Der Iran-Krieg läuft seit Ende Februar. Der EU-Diesel ist binnen fünf Wochen um 30 Prozent gestiegen. Die Lebensmittelinflation klettert wieder Richtung 3 Prozent. Und in Rumänien hat sich der Anteil der Agrar-Insolvenzen binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Klingt nach dem schlechtesten Moment, um in Lande aufzustocken, oder?
So ehrlich muss ich sein: Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt, bevor ich zuletzt nochmal nachgelegt habe. Lande aufstocken im Frühjahr 2026, mitten in der Energiekrise, oder ist der Moment einfach falsch? Die Frage verdient eine ernsthafte Antwort, weil hier deutlich mehr im Spiel ist als nur ein paar Schlagzeilen aus dem Wirtschaftsteil. Schauen wir uns das nüchtern an, ohne in Krisen-Pathos zu verfallen oder in den Plattform-Marketing-Modus.
- Reguliert: ECSP-Lizenz seit Februar 2024
- Sicherheiten: 90 % besichert (Land & Maschinen, Ø LTV 42 %)
- Renditen: 11–13 % p. a. (Rumänien +1–2 % Aufschlag)
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Darum will ich bei Lande aufstocken:
Der Dreifach-Schock auf den europäischen Agrarsektor
Drei Belastungen treffen die osteuropäischen Landwirte gerade gleichzeitig, und sie verschärfen sich gegenseitig.
Erstens der Iran-Krieg seit Ende Februar. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen, der Iran hat zurückgeschlagen und zwischenzeitlich die Straße von Hormuz gesperrt. Durch dieses Nadelöhr laufen normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Der Brent-Ölpreis sprang um 13 Prozent, und beim europäischen Diesel sind aus 1,59 Euro pro Liter Ende Februar knapp 2,10 Euro Ende März geworden. Das sind laut Eurostat +19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und +19,1 Prozent in einem einzigen Monat.
Zweitens der Ukraine-Krieg im vierten Jahr. Die ukrainischen Agrarexporte liegen 35 Prozent unter dem Niveau von 2020. Das überarbeitete EU-Ukraine-Handelsabkommen ist zwar Ende Oktober 2025 in Kraft getreten, mit wieder eingeführten Mengenbegrenzungen für sieben sensible Produkte (Eier, Geflügel, Zucker, Hafer, Mais, Grütze, Honig). Aber Polen, Ungarn und die Slowakei halten ihre nationalen Importverbote für ukrainisches Getreide trotzdem aufrecht. Der osteuropäische Agrarmarkt steht damit unter doppeltem Preisdruck: einerseits Sicherheit der Exportwege, andererseits günstigere ukrainische Konkurrenz auf dem heimischen Markt.
Drittens die Düngerseite. Nach den Drohnenangriffen auf Katars Gasanlagen Anfang März hat sich der europäische Erdgaspreis von 25 auf 48 Euro pro Megawattstunde verdoppelt. Erdgas macht 70 bis 80 Prozent der Produktionskosten von Stickstoffdünger aus, also schlägt das praktisch eins zu eins durch. In Rumänien hat die letzte heimische Düngemittelfabrik Azomureș Ende 2025 dichtgemacht. Stickstoffdünger kostet dort heute über 4.000 Lei pro Tonne, 2020 waren es 900. Plus 344 Prozent in fünf Jahren.
Was aus dieser Gemengelage rauskommt, sieht man in den rumänischen Insolvenzstatistiken. Im ersten Quartal 2025 waren noch 9,6 Prozent aller Insolvenzen aus dem Agrarsektor. Im zurückliegenden ersten Quartal 2026 schon 20,7 Prozent. Mehr als verdoppelt, trotz Rekord-Weizenernte 2025. Die Median-Kosten/Erlös-Ratio rumänischer Betriebe ist von 86,3 Prozent (2022) auf 97,4 Prozent (2024) geklettert. Der Anteil der Betriebe mit über 95 Prozent Kostenquote ist von 23 auf 63 Prozent gesprungen.
