Podcast P2P deep dive – Fakten zu Kuetzal & Envestio mit Selbshilfeteam Dirk & Philipp

p2p deep dive podcast

Im Rahmen dieses Podcasts möchte ich einzelne Themen und vor allem die Schattenseiten eines P2P Investments deutlich mehr vertiefen als wir das sonst im P2P Cafe mit Lars tun.

Die Idee dazu wurde geboren, nachdem wir uns das ein oder andere Projekt doch mal ein bisschen genauer angeschaut haben. Selbstverständlich mach ich das nicht alleine, sondern mit Dirk und Philipp (investdiv.eu).

Dirk und Philipp sind beide von Kuetzal und Envestio betroffen und haben es sich schon letztes Jahr zur Aufgabe gemacht tiefer bei einigen Plattformen und Projekte zu bohren, um Ungereimtheiten aufzudecken. Dabei haben sie auch einige gefunden bereits bevor Kuetzal und jetzt auch Envestio offensichtlich dicht gemacht haben.

Beide sind auch Initiatoren  der “Interessenvertretung” der deutschen Investoren auf Telegram  und sammeln dort weiter betroffene Anleger und diskutieren die Handlungsoptionen.
Mit Ihnen habe ich in diesen Podcast versucht den aktuellen Stand von beiden Plattformen am 17.0.1.2020 festzuhalten.  Natürlich streifen wir dabei auch noch weitere Themen und Plattformen.
Die Erkenntnisse aus dem  Kuetzalfall, sind meiner Meinung auch übertragbar auf Envestio . Sowieso kann man aus  beiden Fällen einiges lernen und wenn nicht sich doch hoffentlich gut unterhalten ist ja fast ein Krimi!
Wenn ihr mit dem Format etwas anfangen könnt, gebt Bescheid, dann werden wir gerne dran bleiben und zyklisch Updates liefern.

Die überaus detaillierten Shownotes zum Podcast stammen dankenswerterweise von Dirk das könnte man schon fast als Transkript bezeichnen und Phillip liefert noch mehr Details:

Shownotes/Transkript

Wo geht es weiter? Die angesprochenen Chatgruppen

Deutsche Telegramgruppe zu Kuetzal
Deutsche Telegramgruppe zu Envestio
<ihr müsst dazu entweder euch den Link aufs handy (mit installiertem telegram) schicken oder web telegram verwenden!>

Das “ungute” Gefühl bei P2B

Wir stehen seit einiger Zeit im Austausch zu dem einen oder andern unguten Gefühl bei den baltischen Business Plattformen, die Geschäftskredite anbieten, wie z. B. Crowdestor oder Envestio.

Die Anfänge bei Envestio

Wobei es vor zwei Jahren gerade bei Envestio richtig gut anfing, hohe Zinsen und die recherchierten Projekte gab es sogar, wie man mittlerweile ja schon sagen muss. Mitte letzten Jahres geriet dann allerdings alles ein wenig ins Stocken bei Envestio. Kredite gab es nur noch selten und wenn meist die Fortsetzung eines bereits bestehenden Projektes. Und diese waren innerhalb weniger Stunden oder noch schneller finanziert.

Das Auftauchen der gerösteten Ente

Am 9. November, einem deutschen Schicksalsdatum tauchte die geröstete Ente mit einem fröhlichen “Hello world” bei Twitter auf. Ziemlich schnell war aber klar, in welche Richtung sie gehen wollte und zu wem sie schlechte Nachrichten verbreiten wollte, auch wenn sie am Anfang noch niemand ernst genommen hat. Ihre Motivation blieb bis zum Schluss im Dunkeln. Und gestern hat sie ihren Account bei Twitter dann auch schon wieder löschen lassen. Angeblich gab es Drohungen gegen sie. Mittlerweile ist sie wieder da!

Die Ente quakt zu Envestio und Herrn Ritsmann

Nachdem die Ente im November noch sehr allgemein gequakt hat, fing sie dann an konkreter zu werden und das vor allem bei Envestio (Quellenlinks dazu).

Screenshot Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Perpetuum_mobile

Ungefähr zu der Zeit wurde bekannt, dass Envestio an den deutschen Geschäftsmann Arkadi Ganzin verkauft wurde, der einen neuen COO namens Eduard Ritsmann eingestellt hat. Der alte COO Evgeniy Kukin sollte aber als Berater für Envestio tätig bleiben. Wie die Ente dann verkündete, war Eduard Ritsmann unter anderem vorher auf Verkaufsveranstaltungen der Rosch Innovation GmbH tätig.

Hauptprodukt dieser Firma ist ein “Heimkraftwerk” für jedermann, dass mit Druckluft betrieben wird. Und das Beste ist, man bekommt mehr Energie heraus, als man hineingegeben hat. Und ab ungefähr 10.000 Euro kann man schon dabei sein. Leider gab es dann eine Unterlassungsklage vom TÜV, der zwar die technische Unbedenklichkeit der Anlage bestätigt hat, aber nicht deren Funktion.

Die Konfrontation von Ritsmann

Herr Ritsmann wurde dann zu einem Statement zu seiner Tätigkeit bei der Rosch Innovation GmbH gebeten und er hat bestätigt, dass er auf den Verkaufsveranstaltungen tätig war. Er hat sich davon aber nicht distanziert, sondern das Projekt sogar noch gelobt.

