägt dafür aber das volle Default-Risiko. Den Mechanismus erkläre ich gleich im Detail – das ist der Kern, an dem sich die Plattform entscheidet.

Savy Zahlen & Fakten Stand 2026

Bis Mai 2026 wurden über Savy Kredite mit einem Gesamtvolumen von rund 177,7 Millionen Euro finanziert. Davon entfallen etwa 149 Mio. € auf Konsumentenkredite, 18 Mio. € auf Business Loans und 1,4 Mio. € auf Hypothekenkredite. Der durchschnittliche Kreditbetrag liegt bei rund 4.500 €, die Durchschnittslaufzeit bei 38 Monaten. Der portfoliogewichtete Bruttozins beträgt 16,06% über alle Kreditarten, bei Konsumentenkrediten 16,72%, bei Business Loans 12,68%.

Bislang an Investoren ausgezahlte Zinsen: rund 27 Millionen Euro. Aktives Kreditbuch: 58,8 Mio. €. Im Verzug ≥ 210 Tage stecken aktuell rund 4,2 Mio. €, im gerichtlichen Inkasso weitere 4,0 Mio. €. Aus diesen Zahlen ergibt sich rechnerisch eine Recovery-Quote von rund 14% des aktiven Portfolios, also ein erkennbarer, aber nicht dramatischer Default-Bestand.

Rund 17.800 Investoren sind bei Savy aktiv. Die Plattform veröffentlicht ihre Statistikseite tagesaktuell. Eine Auswertung nach Auflagejahr oder eine Netto-Rendite-Statistik nach Ausfällen sucht man dort allerdings vergeblich. Ein Punkt, auf den ich später nochmal zurückkomme.

Wer leitet Savy?

CEO ist Audrius Žiugžda, Co-Founder und Hauptaktionär. Sein Werdegang ist für die P2P-Branche ungewöhnlich: über 30 Jahre Bankkarriere, 2006 bis 2009 Präsident und Vorstandsvorsitzender der SEB Bankas Litauen, also CEO einer der größten Banken des Landes. Danach Beratungs- und Aufsichtsmandate, bevor er bei Savy als Co-Gründer einstieg. Heute ist er parallel Vorstandsvorsitzender beim Investmentfonds BRAITIN Investments und Mitglied des litauischen Business-Angel-Netzwerks LitBAN. Kein typischer FinTech-Gründer also, der mit Buzzwords um sich wirft, sondern jemand, der das Bankgeschäft aus 30 Jahren Innensicht kennt.

Savy Management Team
Savy Management Team

Die Plattform hatte allerdings über die Jahre eine bewegte CEO-Historie: Mitgründer Vytautas Zabulis bis 2018, dann Aušra Čiuplienė (November 2018 bis 2020), die zuvor 2017 die lettische Plattform PeerBerry, aufgebaut und geleitet hatte. Dann Žiugžda bis ca. 2023, kurz Danatas Čerjazdanovas, und jetzt wieder Žiugžda.
Im 10in10-Interview hat Audrius diese Wechsel selbst eingeordnet: Er war von Anfang an Miteigentümer und nah am Geschäft, in den ersten Jahren aber bewusst nur als finanzieller Geldgeber, nicht im Tagesgeschäft. Die operative CEO-Rolle hat er erst übernommen, als er die Bank verließ und nach einer neuen Aufgabe suchte. Das klingt plausibel und nicht nach Krisenübernahme, der Mann an der Spitze ist Miteigentümer mit eigenem Geld im Unternehmen.

Hinter dem CEO steht ein Team von rund 41 Mitarbeitenden (Sodra-Daten, Stand April 2026), darunter eigene Funktionen für Compliance, Credit Risk, IT und Real Estate Development. Bürohund „Churchill“ als ironisch betitelter „Chief Security Officer“ ist eines der wenigen verspielten Details der ansonsten nüchternen About-Seite.

Die Savy Anmeldung und der Bonus

Die Anmeldung bei Savy ist mehrstufig und etwas aufwendiger als bei reinen Marktplätzen. Du brauchst zwingend ein kostenloses Paysera-Konto: Savy nutzt Paysera als ausgelagerte Geld-Treuhand, was bedeutet, dass deine Investorgelder in segregierten Konten bei einem von der Bank of Lithuania regulierten E-Geld-Institut liegen. Vorteil aus Investorensicht: klare Trennung von Plattform-Eigenkapital und Anlegergeldern. Nachteil: zwei Onboarding-Prozesse parallel. Genau diese Paysera-Hürde hatten wir im 10in10-Interview angesprochen, und Audrius hat eine Lösung angekündigt: Savy plant noch für 2026 eine eigene E-Geld-Lizenz, mit der sich Anleger künftig direkt bei Savy registrieren und dort eine Wallet führen könnten, ohne den Umweg über Paysera.
Bis das umgesetzt ist, bleibt der Paysera-Schritt aber Pflicht.
Grundsätzlich ist Paysera auch gar nicht schlecht. Du kannst Unterkonten einrichten und so z.b. eines für Savy und ein anderes für InRento, das ebenso Paysera nutzt, verwenden.

  1. Konto auf gosavy.com erstellen
    E-Mail, Passwort, Bestätigungslink anklicken.
  2. Paysera-Konto verknüpfen oder neu eröffnen
    Wenn du noch keines hast, läuft die Eröffnung über Savy direkt mit. KYC mit Ausweisdokument und Selfie-Verifikation, AML-Fragen zur Mittelherkunft.
  3. Investor Knowledge Assessment
    ECSP-Pflicht (EU-Verordnung 2020/1503) für Privatanleger ohne Sophisticated-Status. Multiple-Choice-Test mit Fragen zu P2P-Risiken.
  4. Appropriateness Test
    ebenfalls ECSP-Pflicht, Selbsteinschätzung deiner finanziellen Situation. Daraus ergibt sich die jährliche Verlustsimulation auf 10% deines Nettovermögens.
  5. Erste Einzahlung
    auf dein Paysera-Konto, von dort aus stehen die Mittel auf der Savy-Plattform zur Verfügung.
Savy Anmelden so einfach

Die Plattform ist auf Englisch und Litauisch verfügbar. Eine deutsche Sprachversion gibt es nicht. Für routinierte P2P-Anleger kein Problem, für Einsteiger durchaus eine Hürde.

Der Bonus für neue Anleger

Über meinen Savy Link bekommst du als neuer Investor zwei Vorteile: 1% Cashback auf alle Investments der ersten 3 Monate nach Registrierung, ausgezahlt am Ende dieser Periode auf dein verknüpftes Paysera-Konto. Dazu kommen 6 Monate kostenfreie Service Fee (sonst 1 €/Monat ab Monat 7). Bei einem 5.000-€-Einstieg, der über die ersten 3 Monate platziert wird, sind das 50 € Cashback plus 6 € gesparte Service Fees.

