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Nach meinem ersten stark vereinfachten Versuch die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten und die daraus abgeleitete Notwendigkeit einer Diversifikation zu beschreiben, hat sich Leser Andy gemeldet und mir mathematisch auf die SprĂŒnge geholfen. Ziel ist es bestimmen zu können wie meine erwartet Rendite sein wird unter anderem mit Binominalverteilung & Bernouli Experimenten

Die Motivation fĂŒr diesen Artikel

Nach meinem ersten viel zu stark vereinfachten Versuch die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten und die daraus abgeleitete Notwendigkeit einer Diversifikation zu beschreiben, hat sich Leser Andy, der sich in der Stochastik zu Hause fĂŒhlt, zu Wort gemeldet.
Sein Kommentar hat einiges Licht ins Dunkle gebracht und aufgezeigt mit welcher Wahrscheinlichkeit wie viele Kredite in einem Portfolio ausfallen werden. Ich habe das Thema darauf hin versucht erneut nun deutlich vertiefender und etwas "kompetenter" abzuhandeln.

...weiterlesen "Warum ein kleines Portfolio scheitern wird oder Der Einfluss der Diversifikation auf die Rendite…."

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Motivation

Nachdem ich ganz neu und frisch EstateGuru die ersten Immokredite mit ins Spiel genommen habe und mich schon auf die erste RĂŒckzahlungen freute - gab es gleich mal ein "LATE" zu sehen, eine verspĂ€tete RĂŒckzahlung ein schlechtes Omen...?

Das hat mich dann motiviert ĂŒber den Tellerrand zu schauen was KreditausfĂ€lle und Diversifikation bei Immokrediten (und im Allgemeinen) bedeutet.

Ein kleiner Exkurs zur Kredit Ausfallrate

Allgemein Konsumentenkredite Ausfallraten

Bondora Ausschnitt Kreditzinsen
Bondora HR Kreditzinsen

In Deutschland betrĂ€gt laut Schufa Kreditkompass die durchschnittliche Ausfallrate fĂŒr Konsumentenkredite nur 2,2% Andere Reports und Bericht sprechen auch mal von nur 2%.

In östlichen Gefilden liegt das wohl deutlich höher was man an den Zahlen von Bondara schön sieht: August Performance Bondora
Darin sind dann AusfÀlle jenseits von 20% mit einkalkuliert (je nach Rating AA-HR).
Das erklĂ€rt auch die z.T. Schwindel erregenden Zinsen von mehr als 250 % bei den HR Krediten. Bei denen dann aber auch AusfĂ€lle von ĂŒber 65% die Regel sind!

Immokredite

Zu Immobilien findet sich leider sehr wenig konkretes die meisten gehen von einem geringeren Ausfallrisiko aus als bei Konsumentenkrediten.
Konkrete Zahlen habe ich immerhin fĂŒr Brasilien gefunden, was zumindest auch als Schwellenland angeht und somit zum vorsichtigen Vergleich herangezogen werden kann. Hausfinanzierung Brasilien

In Brasilien (Schwellenland) gab es im Jahr 2003 11 %  KreditausfĂ€lle, durch verschiedene Maßnahmen wurden diese auf 1,8% im Jahr 2012 gedrĂŒckt.

D.h. in Brasilien hat sich die Ausfallrate kontinuierlich verringert und ist nun unter 2% angekommen. Die Ausfallrate ist jedoch auch sehr von den Kreditanbahner Kriterien abhÀngig und lÀsst sich nicht pauschalisieren, wichtig ist nur AusfÀlle sind ein Konkret und man muss sie einkalkulieren.
Auch wenn es bei EstateGuru bisher noch keine gab, scheinen die ersten Kredite sich kurz davor zu befinden wenn man den Kommentaren im Netz vertrauen will. 

Zu Deutschland habe ich keine aggregierten Zahlen gefunden, nur vereinzelte wie die der Sparda Bank die eine unglaublich niedrige Ausfallrate von 0,02% ihrer Immokredite hat.

Ich fĂŒr mich persönlich nehme bei Immobilienfinanzierung  eine Ausfallrate von  5% an und hoffe das dies ein eher sehr konservativer Wert als ein realistischer Wert ist und am Schluss ich "besser" abzuschneiden.

Was hat das nun mit EstateGuru und meinem Depot zu tun?

