Willkommen zurück in der P2P-Kredite Anfängerserie! Im ersten Teil unserer P2P Bäckerei (den du hier findest) haben wir den „Keksboden“ gelegt und uns mit den absoluten P2P Grundlagen und Bondora Go & Grow beschäftigt. Heute kümmern wir uns um den Biskuit. Wieder ein paar Grundlagen und gleich zwei weiteren Plattformen für dein P2P Portfolio.
Vielleicht hast du dich auch schon von Werbebannern blenden lassen: „13 % Zinsen, sicher dank Rückkaufgarantie!“. Klingt nach einem kostenlosen Mittagessen, oder? Aber wer an den risikolosen Zins glaubt, hat das Spiel noch nicht verstanden. Heute schauen wir hinter die Kulissen der berühmten „Buyback-Garantie“, lernen den Unterschied zwischen Marktplätzen und Einzelanbahnern kennen und nehmen zwei der wichtigsten Plattformen Europas ins Portfolio: Twino und Mintos.
Außerdem machen wir einen kurzen, schmerzlosen Ausflug in das deutsche Steuerrecht für P2P-Investoren. Also, Schürze umbinden, es geht ans Eingemachte!
Zuletzt aktualisiert am: 10. Februar 2026
⚠️ Werbung | Risikowarnung Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du dich über diese Links registrierst und investierst, erhalte ich eine Provision. Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.
Um was geht es heute?
Der Mythos „Rückkaufgarantie“: Ein Sicherheitsnetz mit Löchern?
Bevor wir Geld investieren, müssen wir einen Begriff klären, der in der P2P-Szene inflationär gebraucht wird: Die Rückkaufverpflichtung (Buyback Obligation).
Das Prinzip klingt traumhaft: Ein Kreditnehmer in Polen zahlt seine Rate nicht? Kein Problem. Der Kreditgeber kauft den Kredit von dir zurück und erstattet dir die Investition plus Zinsen. Du merkst vom Ausfall gar nichts.
Und das ist tatsächlich auch so, zumindest so lange alles gut läuft.
Damit wir uns nicht falsch verstehen Buyback ist eine feine Sache wichtig ist es nur zu verstehen wie das ganzhe funktioiniert und auf was du dich eben einlässt
Die Risio-Verschiebung
Früher, im klassischen Crowdlending, trugst du das Risiko, dass Max Mustermann seinen 500 € Kredit nicht zurückzahlt. Diese Plattformen gibt es auch heute noch, werden allerdings von Plattformen mit einem Rückkaufversprechen verdrängt.

Und mit der Buyback-Struktur ändert sich das Risikoprofil nun grundlegend:
- Vorteil: Du musst nicht mehr jeden einzelnen Kreditnehmer prüfen. Einzelne Kreditausfälle werden vom Kreditgeber abgefangen.
- Nachteil (Das Plattformrisiko): Dein Risiko konzentriert sich nun auf den Kreditgeber (Loan Originator). Wenn dieser schlecht wirtschaftet und pleitegeht, kann er auch das Rückkaufversprechen nicht mehr einlösen. Dann fällt nicht ein einzelner Kredit aus, sondern potenziell dein ganzes Investment bei diesem Anbieter.
Ist das ein Grund zur Panik? Nein. Aber es ist der Grund, warum wir uns die Anbieter hinter den Krediten genau ansehen müssen. Der einzelne Kredit interessiert dich dann überhaupt nicht mehr, ganz im Gegensatz zum Kreditgeber.
Ein guter P2P Kredite Marktplatz fungiert hier als Gatekeeper, der die Interessen der Investoren vertritt – notfalls auch vor Gericht. Dazu kommen wir später noch.
Daher schauen wir uns exemplarisch einen einzelnen Kreditgeber an, der eine einzelne Plattform betreibt und auch noch gut in dein Startportfolio passt.
Twino: Der spezialisierte Einzelanbahner (Der Biskuit-Teig)
Fangen wir mit einer Plattform an, die übersichtlich und solide ist. Twino ist ein echtes Urgestein aus Riga (Lettland), seit 2016 am Markt und mittlerweile eine regulierte Investmentfirma.

Was macht Twino besonders?
Im Gegensatz zu Marktplätzen investierst du hier (fast) ausschließlich in Kredite der eigenen Unternehmensgruppe. Twino vergibt die Kredite selbst (primär in Polen) und bietet sie dir zur Refinanzierung an. Es gibt hier also keine „fremden“ Kreditgeber.
Seit sie reguliert sind, investierst du technisch gesehen nicht mehr in Kreditverträge, sondern in forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities). Das bringt uns Investoren mehr Transparenz und Sicherheit durch die Aufsicht der lettischen Zentralbank.
- Rendite: Aktuell ca. 12 % p.a.
- Laufzeiten: Meist kurzfristig (Konsumkredite, ca. 12 Monate).
- Transparenz: Twino veröffentlicht Geschäftsberichte und ist profitabel.