Klingt bisher heftig. Und natürlich habe ich mich auch gefragt: Wenn die Landwirte so unter Druck stehen, ist es jetzt schlau, in Lande aufzustocken, oder lege ich mir da gerade ein paar faule Äpfel ins Portfolio?
Warum die Landwirte nicht so allein im Regen stehen, wie es aussieht
Das ist genau der Punkt, an dem es sich lohnt, einmal genauer hinzuschauen. Die Krise ist real, gar keine Frage. Aber zwischen den Schlagzeilen und meinem Lande-Portfolio liegen drei Schutzschichten, die in den meisten Berichten zur Energiekrise gar nicht vorkommen.
Erstens: nationale Staatshilfen
Die Regierungen der Lande-Länder haben in den letzten Wochen ziemlich entschieden gehandelt. Lettland senkt für Landwirte die Mineralölsteuer auf Diesel um 5,9 Cent pro Liter, gültig vom 1. April bis 30. Juni 2026. Polen hat im Doppelpack zugeschlagen: Mehrwertsteuer auf Treibstoff von 23 auf 8 Prozent gekappt, zusätzlich Verbrauchsteuer auf das EU-Minimum gesenkt, und Diesel ist bei 7,60 Zloty pro Liter (rund 1,80 Euro) gedeckelt. Rumänien subventioniert mit 620 Millionen Lei (rund 120 Millionen Euro) und hat den Diesel-Preisdeckel bei 8,86 Lei pro Liter (rund 1,70 Euro) eingezogen. Litauen koordiniert mit den anderen Baltenstaaten und greift auf nationale Ölreserven zurück.
Mit Augenmaß betrachtet sind das schon ordentliche Beträge. Der Diesel kommt für den Landwirt deutlich billiger an als an der normalen Tankstelle. Die fiskalischen Kosten für Polen allein liegen bei rund 900 Millionen Zloty pro Monat. Das ist kein Marketing-Programm, sondern echtes Geld aus dem Staatshaushalt.
Zweitens: die EU-Direktzahlungen
Was in der Öl-Diskussion gerne untergeht: Die GAP-Strategiepläne 2023 bis 2027 sind durchfinanziert und laufen weiter, unabhängig vom Brent-Preis. Lettland 3,3 Milliarden Euro, Polen über 25 Milliarden, Rumänien zahlt jährlich rund 2,25 Milliarden Euro über die Agentur APIA aus. Rumänische Junglandwirte bekommen über die Maßnahme DR-12 bis zu 200.000 Euro mit 80 Prozent Förderintensität.
Im Januar 2026 ist zusätzlich das EU-Vereinfachungspaket in Kraft getreten, das den Landwirten europaweit 1,6 Milliarden Euro Bürokratiekosten pro Jahr spart und die Pauschale für Kleinlandwirte von 1.250 auf 2.500 Euro hebt. Das ist Cashflow, der unabhängig vom Diesel-Preis kommt, also genau das, was ein Kreditnehmer in einer Energiekrise gebrauchen kann.
Drittens: die Lande-Selektion
Und das ist für mich als Investor der entscheidende Punkt beim Lande Aufstocken. 19 von 20 Kreditanträgen lehnt Lande ab. Die Akzeptanzrate liegt bei rund 5 bis 6 Prozent. Der durchschnittliche LTV (also das Verhältnis von Kreditsumme zu Sicherheitenwert) ist auf 42 Prozent gesunken. Heißt: Die Sicherheit ist mehr als doppelt so viel wert wie der Kredit selbst. 90 Prozent des aktuellen Portfolios sind durch Land oder Maschinen besichert.

Land ist eine prima Sicherheit, der Preis hat sich noch nie halbiert. Im Gegenteil: EU-Ackerlandpreise sind 2024 um 6,1 Prozent gestiegen, in Lettland haben sie sich seit 2010 verdreifacht. Maschinen sind die zweitbeste Sicherheit, die du bekommen kannst. Lande nutzt für deren Bewertung mit Mascus die größte europäische Datenbank für gebrauchte Bau- und Landmaschinen, mit über 600.000 Inseraten und realen Vergleichspreisen. Seit 2025 werden nur noch Maschinen mit maximal 7 Jahren Alter beliehen, vorher waren es 10. Strengere Auswahl, stabilere Werte.