Mein aktuelles Depot besteht aus 8 Krediten a 50 € bei jedem rechnen ich mit einem Ausfallrisiko von 5 % - sprich ich muss einplanen das mir immer mal mindestens einer ausfallen kann.

Wie sieht das dann aus wenn einer meiner 8 ausfÀllt (stark vereinfacht ohne Wiederanlage etc.):

Monate AVG
%
Anzahl
Kredite
Ausfall Invest/Kredit Rendite
1 11 8 1 50 -11,70
2 8 1 50 -10,90
3 8 1 50 -10,09
4 8 1 50 -9,29
5 8 1 50 -8,49
6 8 1 50 -7,69
7 8 1 50 -6,89
8 8 1 50 -6,08
9 8 1 50 -5,28
10 8 1 50 -4,48
11 8 1 50 -3,68
12 8 1 50 -2,88
13 8 1 50 -2,07
14 8 1 50 -1,27
15 8 1 50 -0,47
16 8 1 50 0,33
17 8 1 50 1,14
18 8 1 50 1,94
19 8 1 50 2,74
20 8 1 50 3,54
21 8 1 50 4,34
22 8 1 50 5,15
23 8 1 50 5,95
24 8 1 50 6,75

D.h. nach 2 Jahren satte ~3,4% Gesamtrendite pro Jahr und das auch nur wenn kein weitere mehr ausfÀllt (Wir erinnern und das Risiko das einer ausfÀllt liegt bei x% zu jeder Zeit egal wie viele ich habe und ob bereits ein andere ausgefallen ist!)

 

Fazit

Ich habe mein Risiko zu wenig verteilt, ein Ausfall zerhagelt mir schon ziemlich heftig die Bilanz, ich sollte wohl aufstocken wenn ich mein Risiko streuen möchte....

Zusammengefasst, bei Immobilienkrediten sollten min. 20 Projekte im Portfolio sein bei Verbraucherkrediten min. 100 andere sprechen von min. 200.

Das heißt bei einer MindestkreditgrĂ¶ĂŸe von 50 € bei EstateGuru sollte man demnach bereit sein auch min. 1000 € in 20 verschiedene Projekte von verschiedenen Kreditnehmer! anlegen zu wollen.

Auf einer Plattform wie Bondora kommt man da "gĂŒnstiger" weg, da ist das durch die 1€ Mindestsumme schon mit 100 € zu bewerkstelligen - wobei hier wiederum durch die Ratingbandbreite eine weitere Bewertungsebene hinzukommt und ich daher eher min. 50-100 pro Risikoklasse empfehlen wĂŒrde und es auch nicht einfach auszuschließen ist das der Kredit auch wirklich an unterschiedliche EmpfĂ€nger geht.

Faustformel:  >100 (20) * Mindestanlage = Investitionsvolumen

Mein Stand

In meinem Bondora Portfolio liegen gerade 400 Kredite in den Ratings von AA-E bei rund 500€ Anlagevolumen. Von der Streuung her sollte das so nun schon ganz gut passen, wobei noch ein paar AnfĂ€ngerfehler mit Einzelkredite mit zu hohen Volumen mit dabei sind was isch dann auch schon bei den ersten InkassofĂ€llen bemerkbar macht! 

Bei Lenndy dagegen bin ich erst bei 45 Investments da hier die Mindestanlage bereits bei 10 € liegt! Somit gilt auch hier erst wenn ich Geld nachlege "senke" ich mein Risiko....

Wer sich bei EstateGuru (aktuell 1% bald wieder 0,5%) oder Bondora (5€) austoben will, nur zu, ĂŒber die Links gibt es dann noch Spielgeld mit dazu.... 

Bei Flender stehe ich noch ganz am Anfang  mit 4 Krediten und auch da wird es eher teuer da hier Firmenkredite vergeben werden und die Mindestanlage 50 € sind, dass bedeute das ich eher >2000 € investieren werde. (Firmenkredite liegen bei der Ausfallrate zwischen Immo und Verbraucherkredite). 

UPDATE (14.11.17): Ich habe nun aufgestockt bei EstateGuru  und komme damit dann auf 14 Kredite - da ich alle manuell investiere dauert das aber auch noch seine Zeit (ca. 2 neue pro Woche kommen dazu die halbwegs passen)
Damit dĂŒrfte ich bei einem Ausfall auf zwei Jahre betrachtet auf > 6% Rendite kommen (und auch schon nach einem Jahr im plus liegen).
Alles in der Annahme eines Totalausfalls - idealerweise ist ein Ausfall im Immosektor auch kein Totalverlust, aber das wird sich dann zeigen...
Ach und der verspÀtete Kredit ist mittlerweile getilgt worden und schon wieder zu spÀt... Ob das mein Sorgenkind wird ....

