P2P Kredite

Überzeugen wir Verbraucherschützer Patrick von P2P Krediten für Aktien-Anleger?

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In dieser Folge des P2P-Cafés begrüßen wir Patrick – Co-Host des Podcasts Kapitaler Unfug an der Seite von Thomas Beutler. Gemeinsam mit Thomas klärt er rund um Versicherungen, Geldanlage und die schwarzen Schafe der Branche auf – also im Namen des Verbraucherschutzes aktiv und immer ein bisschen kritisch unterwegs. Patrick ist 36, Single, ohne Kinder und investiert zu rund 120 % in Aktien: knapp 100 Einzeltitel, dazu Optionen und ein gut gepflegter Wertpapierkredit.

Klingt erstmal nicht nach P2P-Klientel. Patrick und Thomas Beutler schauen sonst dort genauer hin, wo viele lieber wegschauen: undurchsichtige Anlageprodukte, fragwürdige Versicherungs-Konstrukte, überteuerte Finanzdienstleister. Diese kritische Brille bringt er ins P2P-Café mit. Lars und ich versuchen, einen Aktien-Anleger mit Optionsstrategie und Margin-Konto davon zu überzeugen, dass P2P Kredite für Aktien-Anleger als Diversifikation Sinn ergeben können.

 

Wie immer sind Lars Wrobbel und ich auch durch die aktuellsten P2P Nachrichten marschiert. Knapp 90 Minuten reden wir über P2P Kredite, Aktien, Optionen, BDCs, die Invest 2026 – und am Ende noch über Lars‘ neueste Spar-Obsession.

In den Shownotes finden sich die ganzen Fragen, Fakten und viele weitere Details zu den von uns besprochenen Podcast-Themen.

Unser Podcast Sponsor ist ViaInvest, die regulierte lettische P2P Kredite Plattform mit aktuell 11-13.2% Zinsen und Rückkauf Versprechen.
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Viel Spaß mit der Folge und den Shownotes:

oder gleich direkt anhören:

Noch mehr Details gibt es wie immer im Podcast!

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Unsere P2P-Kredite News

Was sich bei Lars und mir in den letzten Wochen getan hat – mit Schwerpunkt auf der Invest 2026 in Stuttgart und einem ziemlich konkreten Eigenheim-Projekt von Lars in Lettland.

Invest 2026: Aus P2P wird „Festzins“

Mein Highlight war ganz klar die Invest in Stuttgart – die große „Finanzpornografie-Messe“, wie ich sie gerne nenne. Brechend voll, und der eigentliche Wert lag für mich weniger in den Ständen als in der Community-Tafel am Abend mit gut 20 Leuten.

Was mich auf der Messe inspiriert (und ein bisschen alarmiert) hat: Die lettischen Plattformen probieren ein neues Branding. Das Wort P2P-Kredite stand am Gemeinschaftsstand nicht ein einziges Mal. Stattdessen prangte überall „Festzins“. Bei Mintos haben sie mir das direkt erklärt: weg vom etwas schmuddeligen P2P-Image, hin zur Festzins-Plattform. Der Stand wurde übrigens zur Hälfte vom lettischen Wirtschaftsministerium (mit EU-Mitteln) mitfinanziert.

Dazu passt ein schöner Satz aus dem aktuellen Video von Professor Walz, der Hermann Josef Abs zitiert: „Ich kann Ihnen jede Verzinsung bieten, wenn Sie im Gegenzug auf die Rückzahlung des Kapitals verzichten.“ Genau darum geht es. „Festzins“ klingt nach Festgeld, ist es aber nicht – und das gehört ehrlich kommuniziert. Wenn ich „Festzins“ schreibe, steht der Risikohinweis daneben. Ausführlicher habe ich das Branding in P2P Kredite sind tot, lang lebe der Festzins – 13 % Rendite und was dahinter steckt zerlegt.

