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Excel Entscheidungs Matrix vs. Bauchgefühl bei der P2P Plattformen Auswahl – 37 Kandidaten

Der Einstieg in P2P und die Auswahl von Plattformen

Im Austausch mit Ömer Yildirim bin ich auf die Idee gekommen einen Grundlagen Artikel über das Thema wie unterschiedlich die Auswahl von P2P Plattformen vonstattengeht mit ihm zu schreiben.

Ich habe mich nun auf drei Ansätze konzentriert zwei von mir und die Master Experte Excel 37 P2P Plattform Matrix mit der dazugehörenden Herangehensweise von Ömer:

Ich fange an – zum aller ersten Mal und habe keine Ahnung will aber endlich loslegen

Wie immer gibt es hier natürlich keine Anlageberatung nur Meinungen zum Thema Einstieg in P2P, die Risiken habt ihr gelesen die Schrecken euch nicht, da euch die Chancen geblendet haben ihr wollt jetzt einfach nur noch loslegen – na dann los gehts: :).

Ich würde gerade am Anfang empfehlen den Einstieg einfach zu halten und auf etabliertes zu setzen. Je nachdem ob euch die Anlageform gefällt kommt dann früher oder später eh der Wunsch nach mehr.
Wichtig ist es mal mit einer kleinen Position überhaupt einmal anzufangen und die Mechanismen kennenzulernen die dahinter liegen.
Gerade auch so banale Dinge wie das ein Kredit in Verzug gehen kann, wie Buyback funktioniert (ja für den ersten Schritt würde ich erst einmal auf Buyback setzen – die Diversifikation kommt später verstärkt). Was Mindestanlage bedeutet, was Kreditanbahner sind, welchen XIRR du erreichst und wie ich die Rendite Monitore und so weiter.

Daher würde ich auch nicht wie viele andere Bondora Go&Grow zum Start empfehlen.

Bondora Go&Grow

Das Produkt abstrahiert euer P2P Investment so weit weg, das ihr überhaupt nicht mehr mitbekommt, dass ihr in P2P Kredite anlegt. Das wäre nur dann ein Kandidat, wenn ihr eigentlich euch ganz und gar nicht mit P2P weiter beschäftigen wollt und euch die aktuelle Rendite reicht und das Risikoprofil für euch passt.

Ich habe mich dazu auch an andere Stelle schon mal ausführlicher mit Bondora und auch Go&Grow befasst solltet ihr euch damit näher beschäftigen wollen.

Für deutlich geeigneter halte ich hier Mintos.
Da dann konkret die Anfänger freundliche Invest&Access Variante, die ein Portfolio für euch vollautomatisch aufbaut und quasi optimal betreut “wachsen” lässt.

Mintos Invest & Access

Nehmt einfach mal sagen wir die minimal vorgeschlagenen 500 € in die Hand und versucht euch daran und investiert erst einmal und schaut dem dann ein paar Wochen lang in aller Ruhe zu.
Mit fortschreitender Zeit schaut ihr euch dann auch noch abseits von I&A bei Mintos um und sammelt weitere Erfahrungen (mit direkten Investitionen auf dem Primärmarkt den Autoinvest und dem Zweitmarkt) und irgendwann seit ihr dann vielleicht bereit für weitere Plattformen und zwei Möglichkeiten diese auszuwählen zeigen wir euch nun auf:

Ich bin mit den Grundlagen vertraut nun will ich mehr.

Alle die die ersten Schritte gemacht haben und Lust auf “mehr” bekommen stehen vor der Entscheidung wie es nun weiter geht welche Plattformen sollen sie ins Portfolio mit aufnehmen?
Die für die Blogger (wie auch ich sicher unbewusst ab und an) am lautesten trommeln? Oder welche Kriterien gibt es sonst noch zur Auswahl. Ich habe eher einen pragmatischen Weg gewählt, wie man dies deutlich professioneller angehen kann zeigt uns Ömer der sich einiges dazu an Gedanken gemacht hat:

Der Excel Jünger Ömer – maximale Kontrolle

Auswahl der P2P Plattformen

Ömer der Excel Master

Die Auswahl einer Plattform ist ein wichtiger Prozess. Zuerst sollte man sich damit beschäftigen, was man von der Anlage erwartet. Ist es die maximale Rendite, eine zusätzliche Diversifikation oder möchte man sein Kapital kurzfristig anlegen. Danach gibt es weitere Punkte zu klären. Wie viel Zeit soll investiert werden? Sind fremdsprachige Webseiten eine Hürde? Gibt es entsprechende Informationen im Netz? Und vieles mehr.

