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Crowdestor – P2P Projektfinanzierung wer schon immer einmal eine Yacht finanzieren wollte

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⚠️ Stand Mai 2026: Crowdestor finanziert seit Jahren keine neuen Kredite mehr. Auszahlungen sind seit Ende 2024 stark gestört, viele Anlegergelder bleiben gebunden. Dieser Artikel bleibt als Erfahrungsbericht und Lerngrundlage online — eine Neuanmeldung ist nicht ratsam.

Meine Crowdestor Erfahrungen sind ein Lehrstück darüber, dass hohe Zinsen nicht automatisch hohe Rendite bedeuten. Was 2018 mit einem Tesla-Taxi-Projekt und 17 % Verzinsung als spannende Neuentdeckung begann, endete für mich Jahre später mit einem Verlust von rund 400 Euro und einer Plattform, die heute keine neuen Kredite mehr finanziert. Was Crowdestor war, was schiefging und was ihr daraus für eure eigenen P2P-Entscheidungen mitnehmen könnt — darum geht es in diesem Artikel.

Ich gehe der Reihe nach durch: die Firma und ihre Macher, wie die Plattform funktionierte, der berühmte Buyback Fund, der Status der Plattform 2026, meine konkreten Lessons Learned und schließlich mein persönliches Fazit nach vier Jahren Crowdestor.

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Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.

Die Firma und die Macher dahinter

Die Firmierung von Crowdestor folgt einem in der baltischen P2P-Welt typischen Muster: gegründet und eingetragen in Estland (CROWDESTOR SECURITY AGENT OÜ), operativ ansässig aber in Riga, Lettland. Plattform und Anlegergelder sind über separate Firmenkonstrukte voneinander getrennt.

Persönlich kennengelernt habe ich einen der Gründer, Gunars Udris, auf der INVEST 2019 in Stuttgart auf ihrem damals beeindruckenden Messestand. Das persönliche Gespräch hat damals einen guten Eindruck hinterlassen — rückblickend war das einer meiner größeren Investmentfehler, denn persönliche Sympathie ist eben kein Ersatz für Due Diligence (mehr dazu weiter unten).

Im Mai 2019 hatte Gunars mir auf Nachfrage diese Zahlen geliefert:

  • Mitarbeiter: 7 (inkl. externer Dienstleister)
  • Finanzierte Projekte bis dato: 33
  • Finanziertes Volumen: 5.701.490 EUR

Bis zur Spitze waren es laut Plattform-Angaben später rund 77 Millionen Euro finanziertes Kreditvolumen und 27.000 Investoren. CEO ist bis heute Jānis Timma. Sowohl Timma als auch Udris haben sich allerdings längst neuen Plattformen zugewandt — dazu später mehr.

Anmeldung und Einzahlung (historisch)

Die Anmeldung bei Crowdestor war eine Fingerübung — E-Mail-Adresse eintragen und bestätigen, danach Identifikationsdaten und Ausweisdokumente hochladen. Bei mir war der Account in unter einer Stunde freigegeben.

Die Einzahlung lief per SEPA-Überweisung mit Investoren-Kennung, das Geld war üblicherweise nach 1–2 Werktagen verbucht. Auszahlungen funktionierten ebenfalls problemlos — bis ungefähr 2023. Heute sieht das anders aus: Anleger berichten seit Ende 2024 von Auszahlungsverzögerungen von mehreren Monaten bis hin zu komplettem Auszahlungsstopp, teils ohne jegliche Kommunikation seitens der Plattform.

Die Kredite und Projekte

Gestartet ist Crowdestor mit dem berühmten Tesla-Projekt: drei Teslas als Taxis, 17 % Rendite, 12 Monate Laufzeit. Das Angebot an Projekten war anschließend bunt gemischt — Startup-Finanzierungen, Immobilien-Projekte, Luxusjachten, ein Limp-Bizkit-Konzert, sogar ein Krypto-Mining-Projekt mit 36 % auf 3 Monate (das, zur Hochzeit der Bitcoin-Blase, sogar zurückgezahlt wurde).