Lars sieht das Branding kritisch („irreführend, weil es eine Sicherheit suggeriert, die so nicht da ist“). Patrick dagegen sagt offen: „Ich persönlich finde das Marketing durchaus attraktiv. Mich hat das tatsächlich angesprochen.“ Das Marketing funktioniert also genau bei dem Profil, das es ansprechen soll.

Ein paar Messe-Anekdoten am Rande: Bei Triple Dragon Funding haben Lars und ich Mario Kart gespielt. Lars hat mir nichts geschenkt, ich wurde Zwölfter, er Erster. Und das Thema „Marketing mit jungen Damen am Stand“ ist allen am Tisch nicht entgangen.

Lars verbreitert das P2P-Portfolio auf mehrere Schultern

Bei Lars läuft das P2P-Portfolio aktuell „super ruhig vor sich hin“ – und er nutzt die Phase, um die zweite Reihe aufzubauen. Sein öffentlich geführtes Portfolio hat im ersten Quartal die Schwelle von 7.000 Euro Zinsen pro Monat erstmals geknackt. Anfang des Jahres lagen rund 50 % seines Volumens auf nur vier Plattformen, mittlerweile sind es sechs.

Lars‘ Hinweis zu zwei seiner Aufstockungs-Kandidaten ist für Aktien-Anleger durchaus relevant:

  • Capitalia: zahlt unregelmäßiger als die klassischen Konsumkredit-Plattformen, daher braucht man hier eher einen höheren fünfstelligen Betrag, um zählbare Monatszinsen zu sehen.
  • Crowdpear: ähnlich – Lars veranschlagt rund 20.000 bis 25.000 Euro, damit überhaupt regelmäßig etwa 100 Euro Zinsen pro Monat reinkommen, weil die Plattform manchmal quartalsweise oder gebündelt zahlt.

Asterra Estate: Eigenheim in Lettland und neue Bank-Refinanzierung

Das zweite große Thema bei Lars: Sein Astera-Village-Haus wird konkret. Beim letzten Riga-Besuch hat er sich die fertigen Häuser angeschaut, mittlerweile liegt ein Vertrag in der Vorbereitung. Keine klassische Vermietung als Investment, sondern eine Mischung aus Eigennutzung (Geschäftsreisen, Familie) und langfristiger Auslands-Immobilien-Option für die Steuer. Den Interessenkonflikt aus seiner Zusammenarbeit mit Asterra macht er dabei selbst transparent.

Der Preis: gut 300.000 Euro, fertig eingerichtetes Holzhaus in CLT-Bauweise mit Küche, Möblierung, Bett, Lampen – Matratze drauf, einziehen. Patrick hat hier direkt nachgehakt, ob nicht das Geld anlegen plus Hotels günstiger wäre. Lars ordnet das Projekt selbst ehrlich als Lifestyle-Entscheidung ein, nicht als reines Investment.

Auf der Plattform-Seite gibt es bei Asterra Estate eine wirklich gute Nachricht: Asterra hat einen Vertrag mit der Industrabank (kleine lettische Bank) geschlossen und eine Kreditlinie über 3 Millionen Euro zur Refinanzierung der bereits über Privatanleger vorfinanzierten Häuser. Das initial sehr risikoreiche Projekt sinkt damit spürbar im Gesamtrisiko – allerdings werden auf der Plattform die Zinsen entsprechend zurückgehen. Weniger Risiko, weniger Zins. Ob ich angesichts der neuen Konstellation aufstocke, habe ich im Asterra Update Mai 2026 durchgerechnet.


Die in der Episode erwähnten Plattformen

In dieser Folge haben wir – passend zum Patrick-Profil – eher die Einstiegs-Plattformen und die wirklich diversifizierbaren echten P2P-Anbieter angeschaut. Plus die üblichen Verdächtigen aus den News.