- seit 2016 am Markt und reguliert
- 22.000 Investoren
- 1.2 Milliarden finanziertes Kreditvolumen
- Track Record: Twino hat Krisen (Corona, Russland-Krieg) überlebt. Russische Kredite werden zurückgezahlt, philippinische Kredite wurden komplett inklusive Zinsen erstattet.
Was dich am meisten interessieren sollte, sind die Zahlen bei Twino aus ihrem Geschäftsbericht. Ist die Firma profitabel und solide aufgestellt (ja aktuell schon).
Und diese Frage musst du dir Jahr für Jahr erneut stellen
Meine Einschätzung zu Twino
Ich bin selbst mit über 2.100 € investiert und habe bereits über 1.150 € Zinsen kassiert. Was mir gefällt: Sie haben ihr Kerngeschäft in Polen trotz regulatorischer Verschärfungen im Griff. Der Zweitmarkt ist sehr liquide – wenn du dein Geld brauchst, kannst du deine Anteile meist innerhalb von Minuten (gegen einen kleinen Abschlag) verkaufen.
Anmelden bei Twino & 2% Extra Cashback erhalten
Einiges mehr zu Twino findest du in meinem Twino Erfahrungsbericht hier im Blog
Mintos: Der Marktplatz-Gigant (Die Skalierung)
Wenn Twino eine spezialisierte Bäckerei ist, dann ist Mintos der riesige Großmarkt. Mintos ist der größte P2P-Marktplatz in Europa. Hier findest du nicht nur einen Kreditgeber, sondern über 30 verschiedene aus der ganzen Welt.

Und nicht nur in Kredite kannst du investieren sondern auch noch in Anleihen, ETFs und Geldmarktfonds.
So funktioniert der Marktplatz
Mintos vermittelt Kredite von vielen verschiedenen Anbahnern (Loan Originators). Du kannst in Konsumkredite in Spanien, Autokredite in Estland oder Agrarkredite im Kosovo investieren – alles über eine Oberfläche. Mittlerweile bietet Mintos sogar Anleihen („Fractional Bonds“) und ETFs an, aber wir fokussieren uns hier auf den Kern: Kredite.
Strategien für Einsteiger vs. Profis
Mintos kann am Anfang erschlagend wirken. Davon solltest du dich nicht einschüchtern lassen und einfach langsam anfangen.
Hier sind die drei Wege:
1. Der einfache Weg: „Mintos Core“
Ähnlich wie bei Bondora Go & Grow wirfst du Geld in einen Topf, und der Algorithmus verteilt es automatisch über alle verfügbaren Kredite.
Vorteil: Bequem, gute Diversifikation.
Nachteil: Du kaufst auch „schlechtere“ Kredite mit niedrigeren Zinsen. Die Rendite ist Durchschnitt. Und die Strategie kostet eine Gebühr, von 0,39%
Damit würde ich starten, einfach mal ein paar hundert Euro (ich habe 400 Euro investiert, damit sieht man schon schön, wie die Strategie funktioniert) investieren und lernen.
2. Der automatisierte Weg: „Custom Strategie“ (Meine Empfehlung)
Wer deutlich mehr herausholen will und vor allem auch mehr Kontrolle über sein Portfolio haben möchte, baut sich seinen eigenen Auto-Invest. Hier wählst du gezielt nur die besten Kreditgeber (mit hohem „Mintos Score“) und die besten Zinssätze aus. Das erfordert etwas mehr Einarbeitung, wird aber oft mit 1–2 % mehr Rendite belohnt.
Du kannst dabei nicht nur eine Strategie erstellen, sondern sogar so weit gehen, dir für jeden einzelnen Kreditgeber eine eigenen Autoinvest erstellen.
Mittel, die du über die Autoinvest Strategien investierst, werden auch mit einer etwas geringeren Gebühr von 0,29% belastet, was bei der letzten Variante entfällt
2. Der Profi-Weg: „Custom Strategie“
Wer das Maximum herausholen will, bzw. sich die Gebühren sparen möchte, der pickt sich selbst sein Portfolio zusammen. Das erfordert natürlich Aufwand, aber auch Disziplin, sich nicht nur bei den Krediten mit der höchsten Rendite zu bedienen.
Aktuell gehe ich selbst wieder diesen Weg

Anmelden bei Mintos & 25€ Bonus erhalten
Twino vs. Mintos: Der direkte Vergleich
Hier die Fakten auf einen Blick:
| Feature | Twino | Mintos |
|---|---|---|
| Typ | Einzelanbahner (nur eigene Kredite) | Marktplatz (viele fremde Anbahner) |
| Diversifikation | gering | hoch |
| Regulierung | Ja (Lettland) | Ja (Lettland) |
| Aktuelle Rendite | ca. 12 % p.a. | ca. 8 – 12 % p.a. (je nach Strategie) |
| Komplexität | Niedrig (Einsteigerfreundlich) | Mittel bis Hoch (viele Optionen) |
| Produkte | Kredite | Kredite, Anleihen, ETFs, Immobilien |
| Steuer (Quellensteuer) | 5 % (anrechenbar) | 5 % (anrechenbar) |
| Risiko | Plattform | Plattform & Kreditgeber |
Die eine Plattform schließt die andere nicht aus, sondern Twino ist eine Bereicherung neben Mintos.
