Eine ganze Menge an Risiken die man sich mit P2P in sein Portfolio holt! 🦈

Intro – Grundlagenartikel zu den P2P Risiken

Als Vorarbeit eines P2P Podcast Specials “P2P Risiken und Chancen” mit Daniel (Investor Stories) vertieft dieser Beitrag die Risiken von P2P Krediten, die Chancen haben ihren eigenen Artikel.

Was P2P Kredite generell sind und wie man diese unterscheidet als auch welche unterschiedliche Interessen, Rollen, Plattformen, Anbahner und Kreditnehmer existieren wurde im ersten Teil des Grundlagenpodcast besprochen und kann gerne nach gehört werden.

Die P2P Risiken

Einleitung

freeimages.com @Bob Smith Lizens

Wer mein Blog und Wirken schon länger verfolgt, weiß das ich nicht müde werde immer wieder auf die Risiken beim investieren in P2P Kredite hinzuweisen. Vor lauter Chancen durch die hohen ausgerufenen Zinssätze (gerne mal über 20%) und den von vielen (auch z.T. natürlich auch von mir) propagierten Erfolgsstories in der Form von zweistelligen Rendite Erfolgen (XIRR) die natürlich die liebe Leserschaft auch motivieren soll fleißig den Affiliatelinks zu folgen,  muss man sich den schlummernden Risiken, die man  eingeht natürlich auch bewusst sein.

Und damit das auch alles mal an einer Stelle aufgeschrieben und nicht nur hörbar ist, gehen wir die mal alle jetzt schön der Reihe nach, von der Plattform ganz oben bis ganz nach unten zu dir als Anleger durch.

Die Podcastfolge mit Daniel:

Das P2P Plattformrisiko

Fangen wir mit der obersten Ebene für uns als Investor an. Die eigentliche Plattform und deren Betreiber wie etwa Mintos oder Bondora. Welche Risiken sehe ich hier im unmittelbaren Zusammenhang mit der Plattform.

Betrugsrisiko (Plattform) / SCAM

Vor allem die spektakulären Fälle und Zahlen aus China – da geht es nur in dem einen Fall  um Milliardenbeträge und fast eine viertel Million betroffene Kunden haben es uns schön vor Augen geführt, dass hinter einer P2P Plattform direkt betrügerische Absichten stecken können. Die von komplett fingierten Systemen die Gewinne nur virtuell anzeigen und Auszahlungen unmöglich machen bis hin zu aufwendigen Schneeball–  bzw. Ponzi-System die wesentlich länger “tragen” können, gehen. Aktuell “schön” zu sehen bei Kuetzal und vermutlich auch Envestio.

Allen gemein ist das “Investoren” natürlich zu 100% mit einem Totalverlust rechnen müssen.

Was tun?

100% sich davor schützen kann man vermutlich nicht, aber  ein paar Kriterien helfen dann doch beim Abschätzen des Risikos:

  • Wie lange ist die Plattform schon am Markt
  • Gibt es Bilanzen
  • Handelsregisterauszug prüfen
  • Regulierung vorhanden (z.B. FCA Regulierung in England prüfen)
  • Internetrecherche zur Plattform
  • Adresse existent und nicht nur eine P.O. Box
  • Reagiert der Support
  • Wurde die Plattform schon einmal “besucht”
  • Gibt es Meinungen/Bericht dazu aus anderen Quellen

Insolvenzen

Auch eine Plattform muss irgendwann gewinnbringend arbeiten – ist dies nicht der Fall und sie findet keine Finanzierungsgeber mehr, dann kommt über kurz oder lang eine Insolvenz.

In diesem Fall springt dann in der Regel ein Insolvenzverwalter ein und wickelt das Unternehmen ab.