In der Episode wurden folgende Plattformen genannt und besprochen:

  • Bondora (Meine Erfahrungen) – als möglicher Einstiegspunkt für Patrick. Schon ab 1 bzw. 10 Euro nutzbar, einfache Bedienung, 18 Jahre am Markt.
  • Mintos (Meine Erfahrungen) – im Kontext des Festzins-Brandings auf der Invest 2026 ausführlich diskutiert.
  • Capitalia (Meine Erfahrungen) – baltische KMU-Finanzierung, „eine der besten Adressen schlechthin, was die Professionalität angeht“. 2,5 % Skin in the Game pro Kredit. Ab 25 Krediten hatte historisch niemand eine Negativrendite.
  • Lande (Meine Erfahrungen) – die Agrarkredit-Plattform, die für Patricks Profil besonders spannend sein könnte (er möchte gerne in Bereiche, die mit seinem Aktienportfolio möglichst wenig kollidieren). Mindestanlage 50 Euro, Ausfallrate aktuell rund 3,6 %.
  • Crowdpear – Lars erwähnt, dass die Plattform regelmäßig hohe Beträge gebündelt zahlt und daher eher ab dem hohen vierstelligen Bereich Sinn ergibt.
  • Asterra Estate (Meine Erfahrungen) – Refinanzierung über die Industrabank, Lars‘ geplantes Eigenheim im Astera Village.
  • VIAINVEST (Meine Erfahrungen) – der Sponsor der Episode. Reguliert, schnell, aktuell rund 13 % Zinsen.
  • Triple Dragon Funding (Meine Erfahrungen) – Schauplatz unseres legendären Mario-Kart-Duells auf der Invest 2026.
  • Lendermarket (Meine Erfahrungen) – kurz im Messe-Kontext erwähnt.
  • Monefit (Meine Erfahrungen) – die Plattform, auf die Lars sein Lendermarket-Geld umgezogen hat.
  • inRento (Meine Erfahrungen) – kein Auto-Invest, Kredite oft innerhalb von Minuten weg, daher meine ehrlichste Strategie: erst investieren, dann lesen.
  • Nectaro (Meine Erfahrungen) – als Beispiel für eine klassische Buyback-Plattform, bei der Diversifikation über einzelne Kredite weniger wichtig ist als das Vertrauen in den Kreditanbahner.

Mehr Details gibt es natürlich wie immer nur im Podcast…

Gast im Fokus: Verbraucherschützer Patrick

Patrick ist 36, Single, ohne Kinder – für ihn ein bewusster Rahmen für mehr Risikobereitschaft. Bekannt geworden ist er als Co-Host des Podcasts Kapitaler Unfug an der Seite von Thomas Beutler. Die beiden klären zu schwarzen Schafen, undurchsichtigen Produkten und überteuerten Finanzdienstleistern auf – mit klarer Verbraucherschutz-Mission.
Hauptberuflich ist Patrick im Versicherungsbereich unterwegs (Schwerpunkt Sachversicherungen) und betreibt parallel eine Webdesign-Agentur.

P2P Kredite für Aktien-Anleger Patrick ja oder nein?

Mit Thomas Beutler verbindet ihn nicht nur der Podcast, sondern auch ein gemeinsamer Ort und eine gemeinsame Grundhaltung: kritisch hinschauen, ehrlich kommunizieren, Provisions-Mechaniken offenlegen statt sie zu kaschieren.

Patrick beschreibt selbst sehr offen, wie schwierig es als Vermittler ist, jenseits von Honorarberatung frei zu agieren: „Ich bemühe mich, so nah wie möglich an der guten Seite dran zu bleiben.“ Die gleiche Mechanik überträgt er anschließend auf das, was er bei P2P-Plattformen sieht – und vergleicht es mit dem, was wir Blogger tun:

Wenn ihr seht, dass da zu viele Sachen schwierig sind, steigt ihr aus, dann macht ihr keine Werbung dafür.Patrick im P2P-Café

Trifft den Punkt. Diese Außenperspektive auf unsere Branche ist der Grund, warum das Gespräch sich lohnt.

Patricks Portfolio: 120 % Aktien, 0 % P2P

Patricks Allokation ist – freundlich formuliert – auf eine Anlageklasse konzentriert. Er beschreibt sein Portfolio als rund 120 % Aktien, weil er bewusst mit Wertpapierkrediten arbeitet.