Investieren bei Savy

Schauen wir uns den eigentlichen Investmentprozess an. Auf Savy investierst du nicht in einen einzigen Pool wie bei Bondora Go&Grow oder Modena, sondern wählst zwischen vier Kreditarten und zwei Risiko-Varianten innerhalb der Konsumkredite. Das ist mehr Optionen als bei den meisten Wettbewerbern und bedeutet auch: mehr Eigenverantwortung beim Setup.

Mindestanlage: 10 € pro Kredit, der Durchschnitt pro Einzelkredit liegt laut CEO bei rund 70 €. Maximaler Betrag pro Einzelkredit: Hier gilt eine gesetzliche Grenze der Bank of Lithuania, dass ein Investor maximal 1.000 € an einen einzelnen Kreditnehmer verleihen darf. Audrius Žiugžda hat im Interview bestätigt, dass dieses Limit früher bei 500 € lag und inzwischen auf 1.000 € angehoben wurde. Bei Geschäfts- und Immobilienentwicklungskrediten gibt es diese Grenze nicht, dort kannst du auch deutlich größere Beträge in einen einzelnen Kredit stecken.

Savy Sekundärmarkt
Der Savy Sekundärmarkt

Beim Investment-Setup wählst du zwischen manuellem Modus und Auto-Invest. Acht von zehn Investoren auf Savy nutzen Auto-Invest, etwa zwei Drittel des gesamten Kreditvolumens werden darüber finanziert. Du legst Rahmendaten fest: Betrag pro Kredit, Risikoklasse (A bis E), Mindestzins, Maximallaufzeit, Kreditarten, optional Filter nach Verwendungszweck, Geschlecht, Einkommen oder Alter des Kreditnehmers. Bis zu 20 verschiedene Auto-Invest-Profile pro Konto sind möglich, durchschnittlich nutzen aktive Investoren rund 2,4 Profile parallel.

Savy Autoinvest Strategien
Savy Autoinvest Strategien

Vier vorgefertigte Strategien stehen zur Auswahl: Cautious (sehr defensiv, hauptsächlich A-Klasse), Conservative (mit voller Investors-Fund-Abdeckung), Balanced (Mischung) und Aggressive (Schwerpunkt D/E-Klasse, höchste Bruttozinsen). Die Strategien sind eher als Vorlage gedacht, Custom-Profile lassen sich detailliert konfigurieren.

Der Sekundärmarkt ist aktiv und liquide: 27,6 Mio. € kumulierter Umsatz, über 431.000 Trades, rund 35% der aktiven Investoren handeln dort. Verkäufe laufender Forderungen kosten 1% Gebühr, gekündigte oder im gerichtlichen Inkasso befindliche Forderungen 3%. 65 bis 70% der Sekundärmarkt-Transaktionen laufen mit Premium ab, 10 bis 15% zum Nennwert, ungefähr 20% mit Discount. Der Sekundärmarkt ist also Notausgang und Sekundärrendite zugleich, aber kein günstiger Einkaufskanal für aktiv neue Investments.

Wie breit solltest du streuen? Auf genau diese Frage hat CEO Audrius Žiugžda im 10in10-Interview eine klare Empfehlung gegeben: mindestens 100 Kredite, damit jeder einzelne Kredit nur 1% deines Portfolios ausmacht. Sein konkretes Praxisbeispiel: Bei einem Portfolio von 10.000 € per Auto-Invest jeweils 100 € pro Kredit setzen. Als absolute Untergrenze nannte er 10 Kredite, an denen man sein Kapital noch nicht verliert, weil im Schnitt nur einer von zehn in Verzug gerät. Diese 10 sind aber wirklich nur die theoretische Schwelle. Lars hat im Gespräch zu Recht eingehakt, dass bei nur 10 Krediten ein einziger Ausfall gleich ein Zehntel des Portfolios lahmlegt. Die 100 sind die Zahl, an der du dich orientieren solltest.

Savy Autoinvest mehr geht nicht
Savy Autoinvest mehr geht nicht

Was du beim Aufbau einplanen musst: Auf dem Primärmarkt siehst du kaum Kredite, weil es eine Warteschlange von Investoren gibt. Mit einer breiten Auto-Invest-Strategie kommen laut CEO etwa ein bis zwei Kredite pro Tag zusammen, also rund 10 pro Woche. Ein reines Konsumkredit-Portfolio über 100 Positionen aufzubauen, dauert damit gut zwei bis drei Monate. Das Thema Cash Drag ist bei Konsumkrediten also real, Audrius hat das offen eingeräumt. Wer schneller Kapital unterbringen will, kann auf Business- und Real-Estate-Development-Kredite ausweichen, wo es die 1.000-€-Grenze nicht gibt, gibt dort aber den Investors-Fund-Schutz auf.

Die zwei Anlagevarianten – mit Investors‘ Fund oder ohne

Das ist der Kernteil dieses Berichts und der Punkt, an dem sich Savy von fast allen anderen baltischen P2P-Plattformen unterscheidet. Bei Mintos, PeerBerry oder Esketit gibt es eine Buyback-Garantie als Standardlösung, das Default-Risiko liegt vertraglich beim Kreditgeber. Bei Savy ist das anders: du entscheidest aktiv, ob du das Default-Risiko abgeben willst oder selbst tragen möchtest. Beide Varianten haben ihre eigene Mechanik, ihre eigene Renditezusammensetzung und ihre eigenen Schwachstellen.

Variante 1: Mit Investors‘ Fund (Konsumkredite, „passive Variante“)

Der Investors‘ Fund ist Savys Antwort auf die Buyback-Garantie. Wirtschaftlich funktioniert er wie eine selbstfinanzierte Versicherungsrückstellung: ein Teil deines Bruttozinses fließt nicht an dich, sondern in einen gemeinsamen Schadensreserve-Topf. Dafür erhältst du eine Erstattungszusage, falls dein Kreditnehmer 90 Tage in Verzug gerät.

Wie der Fund konkret arbeitet: Du wählst beim Investment (oder im Auto-Invest-Profil) die Option „Investors‘ Fund-Schutz“. Im Gegenzug verzichtest du auf einen Teil des Bruttozinses des jeweiligen Kredits. Wie viel genau, hängt vom Kreditzins ab, der Split ist gestaffelt:

Kreditzins (Kreditnehmer zahlt)Investor erhältFund erhältAbgabequote
6 %5 %1 %17 %
10 %7 %3 %30 %
17 %10 %7 %41 %
20 %11 %9 %45 %
25 %12 %13 %52 %
≥ 29 %14 %≥ 15 %über 50 %

Bei dem auf der Savy-Statistikseite ausgewiesenen gewichteten Durchschnittszins von 16,72% für Konsumentenkredite verbleiben dem Investors-Fund-Investor real also rund 9 bis 10% Bruttoverzinsung. Das ist die Basis, mit der jede Nettorechnung beginnt, nicht die plakativen 16%. Eine separate Extragebühr für den Fund gibt es nicht, das hat CEO Audrius Žiugžda im 10in10-Interview ausdrücklich bestätigt. Du zahlst nicht mit einem Gebührenbetrag, du zahlst mit Zinsverzicht. Audrius hat im Gespräch auch erwähnt, dass einer der größten Investoren der Plattform ausschließlich mit dem Investors‘ Fund arbeitet und mit rund 9% Verzinsung zufrieden ist.