So geschehen bei:

In solch einem Fall muss man als Investor nicht unbedingt mit einem Totalverlust rechnen, allerdings ziehen sich Insolvenzen einige Jahre hin und kosten natürlich auch Geld. So das ich persönlich zuerst einmal meine Einlage auch dort zu 100% abschreiben würde und mich im Anschluss darüber freuen würde, wenn je etwas zurück kommt. Spätestens dann wäre es für mich ein Totalverlust, wenn ich als Investor mich aktiv darum kümmern müsste meine Ansprüche am besten noch auf litauisch geltend zu machen (btw.: habt ihr auf allen Plattformen auch brav alle Kreditvereinbarungen immer runtergeladen und archiviert…?)

Meines Wissens hat noch keiner der Anleger der genannten Plattformen sein Geld wieder gesehen …

Was tun?

Dagegen schützen kann man sich meiner Meinung nach nur wenig. Vielleicht hilft es die Bilanzen zu lesen und zu verstehen? Aber wer traut sich zu, zu entscheiden, dass einer Plattform das Geld ausgehen wird? Alternativ hilft fleißiges mitlesen in Foren da kann man das ein oder andere Mal eventuell Indizien dafür aufschnappen – aber was, wenn das wiederum nur Hysterie ist?
Natürlich hilft auch das Thema klassische Risikodiversifikation weiter, wie bei generell allen Risikobetrachtungen in diesem Umfeld, als eine grundsätzliche Maßnahme. Allgemein gilt je breiter ich in, idealerweise wenig voneinander abhängige (korrelierenden), Einzelteile (Anlageformen, Plattformen, Kreditarten, Anbahner, Länder, Währungen und Kredite) streue, desto geringer wird mein potenziell eintretender Schaden, die die Eintrittswahrscheinlichkeit des jeweiligen Einzelrisiko bleibt dabei natürlich unbeeinflusst.

Insolvenzen von einzelnen Darlehens Anbahnern

Es müssen ja nicht nur ganze Plattformen ausfallen es reicht, schon wenn einzelne Anbahner auf in der Regel Buyback P2P Kredite Plattformen wie z.B.: Mintos und Grupeer ausfallen. Auch dann wird es langwierig bis aussichtslos bis man als Anleger an sein Geld kommt. So ist bei Mintos schon 2017 der Anbahner Eurocent ausgefallen und bis heute haben die Anleger nicht ihr komplettes Geld wieder bekommen, was handfest zeigt das Buyback ein Versprechen und keine Garantie ist. In 2019 sind gleich drei Anbahner in Schieflage geraten Aforti auch bei Viventor gelistet sowie Rapido Finance und eventuell Monego.

 

Liquiditätsrisiko auf der Plattform

Natürlich brauchen auch Plattformen Liquidität allein um das Thema Ein- und Auszahlungen abzuwickeln, aber darum geht es mir hier nicht, da wenn diese nicht mehr gegeben ist, wir dann sowieso über kurz oder lang von einer Insolvenz reden.
Ich möchte kurz den Spezialfall Bondora Go & grow exemplarisch aufgreifen (auch andere Plattformen arbeiten wohl an ähnlichen Produkten) bei dem eine hohe, tägliche Liquidität kommuniziert wird. Schaut man dann genauer in die AGBs so zeigt sich schnell, dass diese nur so weit garantiert wird wie die liquiden Mittel des Unternehmens dies auch hergeben und im Zweifel die Auszahlung auch ausgesetzt werden kann! [Vertiefende Details wieso ich G&G für ein “schwieriges” Produkt halte]

Das könnt ihr schön mit den Problemen der “offenen Immobilienfonds” vergleichen, die ebenso eine hohe Liquidität suggeriert haben und dann 2010 in Schieflage gerieten und geschlossen wurden. Die Abwicklung dauert zum Teil bis heute an (ich selbst hatte damals einen kleinen Anteil – immerhin kein Totalverlust).

Das auch dies eintreten kann zeigt die Verzögerungen, die es bei Mintos Invest& Access Produkt,  in einer Zinsflautenphase Ende 2019, gab. Da dauerte es dann statt der erwarteten Stunden ein paar Tage bis tatsächlich ausgezahlt wurde.