AnlageklasseAnteil (ungefähr)
Einzelaktien~95 %
ETFs (historisch gewachsen)~5 %
Hebel über Wertpapierkredit (zusätzlich)~20 %
Kryptowährungen0 %
P2P Kredite0 %
Sein Einzelaktien-Portfolio umfasst knapp 100 Titel, gestreut über mehrere Depots: Interactive Brokers (riskanter, mehr Wachstumstitel), Scalable Capital, Smart Broker und weitere deutsche Broker. Patrick versteht das Ganze als „eigenen ETF“: einmal gekauft, in der Regel nie wieder verkauft – es sei denn, eine Position fliegt aus offensichtlich-fundamentalen Gründen raus (Beispiel: Wirecard).

Seine Bucket-Logik in Kurzform: Auf jedem Depot liegt eine Dividendenaktien-Basis, die die Zinsen für den Wertpapierkredit erwirtschaftet. Darüber liegen die Wachstumstitel – die liefern mittelfristig die eigentliche Rendite, ohne aber Cashflow zu generieren. Genau dort setzen seine Optionsstrategien an.

Wertpapierkredit, Optionen und das Risiko, das man nicht sieht

Im Podcast gibt es einen praxisnahen Einblick in zwei Werkzeuge, die viele Aktien-Anleger meiden – und die, wie Patrick offen einordnet, „durchaus gefährlich“ sind, wenn man kein Risikomanagement mitbringt.

  • Wertpapierkredit (Margin) – Patrick nutzt die Lombardlinien von Interactive Brokers, Scalable und Smart Broker. Bei IBKR ist er „durchaus mal ein bisschen stärker ausgereizt“. Lars wirft ein, dass auch klassische Kreditkarten (Amex Business: 60 Tage Kreditlinie) als Hebel funktionieren – ein Hinweis, den Patrick mit „mache ich morgen, klingt super“ und einem Lachen quittiert.
  • Covered Calls – Verkauf einer Call-Option auf bereits gehaltene Aktien. Patrick gibt damit einen Teil seines Upside-Potenzials ab, bekommt aber direkt eine Prämie ausgezahlt. Bei Wachstumstiteln wie Amazon kommt er auf 10 bis 20 % p.a. in guten Phasen – „nicht ohne Risiko, das Risiko ist halt jetzt ein anderes“. Wichtig: nur auf Titel, die er tatsächlich hält. Ungedeckte Calls gehen für ihn nicht.
  • Cash Secured Puts – Patrick hat in der Vergangenheit auf Indizes wie den Russell 2000 (IWM) Puts geschrieben. Sein Reflex damals: 50 Euro Prämie mitnehmen. Sein heutiges Urteil: „Hallo, ich riskiere theoretisch fast 100.000 Euro für so eine kleine Auszahlung. Ich weiß nicht, ob sich das wirklich lohnt.“

Am Anfang hat Patrick mit Put-Optionen „ordentlich Geld verloren“, weil er das Risiko unterschätzt hatte. Sein Mindest-Anlagebetrag, ab dem Optionen für ihn überhaupt diversifizierbar werden, liegt bei 10.000 Euro – darunter sei „das Thema Diversifikation ein komplettes Unding“.

Wer Optionen, Aktien und ETFs auf einer Plattform mit deutschsprachigem Service handeln möchte, schaut sich vielleicht CapTrader an – der deutsche IBKR-Reseller mit voller IBKR-Infrastruktur, Zugang zu praktisch allen großen Börsen und einem Lombardkredit ab rund 4,5 % im Hintergrund. Ich habe darüber selbst meine Optionen gehandelt.

