Podcast P2P deep dive 2 – Grupeer fail / Monethera Abgesang garniert mit Corona P2P Panik

Im Rahmen dieses Podcasts möchte ich mit Dirk & Philipp einzelne Themen und vor allem die Schattenseiten eines P2P Investments deutlich mehr vertiefen als ich das sonst im P2P Cafe mit Lars tu.

Dirk und Philipp sind ja, wie wir aus der ersten Folge wissen beide von Kuetzal und Envestio betroffen und haben es sich schon letztes Jahr zur Aufgabe gemacht tiefer bei einigen Plattformen und Projekte zu bohren, um Ungereimtheiten aufzudecken. Auch bei Monethera und Grupeer sind beide investiert, ich übrigens auch. Monethera haben wir schon länger unter Beobachtung und waren jetzt nicht überrascht ganz im Gegensatz zu Grupeer die sich in den letzten Jahren eigentlich gut entwickelt haben! Im Nachgang schauen wir noch mal auf die ganze P2P Branche und wie wir persönlich mit der Ausnahmesituation P2P in der Coronavirus und Scam Krise umgehen.

Die Shownotes

Die  Neuzugänge bei den SCAM & Inslovenzkandidaten

Zu den Scam Plattformen Kuetzal und Envestio aus der letzten Folge gesellen sich nun leider die nächsten Kandidaten: Monethera und Grupeer.

Letztere ist für viele eine Überraschung. Aber die Lage ist, wie so oft am Anfang, unübersichtlich.

News zu Kuetzal und Envestio

Doch was gibt es eigentlich neues bei Kuetzal und Envestio? Philipp wurde nach seiner Anzeige von der Kripo “eingeladen”.

Bei Envestio war das Highlight dann der Hausbesuch beim ominösen Eigentümer Arkadi Ganzin in der schönen Pfalz. Doch wer hätte es gedacht, keine Spur vom Vokuhila Träger an der angegebenen Adresse.

In Niedersachsen läuft das ganze weniger dramatisch ab, die Polizei ist vermutlich einfach so überlastet, dass sie sich bis jetzt einfach nicht dazu gemeldet hat.

Im Baltikum geht es dagegen tatsächlich voran, die Insolvenzverfahren laufen bereits. Bei Kuetzal wurde Villu Tragon als “Liquidator” eingesetzt und zum 7. April soll es wohl Neuigkeiten geben.

Envestio landete auch bereits vor Gericht. Bis Ende März hatte die Plattform Zeit zu reagieren, was anscheinend nicht getan wurde. Der nächste Schritt ist nun auch hier die Bestimmung eines Insolvenzverwalters.

Eine der angesprochenen Quellen: p2pinvesting.it

Situation bei Monethera

Der nächste gefallene Stern ist Monethera . Nachdem die Plattform die Kommunikation zunächst intensiviert hatte, kam dann Ende März ein letzter Newsletter, der das “temporäre” Ende verkündete. Natürlich wegen COVID-19. Auch hier gibt es wieder eine Telegram-Gruppe und die Vorbereitung einer Klage ist in Arbeit. Die erste Runde wurde hier bereits abgeschlossen.

Die “Gebühr” zur Teilnahme beträgt bei der Monethera-Klage 1,8% des Investments. Dirk und Philipp sind dabei. Thomas nicht.

Quelle/Links: Telegram-Gruppe bzw. Action Form

Die Situation bei Grupeer

Mit Grupeer ist dann überraschend gleich die vierte Plattform auf dem absteigenden Ast bzw. bereits auf dem Boden der Tatsachen angelangt (je nachdem wen man fragt). Dirk hat recherchiert, dass der Zweitmarkt bereits im März kommen sollte. 2017 selbstverständlich!

Angeblich wurden bereits alle Leute entlassen. Alles Menschen, die zuvor für Grupeer geschwärmt haben. Es scheint eine Art P2P Trueman Show gewesen zu sein. Marketingtechnisch war Grupeer in den letzten Monaten sehr aktiv.

Den Stein ins gebracht hat neben den ersten Entlassungen wohl auch Bernhard Hummel mit seinem Besuch bei Grupeer und seinen Interviews mit der ganzen Crew. Wobei die kritischen Fragen meist ausweichend oder gar nicht beantwortet wurden. Die Ente (@RPeerduck) sprang daraufhin drauf an. Und es kamen Fragen zu Tage wie: Wem gehört Grupeer eigentlich? Ist es Alla Kisika? Oder doch ihr Bruder? No one knows.

Einige Darlehensanbahner (Monetria, Epic Cash,Lion Lender) scheinen Fake-Konstrukte zu sein. Wovon nach unbestätigten Quellen auch der Ex-COO Vladislavs Filimonovs gewusst hat, obwohl er anderes behauptet.

Weiterhin sind auch die Immobilienprojekte nicht so ganz koscher. Das norwegische Projekt existiert, die Projektentwickler haben es aber nicht über Grupeer finanziert. Dort war das Projekt dennoch gelistet. Mit dem weißrussischen Promenadaprojekt scheint sich Grupeer bereits früh verhoben zu haben.

Nun fragt man sich, wo das ganze Geld nun ist? Vielleicht in Panama?