  • Auslösung der Erstattung: 90 aufeinanderfolgende Tage Verzug. Andere Verzugsstufen lösen nichts aus.
  • Was wird ausgezahlt: der noch ausstehende Kapitalanteil plus die während des 90-Tage-Zeitraums aufgelaufenen vertraglichen Zinsen. Strafzinsen und Mahngebühren werden ausdrücklich nicht erstattet.
  • Welche Kredite sind abgedeckt? Ausschließlich Konsumentenkredite. Business Loans, Mortgage und Real-Estate-Development-Kredite sind nicht durch den Fund geschützt.
  • Was passiert, wenn der Fund leer ist? Dann werden die Erstattungen verschoben, bis genug Liquidität nachgeflossen ist. Auszahlungen erfolgen in der Reihenfolge des Eingangs. Während der Wartezeit bekommt der Investor keine Verzugszinsen auf seine schwebende Forderung.
  • Fondsgröße: die Statistikseite zeigt den Fondssaldo als bezifferte Kurve, beim Hovern sogar mit exakten Monatswerten. Stand Mai 2026 liegt der Fonds bei rund 90.000 €, der historische Höchststand lag Ende 2021 bei etwa 105.000 €. Auffällig ist, dass der Fonds Anfang 2023 deutlich abgebaut wurde und seitdem mit hohem monatlichen Durchsatz an Ein- und Auszahlungen auf niedrigerem Niveau läuft. Was die Statistik nicht separat ausweist, ist das genaue IF-gedeckte Konsum-Outstanding, also der Nenner für eine echte Stress-Quote. Klar ist aber die Größenordnung: rund 90.000 € Reserve stehen einem aktiven Kreditbuch im zweistelligen Millionenbereich gegenüber. Der Fonds ist damit kein dickes Polster, sondern funktioniert eher als laufend nachgefüllter Durchlauftopf.
  • Rechtliche Natur: Der Fund ist diskretionär, nicht garantiert. Savy ist keine Bank und darf keine vertraglich garantierte Rückkauf-Obligation eingehen. Im Stress-Szenario hängt die tatsächliche Schutzwirkung allein von der Liquidität des Fonds ab.

Der Vergleich Investors‘ Fund versus Buyback:

MerkmalSavy Investors‘ FundMintos / PeerBerry Buyback
Auslösung90 Tage Verzugtypischerweise 60 Tage
Garantierende ParteiSavy (Plattform vergibt selbst)externer Kreditgeber
Schwachstelle im ErnstfallPlattform-InsolvenzInsolvenz des Kreditgebers
Rechtliche Naturdiskretionär, freiwilligvertragliche Pflicht des Kreditgebers
Rendite-Abgabegestaffelter Zinssplit (30–50%)versteckt über niedrigere Zinsen
Wartelisten-Risikoja, nach Eingangsreihenfolge, ohne Verzugszinsnein, der Kreditgeber bedient direkt
Abdeckungnur Konsumkrediteje nach Plattform unterschiedlich

Was es zu beachten gilt:
Der Investors‘ Fund ist kein Buyback. Die Schutzwirkung steht und fällt mit der Liquidität des Fonds und der wirtschaftlichen Stabilität der Plattform selbst. Im Gegensatz zu Mintos, wo ein einzelner Kreditgeber ausfallen kann, ohne den Rest des Marktplatzes mitzureißen, hängt bei Savy alles an einem Punkt. Das kann Vorteil sein, weil kein fremder Kreditgeber das Risiko mit reinträgt, oder Nachteil, weil das Risiko nicht gestreut ist.

Variante 2: Ohne Investors‘ Fund (klassische P2P-Variante)

Die zweite Variante ist die klassische: Du investierst direkt in einzelne Kredite, behältst den vollen Bruttozins, trägst aber auch das volle Default-Risiko. Diese Variante ist die einzige verfügbare bei Business Loans, Mortgage und Real-Estate-Development-Krediten – dort gibt es den Investors‘ Fund grundsätzlich nicht. Bei Konsumentenkrediten ist sie optional, wenn du beim Investment den Fund-Schutz abwählst.

Was du dafür bekommst:

  • den vollen Kreditzins (im Schnitt 16,72% bei Konsum, 12,68% bei Business, rund 9% bei Mortgage)
  • volle Eigenverantwortung für Diversifikation und Auswahl
  • direktes Forderungsrecht gegen den Kreditnehmer
  • keinen Wartelisten-Schutz im Krisenfall

Wie der Inkasso-Prozess läuft, wenn ein Kredit ausfällt:

PhaseKonsumentenkreditBusiness Loan
Tag 1–2Banktoleranz, kein VerzugszinsBanktoleranz
Ab Tag 30,05%/Tag Verzugszinsen0,2%/Tag plus Strafzins in Höhe des Kreditzins
Ca. Tag 40vorgerichtliches Inkasso, Eintrag bei Creditinfo & Scorifynach 3 ausgelassenen Raten Vertragskündigung möglich
Nach 6–7 ausgelassenen RatenVertragskündigung
Nach Kündigunggerichtliches Inkasso, ab dann keine Verzugszinsen mehrgerichtliches Inkasso
Recovery-PeriodeSavys eigene XIRR-Methodik unterstellt bis zu 72 Monate (6 Jahre) Recovery-Dauer

Verzugszinsen werden zwischen Investor und Plattform 50/50 geteilt. Die Plattformhälfte deckt die Inkasso-Administration. Dem Investor entstehen also keine zusätzlichen Inkasso-Kosten als Rechnung, dafür aber erheblicher Barwertverlust durch die lange Wartezeit ohne laufende Verzinsung.

Hier kommt der Punkt, der mich an Savy am meisten interessiert hat. Savy publiziert auf der Statistikseite nur den Durchschnittszins, keine offizielle Netto-Rendite-Statistik und keine Auswertung nach Auflagejahr. Genau diese Lücke haben Lars und ich im 10in10 P2P Café direkt bei CEO Audrius Žiugžda angesprochen, und er hat die Zahlen geliefert.

Laut Audrius liegt der reale Cashflow-Ertrag nach Verzügen bei 11 bis 12% für Konsumkredite, bei 10 bis 11% für Business Loans und bei 9% für Mortgage-Kredite (von denen keiner in Verzug ist). Der durchschnittliche Vertragszins liegt bei 14,7%, der tatsächliche Cashflow bei rund 12%, die Differenz von knapp 3 Prozentpunkten ist der Preis der Verzüge. Wichtig: Das sind Werte vor Steuern, und es sind Angaben der Plattform, keine extern geprüfte Statistik. Audrius hat im Gespräch auch eingeräumt, dass dieser Wert durch mehr Wettbewerb allmählich sinkt.