Schöne Nebenbemerkung zur MiFID-Regulierung: Während man als deutscher Privatanleger keinen US-ETF mehr kaufen darf (KID fehlt), kann man problemlos mit Optionen das ganze Depot in Minuten leerräumen – oder über tief im Geld liegende Puts einen ETF eben doch einbuchen lassen. Lars trocken: „Die Regulierung geht voll an dem vorbei, was sie eigentlich verhindern soll. Das schützt am Ende niemanden.“

Tasty Trade – der US-Broker für genau diese Lücke
Wer als EU-Bürger doch direkt US-Aktien und US-domizilierte ETFs (SPY, VOO, QQQ & Co.) handeln möchte, kann seit ein paar Jahren bei Tasty Trade ein Konto eröffnen – ein US-Broker, der EU-Residents (auch aus Deutschland) explizit zulässt. Stocks und ETFs zu 0 % Kommission, finanziert über Optionen- und Futures-Gebühren. Reguliert über SEC und FINRA, SIPC-Einlagensicherung bis 500.000 USD. Funding läuft über USD-Überweisung, Steuer-Reporting bleibt natürlich Sache des deutschen Anlegers.

Warum keine Kryptos? Die Generationswechsel-These

Patrick hat in der Vergangenheit Kryptowährungen getradet, ist aber heute komplett raus. Seine Begründung ist zweischichtig:

  • Hebel im Hintergrund: Patrick sieht im Bitcoin-Treasury-Markt – Stichwort MicroStrategy & Co. – einen ähnlichen Margin-Mechanismus wie bei Aktien, nur in deutlich größerem Maßstab und ohne dieselbe Transparenz. Lars stimmt zu: „Wenn so eine Strategy untergeht, gute Nacht, Crypto.“
  • Generationswechsel: Patricks originellere These: Kryptowährungen sind generationengebunden. So wie Facebook in den Augen jüngerer Nutzer zur „Rentnerplattform“ wurde, könnte irgendwann ein Generationswechsel den heutigen Krypto-Stack ablösen – mit der harten Konsequenz, dass eine Währung, die keiner mehr haben will, auch keinen Wert mehr hat.

Sein Kernpunkt: „In praktisch jeder Anlageklasse stehen irgendwelche Earnings dahinter. Bei Krypto hast du einfach nur Angebot und Nachfrage.“ Eine Position, die ich zum größten Teil mitgehen würde. Wobei wir einräumen, dass das Zocken in einigen Ecken (Stichwort: Polymarket) mittlerweile auf der Blockchain stattfindet – das Wettbüro bringt also wenigstens ein bisschen Krypto-Kontakt mit.

P2P Kredite für Aktien-Anleger: Wo könnte Patrick einsteigen?

Patrick interessiert sich seit rund zwei Jahren für BDCs (Business Development Companies). Hier liegt die wichtigste Beobachtung des Gesprächs: BDCs und P2P Kredite haben ein sehr ähnliches Risikoprofil – nur sehen wir bei BDCs jede Schwankung im Kurs, bei P2P Krediten nicht. Patricks eigene Formulierung:

Das ist das Phänomen: Ich kaufe ein schönes Haus, theoretisch könnte es morgen nur noch die Hälfte wert sein – aber ich sehe es nicht.Patrick zur P2P-Volatilität

Dieses Schaufenster-Phänomen ist für uns Investoren ein Argument: P2P Kredite für Aktien-Anleger als ergänzende Position. Drei Punkte sprechen aus unserer Sicht dafür:

  1. Geringe Korrelation zum Aktienmarkt: Lars und ich haben jetzt rund 10 bzw. 11 Jahre P2P im Portfolio und kein einziges Jahr negativ abgeschlossen – auch nicht in Corona, Ukraine-Krieg oder Zinswende.
  2. Zugang zu Konsumentenkrediten: Über BDCs in Europa kommt man da praktisch nicht ran, auch in den USA ist die Auswahl dünn. P2P-Plattformen sind hier die verfügbare Tür.
  3. Echtes P2P statt Plattformrisiko: Bei Plattformen wie Capitalia (2,5 % Skin in the Game) oder Lande trägt man das einzelne Kreditausfallrisiko, dafür funktioniert der Eintreibungs-Mechanismus, weil die Plattform mitverdient bzw. mitverliert. Eine andere Welt als das Kreditgeber-Konzentrationsrisiko auf reinen Marktplätzen.