Die Crowdestor Projekt Luxusyacht
Crowdestor-Projekt Luxusyacht

Allen Projekten gemein waren die hohen Renditen — selten unter 12 %, häufig bei 17–20 %, im Einzelfall auch deutlich darüber. Laufzeiten von wenigen Monaten bis 18 Monate. Was 2019 nach exotischer Auswahl mit attraktiver Verzinsung aussah, war rückblickend genau das, was es war: Geschäftskredit-Crowdfunding mit entsprechend hohem Ausfallrisiko, in einer rechtlichen Konstruktion, die im Krisenfall wenig schützt.

Der Crowdestor Buyback Fund

Um das Risiko zumindest etwas abzufedern, hat Crowdestor 2019 einen Buyback Fund eingeführt, später umbenannt zu „Provision Fund“. Ausgewählte Projekte zahlten 1–2 % in diesen Topf ein.

„In summary, the Buyback Guarantee Fund will operate in a roughly similar way to the Deposit Guarantee Funds of credit institutions operating in the EU Member States. While being a start-up crowdfunding entity, CROWDESTOR constantly strives to offer to its client’s various instruments aimed for improvement of the Investors‘ risk standing in an overall balanced and structured approach.“Crowdestor Homepage 2019

Konzeptionell war das ehrlicher als die plumpen „100 % Buyback“-Versprechen, die andere Plattformen damals verteilt haben — denn Crowdestor hat von Anfang an klargemacht, dass nicht jedes Projekt eingezahlt und dass nicht zu 100 % entschädigt wird. In der Praxis hat dieser Fund jedoch nie eine spürbare Rolle gespielt. Bei einem Topf von 140.000 Euro gegen später zweistellige Millionenbeträge an ausgefallenen Krediten war das mathematisch nie eine echte Versicherung — eine wichtige Lerneinheit, dazu unten mehr.

Autoinvest und Zweitmarkt

Lange Zeit gab es weder Autoinvest noch Zweitmarkt. Beides wurde später ergänzt — der Zweitmarkt entwickelte sich während der Krise zu einem zentralen Mechanismus, wobei Abschläge von 30 %, 40 %, teils über 50 % keine Seltenheit waren.

Wer verkaufte, realisierte Verluste — was sich im Nachhinein für mich als richtige Entscheidung herausgestellt hat. Auf der Käuferseite waren aber auch durchaus Investoren mit besserem Wissen über einzelne Projekte unterwegs, die gezielt Schnäppchen machen konnten. Ein Markt mit asymmetrischer Information also — wer da als regulärer Verkäufer aktiv war, sollte sich der Asymmetrie bewusst sein.

Status Crowdestor 2026 — was ist heute mit der Plattform?

Stand Mai 2026 stellt sich die Situation so dar:

  • Keine neuen Kredite mehr. Das klassische Geschäftskredit-Produkt ist seit längerem eingestellt, das Nachfolgeprodukt „Crowdestor FLEX“ soll zu Ventus Energy übertragen werden.
  • Portfolio in der Rückholung. Laut externer Statistik-Erfasser performen aktuell rund 32 % des verbliebenen Portfolios wie vorgesehen, etwa 67 % stecken in Recovery oder rechtlichen Verfahren.
  • Auszahlungsstopp. Seit Ende 2024 berichten zahlreiche Anleger von Auszahlungen, die statt 3–4 Tagen 3–4 Monate dauern oder ganz ausbleiben. Auf Trustpilot liegt die Bewertung bei 1,3 Sternen mit über 200 negativen Erfahrungsberichten.
  • Letzter Geschäftsbericht: 2023, ungeprüft. Externe Aufsicht oder ECSP-Regulierung gab und gibt es nicht.
  • Die Gründer haben sich neu orientiert. Janis Timma und Gunars Udris sind heute prominent in den Plattformen Ventus Energy, FF Forest und Finfort engagiert. Crowdestor selbst wird verwaltet, nicht weiterentwickelt.