Der zweite zentrale Punkt aus dem Interview: Savy verliert nach Aussage des CEO endgültig weniger als 0,1% des Portfolios. Echte Totalverluste gibt es nur bei Privatinsolvenz oder im Todesfall ohne Erben. Rund 10% der Kredite geraten zwar in Verzug, werden aber über die Zeit fast vollständig zurückgezahlt, weil das litauische Inkasso- und Gerichtssystem effizient arbeitet. Die durchschnittliche Recovery-Dauer liegt bei etwa 4 Jahren, im Einzelfall zwischen einem und sieben bis acht Jahren.

Die 11 bis 12% klingen stark, hängen aber an dieser 4-Jahre-Recovery. Dein Geld kommt zurück, bei einem ausgefallenen Kredit aber eben mit Verzögerung und während des gerichtlichen Inkassos ohne weitere Verzinsung. Das ist kein Verlust, das ist gebundene Geduld. Und es sind Angaben der Plattform, vor Steuern. Mit deutscher Abgeltungsteuer und etwas Cash Drag bleibt nach meiner Modellrechnung real eher eine Nettorendite um die 8% für ein gut diversifiziertes Konsumkredit-Portfolio in der klassischen Variante. Bei E-Klassen-Schwerpunkt kann es darunter liegen, bei A/B-Schwerpunkt darüber. Die einzige Drittquelle stützt das: ein litauischer Investor, seit 2015 dabei, kommt bei 15,09% Plattformzins auf rund 11,3% Netto nach Defaults und litauischen Steuern.

Bei den Business Loans hat das Interview meine ursprüngliche Skepsis zur Sicherheitenstruktur relativiert, dazu gleich mehr im Kapitel zum Kreditportfolio. Realistisch liegt die Nettorendite hier nach Steuern im Bereich 7 bis 8%, mit höherem Risiko pro einzelnem Kreditnehmer, weil das Volumen pro Kredit deutlich größer ist als bei Konsumkrediten.

Renditezusammensetzung im Direktvergleich

KomponenteMit IF (Konsum)Ohne IF (Konsum, diversifiziert)Business Loans
Bruttozins9–10%16,72%12,68%
Realer Cashflow-Ertrag laut CEO (vor Steuern)~9%11–12%10–11%
– Service Fee 12 €/Jahr–0,1 bis –0,3 PP–0,1 bis –0,3 PP–0,1 bis –0,3 PP
– Cash Drag–0,3 bis –0,7 PP–0,3 bis –0,7 PP–0,3 bis –0,7 PP
– Deutsche Abgeltungsteuer 26,375%–2,3 PP–2,9 PP–2,7 PP
Nettorendite realistisch6,5 bis 7%rund 8%7 bis 8%
Wartelisten-/Recovery-Risikomittel (Fund-Stress)hoch (Recovery-Dauer ~4 Jahre)mittel-hoch

Wichtig bleibt die Einordnung: Die 16% sind der Bruttozins, den der Kreditnehmer zahlt, nicht die Zahl, die beim Anleger landet. Der CEO selbst nennt 11 bis 12% realen Cashflow bei Konsumkrediten vor Steuern. Nach deutscher Abgeltungsteuer bleibt davon real eine Nettorendite um die 8% in der klassischen Variante und rund 6,5 bis 7% mit Investors‘ Fund. Das ist immer noch ein ordentliches Renditeniveau, aber eben weder Tagesgeld-Ersatz noch eine 16-Prozent-Story.

Die Savy Gebühren

Die direkt sichtbaren Gebühren bei Savy sind moderat. Die wirtschaftlich relevante „Gebühr“ ist der oben beschriebene Zinssplit für den Investors‘ Fund, die taucht in keiner Tabelle auf, kostet aber 30 bis 50% des Bruttozinses.

GebührHöheBemerkung
Kontoeröffnungkostenfrei
Einzahlungkostenfreiüber Paysera-Konto
Auszahlungkostenfrei
Investor Service Fee1 €/Monaterste 6 Monate frei, danach ab Monat 7 fällig (eingeführt 01.02.2024)
Sekundärmarkt-Verkauf laufender Kredite1%trägt der Verkäufer
Sekundärmarkt-Verkauf gekündigter Kredite3%trägt der Verkäufer
Auto-Investkostenfrei
Verzugszinsen-Split50/50 Investor/Plattformdeckt Inkasso-Administration

Die 1-€/Monat-Service-Fee wurde im Februar 2024 eingeführt und ist auf Trustpilot ein wiederkehrender Kritikpunkt, insbesondere bei kleinen Portfolios drückt sie spürbar auf die Nettorendite. Bei einem 1.000-€-Portfolio kostet sie schon 1,2 Prozentpunkte pro Jahr, bei 10.000 € sind es 0,12 Prozentpunkte. Für ernsthafte Portfolios ab 5.000 € spielt sie keine große Rolle, für Klein-Investments ist sie tatsächlich ärgerlich.

Das Steuer-Thema bei Savy

Savy behält für deutsche Anleger automatisch 15% litauische Quellensteuer auf Zinszahlungen ein. Mit einer deutschen Ansässigkeitsbescheinigung (Formular DAS-1/FR0021) reduziert sich die LT-Quellensteuer auf 10%, diese 10% sind in voller Höhe auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar (über Anlage KAP, Zeile 41).

Die Bescheinigung kannst du beim deutschen Finanzamt anfordern und per E-Mail an investuoju@savy.lt einreichen. Ohne diese Bescheinigung verlierst du effektiv 5 Prozentpunkte deiner Nettorendite an doppelte Steuerbelastung. Eine deutsche Steuerbescheinigung im KAP-Format gibt es bei Savy nicht, Steuerübersichten lassen sich aber aus dem Dashboard exportieren und bilden die Grundlage für die eigene KAP-Erklärung.

Ein praktischer Hinweis aus dem 10in10-Interview: Das Formular zur Senkung der Quellensteuer von 15 auf 10% steht aktuell nicht zum Download bereit, du musst es aktiv beim Savy-Kundenservice anfordern, der schickt es dann per E-Mail. Lars hat im Gespräch vorgeschlagen, das Formular einfach in die FAQ zu legen, damit nicht tausende deutsche Anleger es jedes Jahr im Januar einzeln anfragen müssen. Audrius fand die Idee gut und hat zugesagt, das umzusetzen. Bis dahin gilt: Formular aktiv beim Support anfordern, sonst zahlst du 15 statt 10%.

Das Savy Kreditportfolio – in was investierst du eigentlich?

Schauen wir uns an, woraus das Portfolio konkret besteht. Anders als bei Modena oder Bondora Go&Grow investierst du bei Savy nicht in einen einzelnen Pool, sondern in einzelne Kredite, die du je nach Strategie handverlesen oder per Auto-Invest beziehst.