Patrick hat zudem einen klaren Wunsch geäußert: möglichst Bereiche, die wenig mit seinem Aktien-Portfolio kollidieren. Immobilienaktien hält er bereits, daher ist Asterra für ihn kein heißer Kandidat. Lande mit den Agrarkrediten dagegen hat ihn neugierig gemacht.

Diversifikation: 25, 50 oder 100 Projekte?

Patrick fragt: Wie viele Plattformen und wie viele Einzelkredite braucht man, damit P2P statistisch funktioniert? Ich bin hier eher Team breite Diversifikation, Lars argumentiert mit Anlagebetrag (seine 750.000 Euro würde er nicht auf fünf Plattformen verteilen). Aus dem aktuellen Capitalia-Gespräch habe ich konkrete Zahlen mitgebracht:

Anzahl Kredite (Capitalia, historisch) Was passiert mit der Rendite?
ab 25 Krediten Niemand hatte historisch eine Negativrendite seit Plattform-Start.
ab 50 Krediten Streuung auf rund 5 % über/unter dem Mittel.
ab 100 Krediten Annäherung an den langfristigen Durchschnitt (rund 7–12 % je nach Risikoprofil).

Auf Lande übertragen: Bei 50 Euro Mindestanlage und 100 Projekten landet man bei rund 5.000 Euro Kapitaleinsatz – auf Capitalia bei 200 Euro Mindestanlage entsprechend bei 20.000 Euro. Für einen Einsteiger wie Patrick wären die Lande-50-Euro-Tickets sympathischer.

Wer mit Buyback-Plattformen wie Mintos, Nectaro oder Bondora startet, kann auch mit kleinem Kapital arbeiten. Hier liegt das Risiko nicht in der Kreditzahl, sondern im einzelnen Kreditgeber bzw. in der Plattform selbst. Bondora liefert Lars als Einstieg gleich mit: „kein Tagesgeld-Ersatz, aber ein Einstieg in die Welt der P2P-Kredite. Ein Unternehmen, das schon 18 Jahre am Markt ist.“

Wer das Schritt für Schritt aufbauen will – exakt der Patrick-Fall – findet bei mir die P2P-Anfänger-Serie in drei Teilen:


Schöne Lande-Story am Rande: Manche Kredite sind mit Maschinen besichert – nur war eine dieser Maschinen bei einem Ausfall „nicht mehr auffindbar“. Land lässt sich verkaufen, eine davongefahrene Maschine eher nicht.

Lars‘ Cliffhanger: Flugmeilen statt Cashback

Für die Hardcore-Hörer hat Lars am Ende seine neueste Spar-Obsession ausgepackt – und sie hat mit P2P nur am Rand zu tun.

Lars hat seine Cashback-Kreditkarten eingemottet und stattdessen ein Flugmeilen-Konstrukt aufgebaut, weil ihn das Fliegen in Economy mit Kleinkind erschöpft und Business-Class-Preise zugleich abschrecken. Die wichtigsten Bausteine:

  • 100.000 € im Revolut RevPocket: Auf der höchsten Staffel bringt das täglich 700 RevPoints, also rund 270.000 Punkte pro Jahr. RevPoints lassen sich bei 14 Partnerprogrammen 1:1 in Flugmeilen umtauschen (Schwerpunkt One World, British Airways & Co.). Geld jederzeit verfügbar, innerhalb der Revolut-Einlagensicherung von 100.000 Euro.
  • Drei Miles & More Kreditkarten (Privat, Geschäft, Partnerkarte) – decken die Star-Alliance-Welt um Lufthansa ab. Zusammen unter einem Viertel der Amex Platinum (~850 €/Jahr) bei deutlich breiterer Akzeptanz.
  • Payback-Kopplung: Miles & More und Payback sind verknüpft – ein Payback-Punkt entspricht einer Flugmeile. Aktionscoupons multiplizieren den Effekt: Beim 45-fach-Coupon bei DM mit Sensodyne kommt Lars auf rund 26 Cent pro ausgegebenem Euro. Die Zahnpasta verbraucht er wirklich – sonst kippt der Trick ins Absurde.