UPDATE ( 16.01.18):  Noch mal aufgestockt bei EstateGuru so das ich nun bei 17 Krediten bin - knapp vor meinem selbst gesteckten Ziel der 20 - im Laufe des Jahres werde ich da sicher noch hinkommen....

UPDATE ( 23.03.18):  in wenigen Tagen bin ich bei 22 Krediten erstes Etappenziel erreicht - nÀchstes dann 25

Monitoring Verwaltung und Überwachung eines P2P/Aktien/ETF Portfolios mit dem Tool Portfolio Performance um damit Zinsfuß Heatmaps Diagramme Asset allocation abzubilden mit Fokus auf P2P

Wie bestimme ich den Performance Sieger?

Trophies
Trophies via flickr

Ein Spiel ohne Sieger macht ja nur halb so viel Spaß.

 Daher war es klar das ich auch mittracken wollte wo die einzelnen "Spieler" also P2P Plattformen den zyklisch stehen. Um dann auch einfach die Auswertung und den Vergleich untereinander zu ermöglichen.

Ausflug in die Welt des echten Geldes oder wie ich mein Depot bisher verwaltet hatte

FĂŒr meine "ernsthafte" Geldanlage habe ich schon im Jahr 2016 angefangen die Daten in diversen Tools zu erfassen bzw. das was gegeben war zu nutzen.

Das waren:

  • Comdirect DepotĂŒbersicht (mit diesem bin ich was ETF/Aktien angeht sehr zufrieden )

    • ganz nett, aber bietet keinerlei Asset Allocation (Stichwort DiversitĂ€t) oder Asset Klassen (Renten/Festgeld/Aktien/Immos) und Regionen (welche LĂ€nder) - geschweige denn Rebalancing 
    • nur Gelder die bei der Comdirect liegen werden bisher hier aufgezeigt
    • ganz neu kann man auch andere Banken/Depots einbinden - aber sicher keine P2P Plattformen 😉
  • JustETF
    • kommt schon in die Richtung wie mir das besser gefĂ€llt, immerhin schon mal die groben Asset Klassen, aber auch keine Regionen oder Asset Allocation - dafĂŒr mehr ETF spezifische Infos und im kostenpflichtigen Bereich dann auch mit Rebalancing und weitern Features
    • Schön auch, man findet hier u.a. ein Musterdepot von meiner Basisstrategie
    • gibt es allerdings nur fĂŒr ETFs alles andere geht hier gar nicht
  • Morningstar 
    • ist schon richtig gut vor allem das X-Rax Tool ist wirklich Klasse, bietet alles was ich suche und noch viel mehr (z.B. Klumpenrisiko bei ETFS/Fonds welche Positionen ĂŒberschneiden sich innerhalb der ETFs  (z.B. DAX ETF & EURO STOXX)
    • Das große Aber - nur Wertpapiere (auch ETFs) - keine anderen Konten
    • die richtig coolen Auswertung berĂŒcksichtigen auch nur die Top 10 (vielleicht auch ein paar mehr Papiere) zu wenig fĂŒr mein ĂŒber die Jahre angesammelten KrĂ€merladen 

Schlussendlich reicht das nicht bzw. möchte ich kein drei Tools verwenden und auch ein Onlinetool hat seine TĂŒcken ... (und natĂŒrlich ein offline Tool - ebenso - Stichwort Backup!)
Ich will alles in einem Tool miteinander kombinierbar haben - eben die komplette VermögensĂŒbersicht!

Nach ein  wenig Suchen und der meiner Meinung nach irren Idee das selbst mit Excel zu bauen, bin ich auf das geniale und zu allem auch noch kostenlose Tool von portfolio performance von Andreas Buchen (hier im Interview beim Finanzrocker) gekommen.

Damit lassen sich alle möglichen Konten und Assets verwalten aktualisieren und pflegen... (Wenn man sich die MĂŒhe macht auch mit Asset Classes / Asset Allocation / Region ) und vor allem auch mit automatischer Kursaktuallisierung und Rebalancing.

Also auch mein P2P Spielgeld (Einsortiert unter Risiko behafteten Anteil -> Anleihen -> P2P und zusÀtzlich in den Regionen-> SchwellenlÀnder -> Osteuropa) verwalte ich nun damit erfolgreich.