Und auch im Zuge der Corona Börsen Krise 2020 hat es sich nun handfest manifestiert, dass die gepriesene Liquidität bei Bondora nicht vorhanden ist und Anleger wochenlang warten müssen bis sie ihre Go&Grow Einlagen wieder ausbezahlt bekommen (immerhin kein Ausfall “nur” eine Verzögerung).

Was tun?

Wer auf eine hohe Liquidität zwingend angewiesen ist der bleibt beim Einlagen gesicherten Tagesgeld- oder Girokonto oder legt sich sein Geld unter die Matratze und meidet liquide Produktversprechen.

Betrugsrisiko durch den Kreditnehmer

Prominentestes Beispiel in der Kategorie ist hier Advon eine Plattform aus der Schweiz. Hier hat ein Betrüger Anleger um mehr als 2 Millionen € betrogen https://www.moneytoday.ch/news/betrugsfall-advanon-welche-luecke-der-betrueger-ausgenutzt-hat/

Die Plattform hat das überlebt (die Investoren vermutlich auch:) ) Ob sie von dem Betrüger je Geld gesehen haben, entzieht sich meiner Kenntnis.

Im kleinen Stil passiert das sicher auch immer wieder wie z.B. Golf Tours ein Kreditnehmer der gleich auf zwei Plattformen (Linked Finance und Flender) Geld aufgenommen hat und sich ins Ausland abgesetzt hat oder auch bei Bondora die einen eigenen Status (criminal case) dafür haben.
Schön auch der Bericht von Inga die bei Auxmoney auf Betrüger reingefallen ist und wie viel Interesse die Plattform daran hatte das zu verhindern.

Was tun?

In solchen Fällen ist man vollumfänglich von der Qualität der Bonitätsprüfung der Plattform abhängig, das selbst zu übernehmen halte ich für illusorisch.
Hier hilft nur, wie in den meisten anderen Risikofällen auch nur das Thema Diversifikation weiter.

 

Ausfallrisiko eines einzelnen Kredits

Erst einmal ist es völlig normal, dass ein Kredit ausfällt, würde er es nicht tun gäbe es auch keine Risikoaufschläge in Form eines (höheren) Zinssatzes. Dabei können sich Ausfälle bei weniger als einem Prozent bis hin zu zweistelligen Prozentwerte bewegen und trotzdem eingepreist (d.h. unterm Strich für euch lohnend) sein.

Ich habe im Rahmen meiner Diversifikation Betrachtung vereinfacht aufgezeigt wie viele Kredite ausfallen dürfen damit dies nicht Rendite schädlich wird.

Kritisch wird es erst, wenn die Ausfälle höher ansteigen als erwartet  (z.B. durch eine massive Verschlechterung des Marktumfeldes sprich einer Eintrübung oder Rezension)

Hier müssen wir die zwei Fälle mit und ohne Buyback, nennen wir es lieber Rückkaufversprechen unterscheiden.

P2P Kredite ohne Rückkaufversprechen – klassisches P2P

Im einfachen Fall ohne Buyback schlagen sich die vermehrten Ausfälle einfach auf die Rendite durch. Viele Bondora Anleger kennen dies, dass auch ohne eine explizite Krise das eigene Portfolio massiv an Renditeprognose verliert und dann gar ins Negative drehen kann (wobei auch im nachfolgenden Recovery viel wieder hereingeholt wird und sich das Gesamtportfolio damit ins Positive drehen kann, aber das ist eine andere Geschichte).

Was tun?

Dagegen wappnen kann man sich mit ein paar Maßnahmen:

  1. Eine Plattform wählen mit einem vernünftigen track record was Ausfallzahlen angeht – kaum eine hat einen der länger zurückgeht als Bondora aber auch Finbee kann ein paar Jahre aufbieten [Ausfallraten habe ich im Kontext der Diversifikationsbetrachtung gesammelt)
  2. zum einen natürlich Diversifikation über möglichst viele verschieden Kredite auf der Plattform idealerweise 300 und mehr (je nach erwarteter Ausfallrate)
  3. Zum anderen auch auf das Recovery vertrauen nicht panisch vorschnell billig verkaufen  (vor allem Bondora) – es erstmal aushalten können – auch über Jahre (1-2 Jahre sind die Regel für eine Eintreibung, Dank Gericht und Gerichtsvollzieher [vergl. Neofinace] .