Welche Lehren ziehen wir nun? Auto-Invest wurde nach den Interviews gestoppt (Philipp), mehr kann man aktuell nicht machen. Muss man nun jedes Immobilienprojekt auf seine Existenz überprüfen, sondern auch, ob es wirklich über die Plattform finanziert wird/wurde? Dies scheint unverhältnismäßig viel Aufwand zu sein.  Offizielle Verlautbarungen von Grupper gibt es noch im Blog.

Andere Plattformen/Situation für P2P/Auswirkunge der Krise

Die aufgrund ihrer dreimonatigen Zahlungspause kritisierte P2B-Plattform Crowdestor möchte nun doch über Alternativen nachdenken. Dazu gibt es eine Umfrage mit fünf Vorschlägen.

Marktführer Mintos glänzt auch nicht gerade und verkündet mehr negative als positive Nachrichten. Die meisten Investoren ziehen wohl ihr Geld ab, statt neues zu investieren. Dies ist wohl das größte Problem. Der Hunger nach Liquidität ist auf fast jeder Plattform sichtbar.

Um den massiven Kapitalfluss zu reduzieren und sicher auch, um an der Situation mitzuverdienen, verlangt Mintos ab dem 13.4 für das Verkaufen von Krediten auf dem Zweitmarkt 0,85% Gebühren. Für Thomas ist das nicht allzu schlimm, da viele andere Plattformen für den Zweitmarkt Gebühren verlangen.

Was machen wir nun konkret?

Thomas und Philipp nutzen die starken Rabatte auf dem Mintos Zweitmarkt und haben sogar nachgelegt.

Thomas lässt NeoFinance auslaufen, freut sich aber die Beteiligung des litauischen Staatsfonds an FinBee Geschäftskrediten.
An den Immobilienplattformen halten Thomas und Philipp fest. Sowohl Estateguru als auch bei Philipp noch zusätzlich Bulkestate und Evoestate werden weiter zum Teil sogar aufgestockt.

Linked Finance wurde dagegen gestoppt, weil durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie die irischen SMEs wahrscheinlich stark leiden werden. Dirk jedoch ist weiterhin ein Freund der grünen Insel, hier allerdings nur von Flender, der zweiten P2B Plattform dort. Insgesamt muss man aber sagen, der P2P-Anteil im Gesamtportfolio ist, auch bedingt durch den kriselnden Aktienmarkt, zu hoch.

Philipp konnte sogar ein Exporo-Projekt mit Aufschlag verkaufen, auch wenn Thomas und Dirk das nicht glauben wollen. Der Cashflow wird auf den Aktienmarkt umgeleitet, ohne P2P weiter zu reduzieren.

Und damit ist auch schon mehr als 50 Minuten vorbei und wir vertagen uns auf Folge drei – so wie es schaut, wird es auch in ein paar Monaten wieder viel aus der dunklen Ecke der P2P Investments (leider) zu erzählen geben!

Anregungen und Meinungen gerne in die Kommentare!

5 Gedanken zu „Podcast P2P deep dive 2 – Grupeer fail / Monethera Abgesang garniert mit Corona P2P Panik

  1. Andreas

    Wie genau geht ihr denn jetzt wegen Grupeer vor? Für mich ist das die erste Pleite und die tut mit einem vierstelligen Betrag auch sehr weh. Leider habe ich keine Erfahrung und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Das ganze einfach abschreiben will ich eigentlich noch nicht… Am 2. April kam auch nochmal ein Blogbeitrag von Grupeer mit Erklärungsversuchen und, dass man nicht in Panik verfallen soll. Was haltet ihr davon?
    Vielen Dank für eure Arbeit!

    1. Philipp

      Hi Andreas,

      ich persönlich halte den Blogbeitrag für Zeitspiel. Insgesamt wird man leider erstmal abwarten müssen. Der Fall stellt sich prinzipiell leicht anders da als Kuetzal oder Envestio. Noch ist die Seite erreichbar etc. Screenshots machen vom Dashboard, alle loan agreements runterladen schadet nicht. Ich werde, wenn Klarheit herrscht eine Anzeige machen. Vorerst warte ich aber noch ab.

      1. Andreas

        Danke, das habe ich auch gerade einmal gemacht. Noch eine andere Frage: Wie machst du das mit der Steuer? Ich wollte eigentlich am Wochenende meine Steuererklärung für 2019 fertig machen… Muss ich die vermeintlichen Gewinne von Grupeer jetzt auch noch versteuern?

        1. p2pAdmin Beitragsautor

          HAllo Andreas
          Kennst du den Ansatz der alternativen Besteuerung bei P2P Krediten? In diesem Fall gehe ich wohl das Risiko ein, bei meinen großen Plattformen nicht und versteure klassisch: “https://passives-einkommen-mit-p2p.de/alternative-besteuerung-von-p2p-krediten/”

          1. Andreas

            Hallo Thomas,
            ja, der Ansatz ist mir bekannt. Bisher habe ich aber immer klassisch versteuert, um auch den Pauschbetrag auszunutzen, da ich keine Dividendenstrategie verfolge. Mittlerweile liege ich aber über dem Freibetrag und müsste entsprechend einen Teil meiner P2P Gewinne versteuern.
            Also verstehe ich es richtig, dass du jetzt Grupeer “alternativ versteuerst” und den Rest klassisch? Werde ich dann wohl auch so mal probieren.
            Viele Grße,
            Andreas

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