Was das in der Summe bedeutet: Der Diesel ist genau das, was den Kreditnehmer gerade unter Druck setzt, nicht den Investor. Und in der Not haben wir Investoren bei Lande eben die Sicherheit in der Hand, nicht ein Versprechen.
Was Lande in den ersten vier Monaten 2026 tatsächlich liefert
Die Plattform-Zahlen erzählen eine eigene Geschichte, und die ist erstaunlich klar: Lande wächst gerade so schnell wie noch nie. Im ersten Quartal 2026 hat die Plattform das Projektvolumen verdreifacht. In den ersten vier Monaten wurden 10 Millionen Euro neu veröffentlicht, davon sind 9,4 Millionen schon gefundet. Das ist eine Funding-Quote von 94 Prozent. 230 neue Projekte allein im ersten Quartal.
Im März wurde zum ersten Mal die 3-Millionen-Euro-Marke in einem einzigen Monat geknackt, mit 86 Projekten und durchschnittlich 34.900 Euro pro Kredit. Über 10.000 registrierte Investoren hat Lande mittlerweile, und die Lifetime-Marke von 50 Millionen Euro Finanzierungsvolumen wurde im Januar 2026 überschritten. Erwähnenswert: Die Performance-Reports erscheinen monatlich und sind durchweg auditiert, mit Aufschlüsselung nach Land und Produkttyp.
Was die Renditen angeht: stabil bei 11 bis 13 Prozent, in Rumänien wegen des höheren Risikos sogar mit 1 bis 2 Prozent Aufschlag. Hohes Angebot drückt bei Lande die Zinsen nicht. Im Gegenteil, wer aktuell pickt, findet regelmäßig 12 und 13 Prozent, gelegentlich auch mal 14 Prozent.
Warum Frühjahr besser als Herbst ist – das Saisonalitäts-Argument
Was für mich beim Aufstocken noch zählt, ist das Timing. Das schiebt nochmal ein paar Prozentpunkte Rendite drauf. Frag mal einen Landwirt, wann er Geld braucht. Nicht im Herbst nach der Ernte. Sondern jetzt. Im Frühling und Frühsommer wird gepflanzt, gedüngt, gespritzt. Saatgut, Stickstoffdünger, Diesel für die Bestellung, alles auf einmal, alles vor der ersten Einnahme. Genau das ist das Fenster, in dem Lande die meisten Kredite vergibt.
Im Herbst und Winter sieht das anders aus. Weniger neue Projekte, mehr Cash-Drag, weil dein Geld auf der Plattform parkt und darauf wartet, dass was Passendes kommt. Die Auswahl wird dünner, die Top-Renditen werden seltener. Plakativ gesagt: Der Landwirt erntet im Sommer und Herbst. Der Lande-Investor erntet im Frühling, weil da das Angebot am größten und die Zinsen am höchsten sind.
Wie ich aktuell bei Lande aufstocke
Was heißt das jetzt für mich konkret? Ich habe in den letzten Wochen mein Lande-Portfolio von 4.000 auf knapp 5.000 Euro hochgezogen. Über 100 Kredite sind aktuell im Bestand, über zehn weitere noch in Finanzierung. Mein 100-Projekte-Ziel ist damit erreicht. Die 5.000 Euro will ich aber noch voll machen, also kommen noch ein paar Kredite dazu.
Mein Schwerpunkt sind Land-Kredite, weil ich mich mit der Sicherheit dort am wohlsten fühle. Renditen meistens 12 bis 13 Prozent, gelegentlich auch mal 14. Rumänien gewichte ich vorsichtig (das war im Vintage 2023 historisch das Problemkind, mit Ausfallraten bei Maschinen-Krediten von 8,1 Prozent), Lettland und Litauen sind mein Schwerpunkt. Lettland mit 1,5 Prozent Default-Rate bei Land-Krediten und Litauen mit faktisch 0 Prozent Defaults in den jüngsten Jahren liefern hier die solideste Basis. Das alles steht im Detail in meinem Lande-Erfahrungsbericht.