 

P2P Kredite mit Rückkaufversprechen – also Buyback

Der Grund wieso viele Anleger Buyback Kredite lieben liegt natürlich klar auf der Hand – die

P2P Risiken

freeimages.com @Matthew Sorrentino Lizens

vermeintliche Sicherheit, die sie vermitteln – anlegen ohne Risiko. Im Ausfall bekomme ich als Anleger mein Geld und in der Regel alle Zinsen und eventuell auch Strafgebühren vom Anbahner zurück und bin ab diesem Zeitpunkt den Kredit und das Thema Recovery los.

Soweit der “good case” und das was auch tausendfach passiert ganz ohne Probleme.

Nur muss einem klar sein das Buyback ein Versprechen des Darlehen Anbahners ist diesen Rückkauf zu tätigen. Das funktioniert jedoch nur so lange wie der Darlehen Anbahner finanziell dazu in der Lage ist, da die meisten ähnlich einer deutschen GmbH ausgestattet sind, ist hier nicht viel an Substanzwerte über die erwirtschafteten Renditen hinaus zu erwarten.

Aus der Vergangenheit kennen wir den besagten Fall Eurocent die bei Mintos Kredite angeboten haben und diese auch mit einer Buyback Garantie versehen habe. Eurocent ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hat Insolvenz angemeldet.

Die Anleger haben bis heute immerhin einen Teil ihres Geldes wieder bekommen aber bei Weitem noch nicht alles so ist immer noch ein sechsstelliger Betrag offen.

Damit ist die Buyback Garantie als Risikohebel zu verstehen, nicht viele einzelne Kredite fallen in einer Schieflage aus, sondern das ganze Anbahner Portfolio wird damit ausfallen.

Was tun?

Das ist auch der Grund wieso ich nicht nur auf Buyback Kredite setze und z.B. bei EstateGuru,  Linked Finance oder Finbee mit klassischem P2P größere Positionen habe.

Aber auch bei den Buyback Krediten gibt es meiner Meinung nach zumindest weiter Maßnahmen um

Viainvest Buyback Garantie

Viainvest Buyback Garantie

das Risiko zu minimieren bzw. zu verteilen. Auch bei den Anbahnern gilt, Diversifikation ist das a und o nicht alles auf eine Karte setzen, so habe ich nicht nur bei Mintossondern auch über weitere Plattformen eine ganze Menge an Anbahner im Portfolio damit wird mich ein Ausfall eines Anbahners nicht allzu massiv treffen.

Darüber hinaus könnt ihr euch natürlich auch die Mühe machen und jeden einzelnen Anbahner durchleuchten, die Geschäftsberichte studieren und zu bewerten, ich schaffe das zeitlich nicht vielleicht ihr ja ;).

Als Platzhirsch hat an der Stelle Mintos uns einen Teil der Arbeit abgenommen und veröffentlicht ein Ranking ihrer Darlehens Anbahner auf der Basis man dann entscheiden kann wie stark man diesen in seinem Portfolio gewichten möchte oder auch nicht, wie weit man hier Mintos traut ist jedem selbst überlassen (übrigens wurden die Wackelkandidaten wenige Stunden vor dem Ausfall noch schnell abgewertet 😉 ), die Alternative bringt viel Arbeit mit sich…

Mintos Anbahner Bewertung

Mintos Anbahner Bewertung

Und natürlich verlasse ich mich ein Stück weit auf die Plattformen, die schließlich auch kein Interesse haben, das ein Anbahner bei ihnen  Insolvenz anmeldet und dementsprechend diese kontrolliert dürften.