Auch Lars Wrobbel hat es im Januar 2026 in einem Kommentar zu seinen Crowdestor Erfahrungen deutlich auf den Punkt gebracht: „Crowdestor ist tot, es ist kein Investment mehr möglich.“ Dem ist wenig hinzuzufügen.

Was ich aus dem Crowdestor-Kapitel mitgenommen habe

Crowdestor hat mich knapp 400 Euro echtes Geld gekostet und drei abgeschriebene Projekte, die bis heute in meiner Portfolio Performance stehen. Was ich dabei gelernt habe, ist mehr wert als der Verlust schmerzt.

1. Hohe Zinsen sind Risiko-Pricing, kein Renditeversprechen

17, 20, 36 Prozent sind Aufschläge für Risiko, das andere nicht tragen wollen — keine Renditen. Bei Crowdestor war die ausgewiesene Durchschnittsverzinsung für viele Anleger eine reine Buchgröße ohne realisierten Cashflow.

2. Sicherheitsnetze sind nur so gut wie ihre Kapitalbasis

Der Buyback- bzw. Provision Fund war ehrlicher konstruiert als plumpe 100-Prozent-Versprechen. Bei meinen Ausfällen hat er trotzdem nichts entlastet — 140.000 Euro Topf gegen zweistellige Millionen an Ausfällen sind keine Versicherung.

3. Persönliche Sympathie ersetzt keine Due Diligence

Ich habe Gunars Udris auf der INVEST 2019 kennengelernt und daraus Vertrauen gezogen. Sympathische Gründer können trotzdem schwaches Risikomanagement haben. Was zählt, sind Prozesse und geprüfte Zahlen.

4. Crowdfunding ist nicht P2P

Bei Mintos oder PeerBerry verteilt sich euer Geld auf hunderte Konsumkredite. Bei Crowdestor steckten größere Summen in einzelnen Geschäftskrediten — fällt eines aus, ist ein relevanter Teil des Invests weg, nicht ein halbes Prozent.

5. Zweitmarkt-Exits sind asymmetrisch

Mein Verkauf mit Abschlägen war rückblickend richtig — der Rest ist heute komplett abgeschrieben. Auf der Käuferseite saßen aber auch Insider mit besserem Wissen über einzelne Projekte. Wer verkauft, muss wissen: die Gegenseite ist oft besser informiert.

6. Regulierung ist hilfreich, aber kein Muss

Crowdestor war und ist unreguliert. Eine ECSP-Lizenz erleichtert mir heute die Entscheidung, ersetzt aber keine eigene Analyse — gute unregulierte Plattformen gibt es genauso wie schwache regulierte.

Meine Crowdestor Erfahrungen — das Fazit

Ich war zwischen 2019 und 2023 bei Crowdestor investiert und habe in dieser Zeit in über 30 Projekte Geld gesteckt. Ab 2022 habe ich begonnen, einen Großteil meiner Anteile mit Abschlägen über den Zweitmarkt zu verkaufen, weil mein Vertrauen in das Recovery-Management der Plattform aufgebraucht war.

Das Endergebnis: ein realisierter Verlust von rund 400 Euro und drei Projekte, die noch in meiner Portfolio Performance stehen, von mir aber längst komplett abgeschrieben sind. Die hohen Zinsen, die Crowdestor über Jahre ausgewiesen hat, sind bei mir nie als realisierte Rendite angekommen.

Gleichzeitig war es auch keine Katastrophe. Crowdestor war einer meiner größeren Geldverluste im P2P-Sektor — aber durch frühe Zweitmarkt-Verkäufe konnte ich das Schlimmste vermeiden. Wer voll investiert geblieben ist und auf eine Erholung gehofft hat, steht heute deutlich schlechter da.