Was bisher bei Lande herausgekommen ist
Damit ihr nicht nur meine Strategie kennt, sondern auch das Ergebnis: Seit ich 2019 bei Lande angefangen habe, sind kontinuierlich Zinsen reingekommen, allein 2025 waren es 662 Euro an Zinszahlungen. Über die gesamte Laufzeit pendelt meine Rendite zwischen 9,5 und gut 10 Prozent (IZF/XIRR, also nach Ausfällen und mit Recovery-Verzögerungen). Aktuell liege ich bei knapp 10 Prozent, was für eine besicherte Plattform mit niedrigem LTV ein Wert ist, mit dem ich gut leben kann.

Wichtig zur Einordnung: Die 9,5 bis 10 Prozent sind nicht der Bruttozins der Kredite. Die einzelnen Lande-Kredite verzinsen sich mit 11 bis 13 Prozent, einzelne sogar 14 Prozent. Was bei mir nach Recovery-Verzögerungen und kleineren Ausfällen ankommt, ist eben etwas weniger. Das ist genau der Punkt, den viele in Rendite-Diskussionen unterschätzen: Nicht der Bruttozins zählt, sondern die echte IZF nach mehreren Jahren Laufzeit. Lande liefert hier ehrlich, ohne Schönrechnerei.
Wann sich Lande Aufstocken eher nicht lohnt
Damit das klar ist: Aufstocken ist nicht für jeden der richtige Schritt, auch nicht jetzt. Wer das Geld in den nächsten 6 bis 12 Monaten braucht, sollte die Finger davonlassen. Recovery dauert bei Ausfällen 12 bis 36 Monate, in alten 2023er-Fällen teils ach erheblich länger. Wer noch keine Diversifikation hat und gerade erst startet, fängt mit kleineren Beträgen an, nicht mit der Aufstock-Order. Und wer schon stark in Lande gewichtet ist (über 10 Prozent des P2P-Portfolios), für den ist eher Streuung in andere Plattformen sinnvoll als noch mehr Lande.
Lande aufstocken: Lohnt sich der Einstieg jetzt noch?
Mein Vorgehen bleibt das, was es seit 2019 ist: niedriger LTV, breite Streuung, Schwerpunkt auf Land-Sicherheiten. Ich stocke jetzt im Mai weiter auf, picke am liebsten Land-Kredite und gelegentlich auch mal Maschinen-besicherte. Die Krise da draußen ist real, das stelle ich nicht in Abrede. Aber die drei Schutzschichten aus nationaler Politik, EU-Direktzahlungen und Lande-Selektion wirken eben gleichzeitig. Und am Ende halte ich als Investor eine reale Sicherheit, kein Versprechen.
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- Frühjahrs-Angebot: Mehr Auswahl, höhere Zinsen als im Herbst
Bislang bin ich mit der Strategie aus niedrigem LTV, breiter Streuung und Schwerpunkt auf Land-Sicherheiten ziemlich gut gefahren. Allerdings muss ich mich wohl darauf einstellen, dass ein paar der alten Ausgefallenen kaum noch was zurückbringen werden, die schauen wir uns beim nächsten Mal genauer an.
Wobei ich mich selbst manchmal anders verhalte, als die Vernunft eigentlich raten würde: Dass ich gerade in einer Energiekrise erneut bei Lande aufstocke, würde manch anderer vermutlich anders entscheiden. Und das mit nur Land und viel Baltikum klappt auch nicht immer.
Wie seht ihr das? Schreckt euch der Iran-Krieg gerade von Agrar-Krediten ab oder ist das für euch eher der Moment zum Aufstocken? Nutzt ihr aktuell die hohe Aktivität bei Lande oder wartet ihr lieber den Herbst ab?
Zuletzt aktualisiert am: 22. Mai 2026
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