Das Problem

Nachdem alles geklärt wurde, kann man im Netz alle Information zusammensuchen. Am Ende hat man eine Liste von 10 bis 20 Plattformen. Nun steht man vor der Qual der Wahl: wie genau entscheide ich mich? Jede Plattform hat seine Vor- und Nachteile. Zudem sind mir einige Kriterien wichtiger als andere. Dann gibt es auch noch die ganz Besonderen, die sich ein paar Bonuspunkte verdient haben. Als ob das nicht alles kompliziert genug wäre, ändert sich alle paar Wochen oder Monate etwas. Wie sollte man das ganze Zuordnen oder Aufstellen?

Erstellung der Matrix

Nach langer, vergeblicher Suche im Netz und purer Verzweiflung musste ich etwas tun. Ich nahm mir eine Excel Datei und fing an mir alles aufzuschreiben. Das war der Beginn meiner Matrix.

Gewichtung der Kriterien

Ranking

Die Vergabe von Punkten ist nicht so einfach. Je mehr Punkte ein Kriterium erfüllt, desto mehr

Einfluss hat sie auf die gesamte Bewertung. Dabei muss man das Verhältnis beachten um keine Über- oder Untergewichtung zu erhalten. Wenn man seine Strategie ändert oder neue Kriterien einführt, muss man alles erneut berechnen. Um das Problem zu lösen, habe ich eine Allokation erstellt. Man gibt dabei nur die gewünschte Gewichtung ein und den optimalen Wert. Den Rest rechnet sich Excel selbst aus.

Grenzen aufstellen

Nach dem man seine Matrix fertig hat, kann man sein eigenes Ranking aufstellen. Je größer die Punktzahl, umso höher das Ranking. Somit kann man ein Limit setzten, ab welchem Rang eine Plattform nicht mehr infrage kommt bzw. die Höhe der Investition begrenzen.

Die Übersicht

Am Ende hat man sein eigenes Ranking. Mit einem Filter kann man die Plattformen nach Rang oder Höhe der Investition auflisten. Durch verschiedene Farben und Diagrammen wird die visuelle Darstellung verbessert. Wählt man seine Plattformen und das jeweilige Kapital aus, erhält man eine gesamte Bewertung des Portfolios.

Excel – Das Programm für alles / Google Sheets

Das Meisterwerk wurde über Microsoft Office Excel 2019 erstellt. Es hat aber keine speziellen

Rating

Funktionen, sodass eine 2009 Version genauso reicht. Die Matrix und das Ranking sind bereits nutzbar.

Möchte man etwas verändern oder erweitern, braucht man keine speziellen Fähigkeiten um das Programm zu nutzen. Grundkenntnisse sind ausreichen. Dazu findet man Videos auf YouTube oder man probiert etwas herum. Mit den Grundrechenarten und Prozent rechnen hat man bereits alles, was man braucht. Die meisten Formeln kann man einfach kopieren und einfügen. Die einzige Besonderheit ist die „Wenn/Dann“ Funktion. Diese wurde aber auch bereits eingebaut.

[Einwurf von mir, damit das noch mehr Leser nutzen können haben wir das Excel Sheet zu Google Sheets konvertiert und ihr könnt das nun einfach im Browser selbst online verwenden:]

Die Excel Matrix zum selbst konfigurieren
hier öffnen: “Das Tabellen Sheet mit der Matrix –  natürlich könnt ihr euch Ömers Matrix Tool in euren Google Account verschieben oder als Excel Format herunterladen und für eure privaten Zwecke individuell anpassen!