 

Wie verwende ich portfolio performance in meinem Spiel

Ich erfasse die einzelnen P2P Plattformen als Konten:

Kontoauszug P2P Portfolio Performance
Kontoauszug P2P Portfolio Performance

Und buche aktuell noch, dann bei jedem Mitspieler einzeln, die ErtrĂ€ge (da es noch keine Verluste gab nur diese ) sowie Zinsbelastungen/GebĂŒhren schließlich jeden Tag brav ein.
Um es mir etwas leicht zu machen buche ich die Einlagen als Einlage und die Differenz zur Einlage als Zinsen.

Eventuell anfallender Cashback wird als Zinsen (mit Kommentar sollte ich mir das mal raus ziehen wollen) gebucht und der seltene Fall eines Affiliate Erfolgs (also wenn jemand einen meiner Affiliate links z.B. zu Mintos klickt) als Einlage um nicht die Performance zu verfÀlschen.

 Die von den Plattformen bereitgestellten KontoauszĂŒge importiere ich - bis auf eine Ausnahme (da kann ich auf Tagesbasis Zinsen/GebĂŒhren per Pivot Tabelle zusammenfassen) -  nicht, da auch nicht fĂŒr jeden Anbieter eine Exportvorlage existiert und die Performance bei zu vielen kleinteiligen Buchungen leidet.
Geld das durch Zinsen zurĂŒckfließt wird aktuell noch wieder neu angelegt, die Tatsache das die Mittel nicht liquide sind ignoriere ich....

Auswertung

Durch meine Buchung kann ich tagesaktuell den Performance Sieger bestimmen:

 

 

180 Tage P2P Rendite Zwischenstand aus Portfolio Performance
180 Tage P2P Rendite Zwischenstand aus Portfolio Performance

Weniger graphisch dafĂŒr noch mit den ZinsflĂŒĂŸen/XIRR und einer Heatmap:

P2P Performance Heatmap Portfolio Performance
P2P Performance Heatmap Portfolio Performance

Und generell dann vergleichbar in der detaillierten Performance Übersicht:

P2P Performance Auswertung View fĂŒr Wochen Report
P2P Performance Auswertung View fĂŒr Wochen Report

Und noch vieles mehr...

Portfolio Performance Asset Allocation P2P
Portfolio Performance Asset Allocation P2P

FĂŒr mich als risikobewußter P2P Anleger bietet PP auch ein nettes Feature wenn man seine Assets alle richtig zugeordnet hat. Um jederzeit feststellen zu können wie viel meines Vermögens in P2P Investiert ist und ob ich die Reißleine ziehen muss verwende ich die  Asset Allocation  und siehe da ich muss langsam machen da ich doch schon >5% in P2P investiert bin.

portfolio performance bietet noch eine ganze Menge mehr an Features vor allem auch fĂŒr meinen nicht P2P Teil also die Depots:

  • Diverse Diagramme
    Verteilung Investitionshöhe der einzelnen P2P Plattformen
    Verteilung Investitionshöhe der einzelnen P2P Plattformen
  • Asset Allocation
  • Rebalancing UnterstĂŒtzung
  • Dividenden (Statistiken/Diagramme)
  • automatische Aktienkurse und damit aktueller Vermögensstand
  • csv und pdf Bankdatenimport (Top Comdirect / die meisten bei Consors)

Die Soft Facts

Den Spaßfaktor bewerte ich aus dem Bauch raus und zwar unterteilt nach Erstmarkt und Zweitmarkt (sofern ich neue einkaufe oder verkaufe ) und den prĂŒfen/entdecken/Stöber Teil also Statistiken, Benachrichtigungen etc...

Lange Zeit hat mir hier  Bondora am meisten Spaß bereitet mit der Vielzahl an Kauf/Verkaufspieloptionen,  jedoch finde ich mittlerweile die besser aufbereiteten Kredite (Bild/Story) die es z.B. bei Lenndy oder Flender gibt deutlich spannender...
Und natĂŒrlich kommen immer wieder mal neue Plattformen wie Envestio, Grupeer oder Fast Invest dazu die alleine dadurch Spaß machen das sie neu sind...

Wie andere mit portfolio performance ihre P2P Konten pflegen: Der Finanzfisch

Wer sich es gerne mit Bild erklÀren lassen will schau mal auf Youtube nach ....