Historische Notiz: das Januar-2020-Statement zur P2B-Krise

Anfang 2020 sorgten die Kuetzal- und Envestio-Scams in der gesamten P2P-Branche für massive Unruhe. Crowdestor hat damals mit einem ausführlichen Schreiben an alle Investoren reagiert, in dem CEO Janis Timma das Geschäftsmodell verteidigt und konkrete Transparenz-Maßnahmen für 2020 angekündigt hat (mehr Informationen zu Kreditnehmern und Partnern, Investoren-Webinare, Investoren-Kreditnehmer-Treffen in europäischen Städten). Aus heutiger Sicht ein guter Lehrsatz: Krisen-Kommunikation ist eine Sache, die tatsächliche operative Lieferung eine andere. Die Mehrheit der damals versprochenen Transparenz-Initiativen ist nie in dieser Form umgesetzt worden.

Alternativen zu Crowdestor

Wer heute über Plattformen mit ähnlichem Risiko-/Renditeprofil nachdenkt, findet eine deutlich breitere und reifere Auswahl als 2019. Aus meinem aktuellen Portfolio — und ohne hier irgendwelche Affiliates zu setzen, denn nach Crowdestor hat sich mein Anspruch an unabhängige Einschätzungen geändert — sind diese Erfahrungsberichte einen Blick wert:

  • Profitus — besicherte Immobilien-Projekte, ECSP-reguliert.
  • Lande — besicherte Agrarkredite, ECSP-reguliert.
  • Capitalia — KMU-Kredite mit EIF-Garantie, ECSP-reguliert.
  • Debitum — reguliert über MiFID II, breit aufgestelltes Originator-Netzwerk.
  • Mintos — größter europäischer Marktplatz, MiFID-II-Wertpapierfirma.

Eine vollständige Übersicht meiner aktuell genutzten Plattformen findet ihr in meinem P2P-Rating.

Zuletzt aktualisiert am: 17. Mai 2026

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Auf fast allen Plattformen, über die ich berichte, bin ich selbst investiert. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Investitionen in P2P-Kredite und vergleichbare Vermögensanlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalausfall verbunden. Renditen in der Vergangenheit sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Jede Anlageentscheidung triffst du eigenverantwortlich.

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4 Gedanken zu „Crowdestor – P2P Projektfinanzierung wer schon immer einmal eine Yacht finanzieren wollte

  1. Benutzerbild von Jens GläserJens Gläser

    Habe vor Kurzem einen Account bei Crowdeswtor eröffnet.
    Die neue Website fand ich ansprechend und die Flexprodukte machten auf den ersten Blick einen interssanten Eindruck.
    Jedoch gab es schon beim Einzahlen der ersten Geldbeträge erst lange Verzögerungen und dann mußte ich mehrfach per E-Mail nachfragen
    Dadurch sehr verunsichert habe ich von meinem Konto bei Crowdestor erst als Test 30,22 EUR am 20.02.2025 und da das Geld nicht aufmeinem Referenzkonto ankam vollkommen verunsichert weitere 5.529,70 EUR am 26.02.205 auf mein hinterlegtes Referenzkonto überwiesen. Beide Beträge sind bis heute nicht angekommen. Daher kann ich nur allle Anleger warnen da es sich bei Crowdestor um eine nicht seriöse P2P Plattform handelt und Betrug stattfindet.

    Antworten
  2. Benutzerbild von AndreasAndreas

    2024 war schon mit Verzögerungen zu rechnen bei der Auszahlung.Auf mein schreiben hieß es damals die hätten Schwierigkeiten mit der Bank deshalb dauert die Auszahlung 3-4 Tagen.2025 schrieb ich wieder eine email und bekam die Antwort das ich 3-4 Monate warten soll.Nun sind es 5 Monate,und mein Portfolio bewegt sich nichts mehr,keine Antwort auf E-Mails und KEINE Auszahlung negative Kommentare oder Rezessionen über die Plattform werden schnell gelöscht.Deshalb Hände weg von der Plattform(siehe andere Rezessionen) !

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    1. Benutzerbild von Thomas ButzThomas Butz Beitragsautor

      Danke für dein Hinweis Andreas, Crowdestor habe ich auch komplett abgeschrieben und es kam schon lange nichts mehr zurück. Drück dir die Daumen das dein Geld noch ankommt!

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