Währungsrisiko

Einige Plattformen wie Mintos bieten auf Kredite in der Länderwährung wie Rubel (aktuell locken hier 19% Rubelkredite mit Rückkaufversprechen) oder polnischen Zloty an und wer auf englischen Plattformen anlegen will kommt um das Pfund natürlich auch nicht herum.

Fremde Währung verliert an Wert

Viele “schwache” Fremdwährungen verlieren über die Zeit oft an Wert oder sind zumindest extrem volatil. Damit hebelt man seine Rendite dann entsprechend in die eine oder andere Richtung – meiner Meinung nach gerade bei “schwachen” Währungen nur in die negative Richtung so hat man z.B. beim Kasachischer Tenge in den letzten 5 Jahren mal schnell 50% verloren, aber auch die Jahresschwankungen sind gewaltig:

Finanzen.net: KZT – Euro

Tauschgebühren

Mintos nimmt bei einem Tauschvorgang Gebühren so sind das aktuell bei polnischen Zloty geringe 0,5% bei Rubel nur 0,7% und bei georgischen Lari dann schlappe 2%. Eine rühmliche Ausnahme ist hier Fast Invest die beim Tauschen in Zloty keine Gebühren nehmen.

Steuerlich komplizierter

Die Währungsgewinne – sofern man das Glück hat und welche macht sind natürlich entsprechend zu versteuern und wie mir scheint, gibt es unterschiedliche Meinungen zu den Varianten wie dies zu geschehen hat, da hilft, um ganz sicherzugehen vermutlich nur der Steuerberater.

Was tun?

Ich persönlich vermeide aktuell komplett das Währungsrisiko in meine P2P Anlagen, indem ich nur in Euro anlege. Die theoretisch mögliche Mehrrendite ist mir der Aufwand und vor allem das Risiko das ich damit eingehe nicht Wert.

Natürlich kann man sein Währungsrisiko durch hedging absichern auch das wäre mir zu viel Aufwand und Rechnerei. Schließlich kostet eine Absicherung ja auch Geld und damit Rendite sonst würden das Banken nicht anbieten. Ob sich das lohnt, müsste man gut gegen rechnen.

Länderrisiko

Einige P2P Kreditnehmer sitzen in eher instabilen Regionen oder Ländern wie z.B. auf den Philippinen oder in der Ukraine. Aber auch Georgien war in der Vergangenheit nicht gerade ein ruhiges beschauliches Land. Man sollte sich beim Investieren also durchaus bewusst sein, das so etwas wie eine Annexion, sicher das komplette Investment in einem Land verändern  bzw. schlicht gefährden kann.

Was tun?

Zwei Möglichkeiten sehe ich, auf diese Länder gleich ganz verzichten bzw. sie entsprechend Untergewichten oder damit das tun, was ich sowieso immer predige, breit diversifizieren und das Verlustrisiko ein gutes Stück abpuffern.

Risiken durch staatliche Eingriffe

Regulierung & Formalitäten

Aus guten Gründen sitzen die meisten baltischen P2P Plattformen in Lettland da existiert bis

freeimages.com @Jason Morrison Lizens

heute faktisch keine Regulierung. Im Nachbarland Estland sieht es da schon ein wenig anders aus und mit der Estonian Financial Supervision Authorit (FSA) existiert eine Aufsichtsbehörde die z.B. Neofinance dann auch mit überwacht.

Nichtsdestotrotz ist man z.B.: auch als Mintos Anleger nicht davor gefeit, das einem, wie es aktuell passiert ist, überraschend eine Sperre bei der Einzahlung von größeren Summen aktiv wird und man erklären muss, woher das Geld kommt…
Vermutlich wurde hier eine Auflage bezüglich Geldwäsche umgesetzt.

Was tun?

Da kann man wohl nichts tun und kann das aber auch positiv sehen – zwar werden solche Regulierungen die Prozesse verkomplizieren und damit verteuern allerdings können sie für Anleger auch dafür sorgen, dass eventuelle Mindeststandards eingehalten werden und zumindest die ganz groben bzw. offensichtlichen Betrugsfälle damit verhindert werden. Vor Insolvenzen freilich (siehe Collateral) schützen diese auch nicht.