Konsumentenkredite sind das Hauptgeschäft mit rund 84% des kumulativen Volumens. Zielgruppe sind ausschließlich litauische Bürger oder Personen mit Aufenthaltsgenehmigung, mindestens 4 Monate beim aktuellen Arbeitgeber. Savys Eigenangabe: nur 5% der Kreditantragsteller werden angenommen. Beträge zwischen 300 und 35.000 €, Laufzeiten 3 bis 120 Monate, Bruttozinsen ab 6% (bei Top-Bonität) bis 36% (bei E-Klasse).

Savy Konsumtenkredit
Savy Konsumtenkredit

Business Loans sind der schnell wachsende Bereich (rund 10% des kumulativen Volumens, +71% in H1 2025). Zielgruppe sind in Litauen registrierte juristische Personen mit mindestens 12 Monaten Geschäftstätigkeit, keine Start-ups. Beträge bis 100.000 € im Standard, bis 500.000 € bei Immobiliensicherheit. Bei der Sicherheitenstruktur hatte ich die persönliche Bürgschaft zunächst als schwachen Punkt eingeordnet. Im 10in10-Interview hat CEO Audrius Žiugžda das relativiert: Seit Anfang 2025 sichert Savy viele kleine Geschäftskredite über eine staatliche Garantie ab, die im Ausfall 80% des Kredits zurückzahlt, und setzt dieses Instrument nach eigener Aussage inzwischen häufig ein. Kleine Geschäftskredite bis 100.000 € laufen also entweder mit persönlicher Bürgschaft oder mit dieser Staatsgarantie. Damit ist die Absicherung besser, als es von außen aussah, auch wenn ich die Staatsgarantie gern einmal konkret in den Projektdaten sehen würde.

Hypothekenkredite an Privatpersonen sind die kleinste, aber risikoärmste Kategorie. Erstrangiges Pfand bei Notar zugunsten der UAB Bendras finansavimas, Pflichtversicherung der Immobilie. Aktuell rund 9% durchschnittliche Investorenrendite und null Euro Verzug ≥ 30 Tage in der Statistik, das beste Risiko-Rendite-Profil im Hause.

Immobilienentwicklungskredite sind tranchenweise ausgezahlte Projektfinanzierungen mit Treuhandkonten und Notarpfandbestellung. Hier gibt es nach Aussage des CEO immer ein erstrangiges Pfandrecht an der Immobilie, also genau die Sicherheitenstruktur, die man von Profitus oder Estateguru kennt. Maximum 5 Mio. € pro Projekt. Strategischer Wachstumsfokus seit Q4 2025, seitdem ist auch eine eigene Leiterin für die Immobilien-Geschäftsentwicklung an Bord.

Welche Vor- und Nachteile hat Savy?

Die Pro & Cons von Savy auf einen Blick.

Vorteile von Savy

  • ECSP-Lizenz seit 2023 plus nationale Verbraucherkredit- und Hypothekenlizenzen
  • 11+ Jahre Track Record als älteste P2P-Plattform Litauens
  • Direkte Forderungsrechte statt Notes-Modell wie bei Mintos
  • Vier Kreditarten unter einem Dach: Konsum, Geschäft, Hypothek, Immobilienentwicklung
  • Aktiver Sekundärmarkt mit hoher Liquidität (35% der Investoren handeln dort)
  • Profitable Plattformgesellschaft seit mindestens 2022
  • CEO mit 30 Jahren Bankhistorie, kein typischer FinTech-Gründer
  • Eigene Mobile-App als einzige litauische Plattform, auch auf Deutsch verfügbar

Nachteile von Savy

  • Kein klassischer Buyback, stattdessen freiwilliger Investors‘ Fund mit Wartelisten-Risiko
  • Nur Kreditnehmer aus Litauen, kein Länder-Risiko-Splitting wie bei Mintos oder PeerBerry
  • Plattform vergibt selbst, alles hängt an einem Punkt, ohne Streuung über mehrere Kreditgeber
  • Keine öffentliche Netto-Rendite-Statistik auf der Webseite, nur der Durchschnittszins; reale Renditezahlen gibt es bisher nur als mündliche CEO-Auskunft
  • Lange Recovery-Dauer, ausgefallene Kredite kommen laut CEO im Schnitt erst nach rund 4 Jahren zurück
  • Paysera-Pflichtanbindung als zusätzlicher Onboarding-Schritt (eigene E-Geld-Lizenz für 2026 angekündigt)
  • Wie jede Investition sind auch P2P-Investitionen riskant

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Die Savy Risiko FAQ

Trotz Skin-in-the-Game-Komponente und ECSP-Regulierung solltest du die Risiken bei Savy im Blick behalten. Die wichtigsten Plattform-Risiken zu Savy als kompakte FAQ, bevor es zu meinem Fazit geht.

Wie verdient Savy Geld?

Savy erwirtschaftet seine Erträge primär aus drei Quellen. Erstens aus den Zinsmargen zwischen den Kreditzinsen, die der Kreditnehmer zahlt, und den Renditen, die an Investoren ausgeschüttet werden, insbesondere durch den Investors-Fund-Zinssplit. Zweitens aus Kreditbearbeitungs- und Vertragsgebühren der Kreditnehmer-Seite. Drittens aus den 50% der Verzugszinsen, die bei der Plattform verbleiben und das Inkasso-Geschäft mitfinanzieren.

Arbeitet Savy profitabel?

Ja. Die Betreibergesellschaft UAB Bendras finansavimas ist seit mindestens 2022 durchgängig profitabel: Nettogewinn 2022 ca. 32.000 €, 2023 ca. 77.000 €, 2024 ca. 121.000 € (Daten aus dem litauischen Handelsregister via Rekvizitai). Eigenkapital wurde 2024 auf rund 2,96 Mio. € aufgebaut, das Stammkapital im Mai 2025 auf 2,526 Mio. € erhöht. Die Plattform finanziert sich zusätzlich über eine im Juli 2025 emittierte Anleihe mit 10 bis 12% Zinskupon.

Ist Savy seriös?

Davon gehe ich aus. Die Plattform ist seit 2015 als Verbraucherkreditgeber reguliert, seit 2021 zusätzlich für Hypothekenkredite und seit August 2023 mit voller ECSP-Lizenz ausgestattet. Investorgelder werden in segregierten Paysera-Konten gehalten. Eine Garantie für zukünftige wirtschaftliche Performance ist das natürlich nicht.

Gibt es bei Savy Kredit-Ausfälle?

Ja. CEO Audrius Žiugžda hat im 10in10-Interview die Zahlen genannt: Rund 10% der Kredite geraten in Verzug, werden über die Zeit aber fast vollständig zurückgezahlt. Endgültig verloren sind laut Plattform weniger als 0,1% des Portfolios, echte Totalverluste gibt es nur bei Privatinsolvenz oder im Todesfall ohne Erben. Die durchschnittliche Recovery-Dauer liegt bei etwa 4 Jahren, im Einzelfall zwischen einem und sieben bis acht Jahren. Bei Konsumentenkrediten mit Investors-Fund-Schutz greift nach 90 Tagen Verzug der Fund. Bei Krediten ohne Fund-Schutz trägt der Investor das Default-Risiko selbst, profitiert aber von der hohen Recovery-Quote des litauischen Inkasso-Systems.