Das leidige Thema: Steuern bei P2P-Krediten
Kommen wir zum unvermeidlichen „Deutschen Lieblingsthema“. Anders als bei deinem Tagesgeldkonto bei der Sparkasse oder deinem Trade Republic Depot führt hier niemand automatisch die deutsche Kapitalertragsteuer für dich ab.
So funktioniert es:
- Du bist verantwortlich: Du erhältst die Zinsen brutto (bzw. abzüglich ausländischer Quellensteuer) ausgezahlt.
- Die Steuererklärung: Einmal im Jahr musst du deine Gewinne in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben.
- Die Quellensteuer: Sowohl Twino als auch Mintos sitzen in Lettland. Dort werden pauschal 5 % Quellensteuer einbehalten (für Privatanleger).
Die gute Nachricht: Dank Doppelbesteuerungsabkommen kannst du diese 5 % in deiner deutschen Steuererklärung voll anrechnen lassen. Du zahlst also in Deutschland effektiv nur noch die Differenz zur Abgeltungsteuer (25 % + Soli). Du verlierst also kein Geld, es ist nur ein Rechenschritt mehr.
Sowohl Mintos als auch Twino bieten dir fertige Steuerberichte („Tax Reports“) zum Download an, die du einfach abtippen kannst. Es ist wirklich kein Hexenwerk!
Fazit: Der Biskuit ist gebacken
Mit Twino und Mintos hast du nun zwei mächtige Werkzeuge kennengelernt, um dein Portfolio über die Basis von Bondora hinaus zu erweitern. Du hast gelernt, dass „Buyback“ keine Garantie, sondern ein Versprechen ist, und dass du dich um deine Steuern selbst kümmern musst.
Ist unsere Torte damit fertig? Noch lange nicht! Im nächsten Teil kümmern wir uns um die „Füllung“. Wir schauen uns an:
- Warum der Zweitmarkt ein Rendite-Booster sein kann.
- Welche spannenden Assetklassen es abseits von Konsumkrediten noch gibt (Stichwort: Agrar & Immobilien).
- Wie echte Diversifikation dein Depot sturmfest macht.
Hast du schon Erfahrungen mit Mintos oder Twino gemacht? Schreib es mir gerne in die Kommentare!
Zuletzt aktualisiert am: 10. Februar 2026
Haftungsausschluss & Interessenkonflikt Dieser Artikel ist ein Werbebeitrag. Ich erhalte eine Provision, wenn du dich über die enthaltenen Affiliate-Links registrierst und investierst. Dennoch investiere ich mein eigenes Kapital und habe selbst „Skin-in-the-game". Ich besitze keine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO und bin nicht von der BaFin zugelassen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Auf fast allen Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Investitionen in P2P-Kredite und vergleichbare Vermögensanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalausfall verbunden. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich.
Du kennst die unregulierte P2P Immobilien Plattform noch nicht?
Dann schau dir einfach meine Asterra Erfahrungen an.
all- in ventus.energy und gut.
bin seit 2016 bei mintos und mittlerweile bei 100k im Plus (hatte in dee Spitze 50k dort).
Aufwand und Zins sind mittlerweile nicht mehr attraktiv genug für mich.
Dann lieber ventus mit großem Anteil und neuen Loyality- Stufen und Bondora für die Liquidität.
Beste Grüße
danke für dein Kommentar!
🙂 nicht vergessen das soll ein Anfänger Tutorial sein und ich denke schon das Ventus eine anderes – wenn auch sehr attraktive Risiko – Rendite Profil asl Mintos hat 🙂
Die Zinsne werden gerade übrigens wieder etwas besser bei Mintos, aber ja aktuell nicht soooo toll…
@honuko:
Ich erweitere deinen Ansatz und nehme ventus.energy mittlerweile auch für meine Liquidität.
Über den EarlyExit funktioniert das mit den alten 17 bis 18% problemlos!
Bondora brauche ich daher gar nicht.
Über das Risiko bin ich mir natürlich im Klaren- habe mir die Anlagen vor Ort angeschaut und eine von mir beuauftragte (professionelle) Betriebsprüfung gab mir grünes Licht für ein full-Invest
Hallo Karl,
Danke für dein Kommentar. Spannend, und ich hoffe (nicht nur aus Eigennutz als Ventus Investor 😉 ) dass deine Strategie aufgeht. Ist halt schon ein anderes Risikoprofil, sowohl was die Anlage als auch was die Liquidität angeht.
Grüße
Thomas