Länderspezifische Steuern

Mit der Investition im Ausland geht man immer das Risiko ein, dass man eine Quellensteuer im Ursprungsland auf die Zinseinnahmen entrichten muss. So z.B. bei FInbee oder Neofinance. Dort werden dann je nach Plattform gerne 15% an den jeweiligen Staat abgeführt. Mitunter passiert das auch nur bei bestimmten Krediten von bestimmten Anbahnern in entsprechenden Ländern!

Was tun?

Die Quellensteuer lässt sich auf die eigene Steuerlast zum Teil ganz oder zumindest teilweise anrechnen, Details finden sich beim Bundeszentralamt für Steuern. Bei einigen Plattformen kann man sich auch davon befreien lassen dazu bedarf es einer sogenannten   Ansässigkeitsbescheinigung nach DBA von der Bundesfinanzverwaltung ein recht überschaubarer Aufwand.

Der Anleger als Risiko

Freut mich das ihr bis hier durchgehalten habt, eigentlich gehört dieser Punkt ganz nach vorne, bei diesem habt ihr am meisten selbst in der Hand und könnt dafür sorgen dieses Risiko zu managen.

Gier und fehlende Diversifikation

Zinsen von 20% und ähnliche Renditeerwartungen sorgen bei dem ein oder anderen sicher dafür das sich der alte Spruch “Gier frisst Hirn” bewahrheitet. Woher kommt den die Rendite, natürlich vom Risiko und wie hoch muss das Risiko sein um eine Rendite von 20% und mehr in einem Zinsumfeld bei der eigenen Hausbank von sagen wir großzügigem 0,5% anbieten zu können?

Was tun?

Manchmal reicht es einfach einen kleinen Schritt zurückzugehen und sich das klarzumachen. Angebote, die als zu schön erscheinen als wahr sein zu können, sind es oft auch nicht.

Weder darf man alles Glauben noch den weitaus größten Fehler machen und sogar “all in” gehen. Auch wenn man dann eventuell mit etwas weniger Rendite unterm Strich rausgeht ist gutes Vermögensmanagement meiner Meinung nach nicht per se Gewinnmaximierung, sondern grundsätzlich Risikominimierung.

Auch wenn ich im P2P Umfeld an vielen Stellen tatsächlich nach maximaler Rendite strebe so tue ich das allerdings eben nicht im ganzen Vermögensportfolio da macht P2P keine 10% meines Vermögens aus, an der globalen Stelle halte ich mich weitgehend an die Kommersche Strategie aus “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ dazu schreibe ich an anderer Stelle auch noch einmal ein paar Worte.

Eine deutlich höhere Gewichtung halte ich auch für “riskant” und ab 20% und mehr dann nur geeignet für Menschen die Wissen (oder glauben zu wissen) was sie da den tun, für mich persönlich wäre das nichts.

Und auch innerhalb meiner P2P Anlagen diversifiziere ich massiv, auf allen Ebenen und auch über die Kreditarten wie Immobilienprojekte, Business- und Konsumentenkredite hinweg um möglichst breit aufgestellt zu sein, damit eine Krise/Einbruch oder Totalausfall mir nicht das ganze Segment mit in den Abgrund zieht.

Eigene Liquidität

P2P als Anlageklasse ist nur bedingt liquide, auch wenn Anbahner damit werben (siehe oben) ist das Geld über Monate bis hin zu mehreren Jahren gebunden. Dies nicht einmal durch außergewöhnliche Ereignisse, sondern allein dadurch, dass es auch lang laufende Kredite von mehreren Jahren gibt, die ich auch gerne mit ins Portfolio aufnehme. Kommen dann noch Recovery Prozesse dazu erhöht sich das gerne um weitere Jahre. Also alles zusammen keine gute Grundlage für eine hohe Liquidität.

Was tun?