Welche Auswirkung hätte eine Insolvenz von Savy?

Investoren halten direkte Forderungsrechte gegen die Kreditnehmer, diese Forderungen gehören rechtlich nicht der Plattform und könnten von einem Insolvenzverwalter nicht für andere Schulden herangezogen werden. Im ECSP-Rahmen ist eine von der Bank of Lithuania genehmigte unabhängige Ersatz-Verwalter-Struktur Pflicht. Recovery würde sich allerdings deutlich verzögern, der Investors‘ Fund würde zumindest temporär eingestellt. Eine Einlagensicherung greift nicht.

Was passiert bei einem Bank-Run auf Savy?

Der Sekundärmarkt würde bei breitem Massenabzug austrocknen, Verkäufe wären nur noch mit erheblichen Abschlägen möglich. Der Investors‘ Fund würde in der Reihenfolge des Eingangs bedienen und im Stress-Szenario auf Wartelisten setzen, ohne Verzugszinsen während der Wartezeit. Die Plattform hat 2025 eine Anleihe mit 10 bis 12% Zinskupon emittiert, was auf erkennbaren Kapitalbedarf hindeutet. Eine vertragliche Garantie auf sofortige Auszahlung in Krisenzeiten gibt es nicht, und darf es als Nicht-Bank auch nicht geben.

Gibt es eine Einlagensicherung bei Savy?

Nein. Investments bei Savy sind keine Bankeinlagen und werden weder durch die EU-Einlagensicherung 2014/49/EU noch durch das Anlegerentschädigungsschema 97/9/EC abgedeckt. Der freiwillige Investors‘ Fund ist kein Ersatz für eine Einlagensicherung, sondern ein selbstfinanziertes Reservepolster mit diskretionärem Charakter.

Ist Savy eine Finbee- oder Mintos-Alternative?

Savy hat zwei Standbeine, die unterschiedliche Wettbewerber haben. Schauen wir sie uns einzeln an.

Im Konsumkredit-Bereich

Es gibt Savy Alternativen für reine Konsumkredit-Strategien. Zu den naheliegendsten Vergleichskandidaten gehören der litauische Direktkonkurrent Neofinance, der baltische Marktplatz Mintos und Bondora als ältester P2P-Anbieter überhaupt.

PlattformBruttozinsMindestanlageBuyback / SchutzLänder-FokusTrack Record
Savy 🇱🇹 (mit IF)~10% effektiv10 €Investors‘ Fund (90 Tage, Wartelisten nach Eingang)nur Litauenseit 2014
Savy 🇱🇹 (ohne IF)16,72%10 €kein Schutz, Recovery 6+ Jahrenur Litauenseit 2014
Neofinance 🇱🇹14–22%10 €Provision Fundnur Litauenseit 2015
Mintos 🇱🇻~11,5%10 €Buyback durch externen Kreditgeber (60 Tage)30+ Länderseit 2015
Bondora Go&Grow 🇪🇪6% fix1 €Pool-Modell, 2020 Pandemie-StressEE/FI/NL/LV/DKseit 2008

Was hier auffällt: Im Konsumkredit-Bereich bietet Savy mit der Variante ohne Investors‘ Fund attraktive Bruttozinsen, allerdings ohne Länder-Diversifikation und mit höherem Default-Bestand als die Buyback-Anbieter. Neofinance ist der direkte litauische Wettbewerber mit ähnlichem Provision-Fund-Modell. Bondora Go&Grow bleibt das einfachste „One-Click-Produkt“ mit der längsten Historie, dafür mit klarem Renditerückstand. Mintos ist die echte Diversifikations-Plattform mit über 30 Ländern.

Im Geschäftskredit-Bereich

Es gibt Savy Alternativen auch im Geschäftskredit-Bereich. Finbee spielt als zweiter litauischer Anbieter im gleichen Doppel-Mix aus Konsum und Business, Capitalia setzt mit EIF-Garantien und etablierter KMU-Erfahrung einen anderen Akzent.

PlattformBruttozinsMindestanlageSicherheitVolumen kumuliertLänder-Fokus
Savy 🇱🇹12,68%10 €Bürgschaft + Pfand (ab 50k €)18 Mio. €nur Litauen
Finbee 🇱🇹10–13%5 €persönliche Garantien + teils Sicherheiten~30 Mio. €nur Litauen
Capitalia 🇱🇻10–12%200 €EIF-Garantien + Sicherheitüber 100 Mio. €LV/EE/LT

Im Business-Bereich liegt Savy beim Volumen klar hinter Finbee und Capitalia. Finbee spielt mit persönlichen Garantien und teils Sicherheiten in einer ähnlichen Sicherheitenliga und ist Savys direktester Vergleich. Capitalia setzt dagegen auf EIF-Garantien und ist retail-unfreundlicher (200 € Mindestanlage), bedient dafür aber gezielt KMU-Finanzierung mit institutioneller Komponente.

Aus Sicht eines deutschen Anlegers, der bereits Mintos und PeerBerry hält, gewinnt man mit Savy keine echte Länderdiversifikation, das Litauen-Klumpenrisiko nimmt eher zu. Wer dagegen bewusst in regulierte ECSP-Plattformen mit Skin-in-the-Game-Komponente diversifizieren will, findet bei Savy ein Profil, das so von keinem anderen Anbieter gespielt wird.

Audrius Žiugžda im 10in10-Interview

Savy als Plattform bin ich schon genug eingegangen. Der eigentliche Mehrwert kommt jetzt: Wir hatten Audrius Žiugžda, CEO und Mitgründer von Savy, im 10in10 des P2P Cafés zu Gast. In gut einer Stunde haben Lars Wrobbel und ich die Plattform besprochen und Audrius vor allem zu der einen Zahl gelöchert, die auf der Webseite fehlt: was nach Ausfällen real beim Anleger ankommt. Besonderheit der Folge: Savy war bei uns noch nie zu Gast, dabei ist es die älteste P2P-Plattform Litauens.