Das Ergebnis

Das Ziel dabei war es eine Matrix zu erstellen, die für jeden Investor, seine eigenen Bedürfnisse und Anforderungen anpassen kann. Ob man es nutzen, möchte, muss jeder selbst entscheiden. Ich selbst benutze es als Orientierung. Das liegt daran, dass noch einiges fehlt. Ich habe bis jetzt noch keine Kriterien für aktive Blogs, Support, Transparenz, etc. eingeführt. Man könnte sogar Noten für die deutschsprachige Übersetzung vergeben. Auch die persönliche Einschätzung kann mit einberechnet werden. Je mehr Daten eingegeben werden, umso genauer ist das Ergebnis.

Ömer Plattform Matrix – die aktuelle siehe link im Text

Das Tolle ist Ömer entwickelt an der Matrix weiter – ihr könnt über das google sheet euch gerne mit Kommentaren als auch mit euren Wünschen am weiter entwickeln beteiligen oder ihm einfach auch mal nur Danke für seine Arbeit sagen 😉

Mein eher pragmatischer Ansatz – oder eine wilde Mischung

Den Weg wie ich mich Plattformen nähere, will ich auch nicht verschweigen, übrigens in der P2P Cafe “China” Folge hatten wir das Thema auch mal als Community Frage schon mal thematisiert.
Im Unterschied zu Ömer bin ich wesentlich vorsichtiger, was die maximale Anlage in P2P angeht so überschreite ich die 10% meines Gesamtvermögens nicht und bin daher auch entspannter, was die Auswahl angeht – wenn auch nicht so tiefenentspannt wie Lars ;).
Natürlich ist es, aber auch bei mir so das ich mir einige Gedanken zu den Plattformen mache. Für mich wichtige Kriterien sind in welches Risikoprofil gehören die Plattformen:

  • Ich unterscheide Grundsätzlich zwischen Buyback und nicht Buyback
  • Bei nicht Buyback wie hoch sind die Ausfallraten, was bedeutet dies für die Diversifikation mit, wie viel müsste ich einsteigen (100*Mindestanlage?) für ein erträgliches Risikoprofil
  • Sind es Consumer, Immobilien oder Businnes Plattformen oder ein Gemischtwarenladen wie Grupeer?
  • Wie hoch ist die Marktkapitalisierung (z.b.: Juni 2019)
  • Anlageuniversum (Westeuropa vs. Osteuropa/Asien)

Was finde ich negatives über die Plattform oder wenigstens echte Erfahrungen (Die x-Plattform Vorstellung ist für mich wertlos) und im Gegensatz zu Ömer ist es für mich weniger von Belang, ob ich oder jemand anderes mal über eine Plattform berichtet hat – da hilft manachmal schon eher mal das P2P Forum ;).
Bei unbekannteren oder kleineren recherchiere ich dann auch ab und an tiefer, genaueres habe ich dazu auch in meiner Risikobetrachtung aufgeführt.

Klar eine wichtige Rolle spielt vor allem auch die Rendite, die Laufzeiten dagegen weniger eher noch, ob es einen Zweitmarkt und Autoinvest gibt.
Und tatsächlich ab und an auch ein wenig Neugier, Spieltrieb und Sympathie – zugegeben nicht unbedingt die besten Ratgeber.
Aus der Melange erstelle ich mir, dann mein Portfolio das ich auch entsprechend gewichte. Je “Vertrauensvoller” ich eine Plattform finde, desto mehr investiere ich in diese schlussendlich.

Meine Plattform Gewichtung

So dramatisch sind dann die Unterschiede zwischen Ömers Matrix und meinem Portfolio dann gar nicht mehr – finde zumindest ich (zugegeben im Detail schon aber das kann ich mir mit seinem Tool bestimmt passend hinbiegen 😉

Und wie geht ihr vor, habt ihr noch weitere Kriterien, die wir übersehen haben? Oder auch ein cooles Auswahltool dann rein damit in die Kommentare!