Der Fakt mitigiert sich allerdings wieder über die Tatsache,  dass bei einer hohen Diversifikation regelmäßige Mittelrückflüsse durch Zinszahlungen, Tilgungen und Rückkäufe gegeben sind.
Weiterhin bieten viele Plattformen auch einen Zweitmarkt für die Kreditanteile an, auf diesen kann man je nach Kreditzustand auch ohne große Kosten Kredite verkaufen.

Krankheit oder das Finale der Todesfall und das vererben

Ein Thema, das ich auch an andere Stelle noch deutlich vertieft habe.  Jedem ist klar irgendwann und leider in der Regel eher überraschend kommt das Thema des eigenen Lebensende oder aber auch eine Situation in der wir, warum auch immer, über eine längere Zeit nicht selbst mehr handlungsfähig sind.

Bei klassischen inländischen Konten und Depots ist das recht gut geregelt, mit entsprechender Vollmacht oder einem Erbschein erhalten berechtigte Personen Zugriff auf diese.

Bei ausländischen ist das schon ein Stück schwieriger und bei P2P vermutlich noch einmal deutlich mehr, ob gerade die nicht etablierten Plattformen dafür überhaupt einen Prozess haben? Und dann gilt es auch noch das entsprechende Wissen zu vermitteln, was mit den Konten den getan werden soll bzw. was das den alles ist…

Was tun?

Ich bin an der Stelle auch noch nicht 100% “sauber” aufgestellt. So habe ich immerhin alle Zugangsdaten zentral in einem Passwort Safe (Keepass eine kostenlose Lösung) erfasst und verteile die regelmäßig an die für mich relevante Personen.

Die Anleitung wie dann mit all den Konten & Depots zu verfahren ist, steht aus – kann ja schlecht sagen ließ die hunderte Beiträge von meinem Blog danach flutscht es schon 🙂

 

Fazit P2P Risiken

P2P Risiken - Winner

freeimages.com @Robert Linder Lizens

Spätestens mit dem eigenen Tod vor Augen sollte ich den letzten meiner Leser vergrault haben und ich kann mir meine Affiliatelinks nunmehr schenken 😉

Mir ist es trotzdem ein Bedürfnis – auch wenn es viele vielleicht nervig finden – klar darzustellen, dass diese Form der Geldanlage doch eine ganze Menge an Risiken birgt, die jedem bewusst sein sollte und willentlich eingegangen werden. Und nicht weil hier exorbitante Renditen ausgerufen werden oder das alle anderen machen, diese ausgeblendet werden.

Und wieso ihr das alles euch trotzdem antun sollt, darüber schreibe ich demnächst dann den zweiten Teil – das Ertragen der Risiken wird ja immerhin belohnt nicht nur durch die hohen Renditen! Und hier ist er der Chancen Artikel…

Habe ich ein Risiko übersehen oder in euren Augen falsch bewertete, dann nutzt die Kommentare und auch so freue ich mich immer über euer Feedback!

5 Gedanken zu „Eine ganze Menge an Risiken die man sich mit P2P in sein Portfolio holt! 🦈

    1. p2pAdmin Beitragsautor

      Hallo Lars
      Danke für deinen Kommentar und Lob 🙂
      Dein Artikel kenne ich der 4. Kommentar aus 2018 ist auch von mir 😉
      Das finale Dokument existiert immer noch nicht immehrin halte ich das Passwortfile in Schuß und habe es ein wenig angereichert aber nicht gut genug u damit vernünftig handeln zu können…

        1. Micha

          😉 Meine Freundin reagiert meist mit Abweisung auf Einweisung. Ich darf nicht vor ihr sterben. 😉

          Cooler Artikel übrigens. 🙂

          1. p2pAdmin Beitragsautor

            Hallo Micha
            Danke für deinen Kommentar und das mit der Abweisung/Neigung bei solchen Themen kenne ich zu genüge – aber festhalten/schreiben werde ich es trotzdem – ich muss es dann ja im Fall des Falles eh nicht mehr lesen 😉

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