Audrius Žiugžda und unsere Fragen im Savy Interview

Eigentlich sind es zehn Fragen in zehn Minuten. Bei einer so alten Plattform mit vier Kreditarten sind wir wieder deutlich drüber gelandet, und Audrius ist auf fast alles erfreulich konkret eingegangen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Die vollständigen Antworten und vor allem unsere eigenen Einschätzungen gibt es ausschließlich im Podcast. Hier der Überblick:

Savy Erfahrungen Portfolio Report anlegen Savy im 10in10

  • Investors‘ Fund statt Buyback: Wie funktioniert das Modell und was bleibt netto übrig?
    Audrius erklärt den Investors‘ Fund als Solidartopf aller Anleger, ausdrücklich nicht als Garantie von Savy. Bei einem Kredit mit 17 % Zins gehen rund 7 Prozentpunkte in den Topf, 10 landen direkt beim Anleger. Gerät der Kredit länger als 90 Tage in Verzug, bekommst du aus dem Topf dein Kapital plus drei Monatszinsen zurück. Im Schnitt landen Fund-Anleger bei etwa 9 %, die Spanne reicht je nach Kreditqualität von 5 bis 14 %. Eine separate Gebühr gibt es nicht, gilt aber ausschließlich für Konsumkredite. Warum der Fund trotzdem nicht umsonst ist, ordnen wir im Podcast ein.
  • Die Zahl, die auf der Webseite fehlt: Was kommt netto nach Ausfällen wirklich an?
    Das war für uns der eigentliche Grund für die Folge. Auf der Statistikseite steht nur der Durchschnittszins, nie die tatsächliche Anlegerrendite. Audrius liefert die Zahl: Der durchschnittliche Vertragszins liegt bei 14,7 %, der reale Cashflow-Ertrag nach Verzügen bei Konsumkrediten bei 11 bis 12 %, vor Steuern. Er räumt offen ein, dass dieser Wert durch mehr Wettbewerb und besser informierte Kunden langsam sinkt. Was mit deutscher Abgeltungsteuer davon übrig bleibt, rechnen wir im Podcast durch.
  • Wie unterscheidet sich die Rendite zwischen den Kreditarten?
    Audrius schlüsselt sauber auf: Konsumkredite real 11 bis 12 %, Geschäftskredite 10 bis 11 %, Hypothekenkredite 9 %. Die Hypotheken sind die sichersten, laut Audrius ist kein einziger davon in Verzug, dafür tragen sie den niedrigsten Zins. Der Haken für uns: Von dieser Kreditart gibt es nur sehr wenige. Realistisch kommst du bei Savy als ausländischer Anleger vor allem in Konsumkredite.
  • Verliert Savy überhaupt Kredite, und was heißt „Verzug“ konkret?
    Zwei Zahlen, die man nicht verwechseln sollte. Endgültig verloren sind laut Audrius weniger als 0,1 % des Portfolios, echte Totalausfälle gibt es nur bei Privatinsolvenz oder im Todesfall ohne Erben. In Verzug geraten dagegen rund 10 % der Kredite, die aber über die Zeit fast vollständig zurückkommen, im Schnitt nach etwa vier Jahren. Die komplette rechtliche Durchsetzung übernimmt Savy, der Anleger muss nichts tun. Warum diese vier-Jahre-Recovery für deine Liquiditätsplanung wichtig ist, vertiefen wir im Podcast.
  • Wie breit muss ich streuen, um verlässlich beim Plattformschnitt zu landen?
    Audrius‘ Empfehlung ist eindeutig: mindestens 100 Kredite, damit jeder einzelne nur 1 % deines Portfolios ausmacht und ein Verzug kaum wehtut. Als absolute Untergrenze nennt er 10, was Lars und mir deutlich zu optimistisch war. Sein konkreter Praxisrat: bei einem Portfolio von 10.000 Euro per Auto-Invest rund 100 Euro pro Kredit setzen. Gesetzlich sind pro Kreditnehmer ohnehin maximal 1.000 Euro erlaubt, Streuung ist also eingebaut.
  • Cash-Drag: Hat Savy schon mehr Investoren als Kredite?
    Hier bleibt Audrius ehrlich. Bei Konsumkrediten gibt es eine Warteschlange, die Mindestanlage liegt bei 10 Euro, mit einer breiten Auto-Invest-Strategie kommen etwa ein bis zwei Kredite pro Tag zusammen, also rund 10 pro Woche. Ein reines Konsumkreditportfolio aufzubauen dauert damit ein paar Wochen. Sein Ausweg: Geschäfts- und Immobilienkredite, wo die 1.000-Euro-Grenze nicht gilt. Der Haken dabei ist, dass genau dort der Investors‘ Fund nicht greift.
  • Nur 5 % der Antragsteller werden angenommen, wie hält Savy diese Quote?
    Audrius führt die strenge Auswahl auf zwölf Jahre Erfahrung und ein komplett selbst entwickeltes Kredit-Scoring zurück. Details zum „Wie“ bleibt er schuldig, was okay ist, Scoring-Interna gibt keine Plattform gern raus. Die relevante Zahl liefert er trotzdem: Trotz der niedrigen Annahmequote vergibt Savy jeden Monat über 4 Millionen Euro an neuen Krediten. Genug Volumen ist also da.
  • Geschäftskredite mit persönlicher Bürgschaft: Ist das nicht schwach besichert?
    Diese kritische Frage hat Audrius sauber entschärft. Er trennt zwei Produkte: kleine Geschäftskredite bis 100.000 Euro laufen mit persönlicher Bürgschaft oder, neu seit Anfang 2025, mit einer staatlichen Garantie, die im Ausfall 80 % abdeckt und laut Audrius inzwischen oft zum Einsatz kommt. Immobilienentwicklungskredite dagegen haben immer ein erstrangiges Pfandrecht. Damit sind Savys Geschäftskredite besser besichert, als es von außen aussah.
  • Nur Litauen, kein Länder-Splitting: Wie groß ist das Klumpenrisiko?
    Audrius dreht die Schwäche in eine Stärke. Anders als ein reiner Marktplatz wie Mintos kenne Savy jeden Kreditnehmer selbst, das Kernteam komme aus dem Bankgeschäft, überwiegend von der SEB. Andere Länder seien ein Thema, aber nicht entschieden, sein Leitsatz: lieber langsamer, dafür mit Sicherheit. Zum Wachstumsraum nennt er eine starke Zahl: Alle P2P-Plattformen zusammen decken erst 6 % des litauischen Konsumkreditmarkts ab, Savy wächst aktuell doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Warum das Litauen-Klumpenrisiko für uns trotzdem bestehen bleibt, ordnen wir im Podcast ein.
  • Die Paysera-Hürde: Kommt die eigene E-Geld-Lizenz wirklich?
    Audrius gibt offen zu, dass die Paysera-Pflicht für deutsche Anleger der lästigste Schritt ist. Seine angekündigte Lösung: eine eigene E-Geld-Lizenz, mit der Anleger sich künftig direkt bei Savy registrieren und dort eine Wallet führen könnten, ohne den Umweg über Paysera. Einordnung von uns: Das ist bis heute eine Ankündigung, Stand Mitte 2026 ist die Lizenz noch nicht erteilt. Eine geplante Lizenz ist eben noch keine Lizenz, die Richtung stimmt aber.
  • Auto-Invest in der Praxis: Wie viele Profile und wie fein steuerbar?
    Für alle, die es genauer wissen wollen: Bis zu 20 Auto-Invest-Profile sind möglich. Mehr Profile bringen dabei keinen Vorteil in der Warteschlange, du stehst immer als ein Investor an. Der Nutzen liegt woanders: Du kannst ein breites Grundprofil laufen lassen und obendrauf Spezialprofile für höhere Zinsen oder einzelne Kreditarten setzen. Für jede Kreditart braucht es dabei ein eigenes Profil.
  • Fund oder kein Fund, was rät Audrius einem Einsteiger?
    Hier legt sich Audrius bewusst nicht fest, das sei sehr individuell. Interessant ist sein Beispiel: Einer der größten Investoren der Plattform arbeitet ausschließlich mit dem Fund und ist mit 9 % zufrieden. Wer breit über 100 Kredite streut, braucht den Fund aus seiner Sicht dagegen nicht, weil die Kredite über die Zeit ohnehin zurückkommen. Sein Rat an Neueinsteiger lautet: Auto-Invest-Preset wählen, nicht manuell nach den besten Krediten jagen, und einfach anfangen. Den kleinen Verkaufsdruck in diesem „einfach anfangen“ ordnen wir im Podcast ein.