Sein Fazit, das ihn selbst überrascht hat: „Ich habe immer gedacht, das ist Payback-Scheiß. Aber wenn man sich das mal anschaut, ist es am Ende profitabler als eine 1-%-Cashback-Karte.“ Patrick stimmt zu – beide gestehen, dass man dafür gut zehn Apps auf dem Handy braucht. Patricks Hinweis: Payback-Punkte lassen sich offiziell auch in Euro auszahlen (ein Punkt = ein Cent).

Wer mehr will: Lars empfiehlt meilenoptimieren.com als Einstiegspunkt ins Rabbit Hole. Mich erinnert das Ganze an die alten Konto-Hacks früherer Jahre – nur dass man hier keine Verträge stapelt, sondern echte Konsumumsätze in Punkte umwandelt.

Fazit & Ausblick

„Das ist das Phänomen: Ich kaufe ein schönes Haus, theoretisch könnte es morgen nur noch die Hälfte wert sein – aber ich sehe es nicht.“
Patrick haben wir nicht zu 100 % aus seiner Aktien-Welt gelockt – ganz unbeeindruckt entlassen wir ihn aber auch nicht. Sein Profil – breit gestreutes Einzelaktien-Portfolio, Optionen, Wertpapierkredit, kein Krypto, kein P2P – ist eine klare Position. Genau dadurch wird das Gespräch für viele Hörer aus der „aktien-zentrischen“ Ecke interessant.

Was hängenbleibt: P2P Kredite für Aktien-Anleger sind kein Selbstläufer, aber sie liefern zwei Dinge, die das klassische Aktien-Depot nicht liefert: einen Cashflow, der nicht im Takt der Earnings-Calls schwankt, und einen Zugang zu Konsumenten- und KMU-Krediten, den BDCs in Europa schlicht nicht abdecken. Für jemanden wie Patrick, der ohnehin schon mit ähnlichen Risikoprofilen in BDCs arbeitet, wäre das eine konsequente Erweiterung – wenn er sich auf die nicht sichtbare Volatilität einlassen kann.

Drei Dinge, die wir im Auge behalten:

  • Ob Patrick wirklich seinen ersten Plattform-Account eröffnet (Lars tippt auf Lande, ich auf Capitalia, vielleicht klappt auch nur ein Bondora-Testlauf).
  • Wie sich die Festzins-Umetikettierung der lettischen Plattformen weiterentwickelt – und ob die Strategie aufgeht, P2P-Kredite künftig unter diesem Label zu verkaufen.
  • Und natürlich: Lars‘ Hausbau. Wenn der Podcast erscheint, steht vermutlich schon die Unterschrift.

Schöne Idee zum Schluss von Lars: ein Double-Feature mit dem Team von Kapitaler Unfug – Patrick und Thomas Beutler treffen Lars und mich, zwei gegen zwei. Mal sehen, ob wir das hinbekommen.

Im Telegram Kanal von Lars bekommt ihr alle Informationen zu zukünftigen P2P Cafés und (virtuelle) Community Treffen mit, und könnt auch mit uns diskutieren!

Wie immer freuen wir uns über euer Feedback und meldet euch gerne bei uns, wenn ihr auch unser Gast sein möchtet. Und scheut euch nicht, eure Fragen zu stellen!
Lust auf mehr – alle P2P Cafe Folgen im Überblick…

Haftungsausschluss & Interessenkonflikt
Dieser Artikel ist ein Werbebeitrag. Ich erhalte eine Provision, wenn du dich über die enthaltenen Affiliate-Links registrierst und investierst. Dennoch investiere ich mein eigenes Kapital und habe selbst „Skin-in-the-game".

Ich besitze keine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO und bin nicht von der BaFin zugelassen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar.

Auf fast allen Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Investitionen in P2P-Kredite und vergleichbare Vermögensanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalausfall verbunden. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich.

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