Wie wir das Savy-Interview fanden

Uns hat das Gespräch mit Audrius positiv überrascht. Er hat die eine Zahl geliefert, die uns auf der Webseite immer gefehlt hat, und dazu die vertragliche 14,7 % und den realen Cashflow von rund 12 % nebeneinandergestellt, statt nur die schöne Vertragszahl zu verkaufen. Auch die unbequemen Punkte hat er nicht weggeredet: den Cash-Drag bei Konsumkrediten, die sinkenden Renditen durch mehr Wettbewerb, die noch fehlende E-Geld-Lizenz.
Bei einer unregulierten Plattform wäre uns das aufgestoßen, hier passt es zum nüchternen Auftritt eines Ex-Bankers mit 20 Jahren Erfahrung.
Offen bleibt für uns vor allem, wie genau die Eigenbeteiligung der Plattform pro Kredit strukturiert ist, das wäre die erste Frage für ein nächstes Gespräch.

Meine Savy Erfahrungen und mein Savy Fazit

Seit Juni 2026 bin ich bei Savy investiert. Lange stand die Plattform nur auf meiner Beobachtungsliste, das 10in10-Interview mit CEO Audrius Žiugžda hat dann den Ausschlag für einen ersten Test gegeben.

Was mich überzeugt: Savy ist eine der wenigen baltischen Plattformen mit eigenem Kreditbuch und vollem ECSP-Lizenz-Stack inklusive nationaler Verbraucherkredit- und Hypothekenlizenzen. Dass die Plattform reguliert ist, nimmt mir das regulatorische Risiko als Sorgenposten, und ich mag echtes P2P mit direkten Forderungsrechten ohnehin lieber als reine Marktplatz-Konstrukte. Dazu das CEO-Profil: Audrius Žiugžda war Anfang dreißig schon CEO der SEB Bankas Litauen und mit langjähriger Erfahrung im Kreditgeschäft bei Savy.

Mein Savy Dashboard
Mein Savy Dashboard

Der Hauptgrund für meine frühere Zurückhaltung war die fehlende ehrliche Renditezahl. Savy publiziert nur den Durchschnittszins, nicht das, was nach Ausfällen real beim Anleger ankommt. Genau diese Lücke haben Lars und ich im Podcast angesprochen, und Audrius hat geliefert: rund 11 bis 12% realer Cashflow-Ertrag bei Konsumkrediten vor Steuern, endgültige Verluste unter 0,1%, Recovery im Schnitt vier Jahre. Nach deutscher Abgeltungsteuer und etwas Cash Drag bleibt nach meiner Modellrechnung eine Nettorendite um die 8% für ein gut gestreutes Konsumkredit-Portfolio. Mit der etwas riskanteren Mischung, die ich gewählt habe, peile ich Richtung knapp 10% an. Für ein echtes-P2P-Modell ist das für mich absolut okay.

Worauf ich achte: Die 11 bis 12% sind Angaben der Plattform, vor Steuern, und sie hängen an der vier-Jahre-Recovery. Eine mündliche CEO-Auskunft ist nicht dasselbe wie eine geprüfte, dauerhaft öffentliche Netto-Rendite-Statistik. Die würde ich mir weiterhin wünschen. Aber das Bild ist jetzt klar genug, dass ich den Einstieg gewagt habe.

Mein Setup nach den ersten Tagen: Ich fahre den Auto-Invest auf der Strategie Balanced, leicht nach oben geschärft, also mit ein paar riskanteren Ratings dazu, und habe mittlerweile auch die A Kredite hinausgenommen für mehr Risiko und hoffentlich Rendite.
Natürlich nutze ich keinen Investor Funds ich spekuliere auf weiterhin gutes Recovery und den Schluck mehr Rendite dadurch …
Pro Kredit gehen 15 Euro rein, gelegentlich investiere ich zusätzlich manuell 10 Euro in das, was gerade verfügbar ist. Bisher nur Konsum- und Immobilienkredite, Geschäftskredite habe ich vorerst ausgeklammert. Aktuell stehe ich bei rund 1.100 Euro über knapp 90 Kredite verteilt, bei einem Durchschnittszins von knapp 12%. Für ein paar Tage geht das einwandfrei voran, die ersten 100 Kredite dürften bald zusammen sein.

Savy Erfahrungen Portfolio Report anlegen savy portfolio
Mein Savy Portfolio

Die 100 Kredite sind nur die erste Diversifikations-Marke. Perspektivisch will ich einen Sockel von mindestens 5.000, eher 10.000 Euro aufbauen. Mit 15 Euro pro Kredit lande ich dann schnell bei mehreren Hundert Positionen, mal sehen, ob ich die Stückelung mittelfristig hochsetze.
Dass ich mit Finbee und Neofinance schon zwei litauische Konsumkredit-Plattformen halte, habe ich im Hinterkopf, das Litauen-Klumpenrisiko wächst mit Savy weiter. Deshalb taste ich mich bewusst langsam heran, statt gleich groß einzusteigen.

Mein Zwischenfazit: Savy ist für mich von der Beobachtungsliste in den echten Test gewandert. Das CEO-Profil, der Skin in the Game, die ECSP-Lizenz und die nachgelieferten Zahlen ergeben ein stimmiges Bild. Ob daraus eine größere Position wird, hängt davon ab, wie sich die Rendite über die nächsten Monate real entwickelt.

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Und wie sieht es bei euch aus, fahrt ihr Savy eher mit dem Investors‘ Fund oder die klassische Variante?

Zuletzt aktualisiert am: 3. Juli 2026

Haftungsausschluss & Interessenkonflikt
Dieser Artikel ist ein Werbebeitrag. Ich erhalte eine Provision, wenn du dich über die enthaltenen Affiliate-Links registrierst und investierst. Dennoch investiere ich mein eigenes Kapital und habe selbst „Skin-in-the-game".

Ich besitze keine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO und bin nicht von der BaFin zugelassen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar.

Auf fast allen Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Investitionen in P2P-Kredite und vergleichbare Vermögensanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalausfall verbunden. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich.

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