Erst nach weiterem Nachbohren gab er kund, dass es keinen Vertrag mit der Firma gab und er das eher nebenbei gemacht hat. Viele Investoren gaben sich damit erst einmal zufrieden und andere riefen dazu auf, keine Panik zu verbreiten und ruhig zu bleiben. Einige Investoren mit teilweise auch größeren Beträgen, hielt es allerdings nicht mehr bei Envestio und sie sind ausgestiegen. Was sich dadurch bemerkbar machte, dass man plötzlich wieder in alte Projekte investieren konnte.

Dirk freut sich über ganz viele Envestioprojekte

Nicht ganz ernst gemeint, hebt Dirk die positiven Aspekte der verfügbaren Projekte hervor. Während es stellenweise 2019 monatelang gar nicht möglich war, auf Envestio sein Geld unterzubringen, bot sich nun die Chance dort breit zu diversifizieren.

Envestio hat allerdings recht schnell Konsequenzen aus der Verunsicherung gezogen und den alten COO Herrn Kukin wieder fest verpflichtet und Herrn Ritsmann zum Vertriebsleiter ernannt.
Auf Social Media Kanälen ist Herr Ritsmann auf jeden Fall deutlich kommunikativer, auch wenn es bei den Youtube Videos noch Verbesserungsmöglichkeiten der Präsentation gibt.

Ein Projektbeispiel … immerhin echte Projekte

Angestachelt von der Ente ging es dann immer weiter und Blogger und Investoren haben immer weiter gegraben. Kristian Morss, einer der Blogger, hat sich etwas näher mit dem Projekt Mezaparks beschäftigt, nachdem die Verbindungen zum ursprünglichen Gründer von Envestio Sergejs Sergejevs bekannt wurden.
Man könnte Mezaparks auch ein Vorzeigeprojekt nennen. Es wurde schon bei Crowdestor teilweise finanziert, jetzt bei Envestio zu besseren Bedingungen, also noch echter kann ein Projekt doch gar nicht sein. Wenn man auf die Baustelle dort geht, sieht man zumindest, dass dort gearbeitet wurde, auch wenn laut Sergejs Sergejevs, der in diesem Fall der Kreditnehmer ist (sic!), die ukrainischen Bauarbeiter dieses Jahr erst am 20. Januar aus ihrem Weihnachtsurlaub zurückkommen.

Unsere Konsequenz zu Envestio

Für Thomas ist es ganz klar, so lange es kein externes Audit gab und so lange jemand wie Herr Ritsmann an Board ist, wird er nichts mehr bei Envestio investieren und alles auslaufen lassen und dann abziehen.
Auch Philippp ist dieser Meinung, besonders nach einem Post von Envestio auf Facebook, in dem investigative Blogger schon fast diffamiert wurden.
Dirk kann nicht verstehen, dass man sogar bereit ist, langfristige Projekte mit 5% Abzug zu verkaufen und sich vom Acker der Plattform zu machen. Vor allem, wo er schon durch Kuetzal einen großen Verlust hinnehmen musste.

Das hohe Risiko für die Plattformen Rückkaufgarantie!

Da sieht man natürlich auch sehr schön, dass die Möglichkeit eines vorzeitigen Ausstiegs ein großes Risiko für die Plattformen birgt, die solche Versprechungen machen. So kann es ganz schnell zum “Bankrun” kommen und die Plattform zahlungsunfähig werden.

Bis jetzt funktioniert es allerdings noch sehr gut bei Envestio mit der Geldauszahlung, sogar voll automatisiert, man kann es direkt auf der Website beauftragen, muss es nicht erst per Mail anfordern. Envestio war ja auch die erste Plattform mit Autoinvest, der bis jetzt auch sehr zuverlässig funktioniert. Also bis jetzt haben sie ihre Versprechungen eingelöst. Sie scheinen allerdings zunehmend nervös zu werden und man könnte daraus schließen, dass es bald nicht mehr so reibungslos läuft.

Daher ist es vielleicht schlauer, solche Optionen erst gar nicht auf der Plattform anzubieten. Oder nur über Umwege mit einem Zweitmarkt. Der im Ernstfall auch mal eingefroren werden kann.

Mintos Zweitmarkt einfrieren gut oder schlecht?

Dirk hebt ihr das Negativbeispiel Mintos hervor. Wobei Thomas meint, dass dadurch vor allem uninformierte Investoren geschützt werden. Dirk wendet ein, dass Investoren, die keine Zeit haben, sich zu informieren, doch besser nicht auf dem Zweitmarkt tätig werden sollten.

Jetzt aber endlich Kuetzal – jetzt gilts

Ganz aktuell dürfte aber Kuetzal noch interessanter als Envestio sein. Dieser erste Absturz einer baltischen P2B Plattform zieht bereits seine Kreise.

Zuerst sollten wir noch darüber sprechen, was Kuetzel genau war. Thomas betont, dass er sie nur von der Invest in Stuttgart im letzten Jahr kennt, wo er ihnen persönlich die Hand geschüttelt und die Werbeshirts bewundert hat.
16:40.984 Thomas hat gewarnt und Dirk erdet ihn
Dirk beklagt sich, dass er nicht gewarnt wurde, was Thomas aber bestreitet. Auch wenn der Mindestinvest auf 50 Euro gesenkt worden wäre, hätte er nur darüber nachgedacht, aber auf keinen Fall sofort investiert.

Wie wichtig ist Sympathie beim Geld anlegen?

Thomas waren die Repräsentanten von Kuetzal einfach unsympathisch, was er aber öffentlich nicht so zuvor geäußert hat, weil es für ihn kein Argument ist. Dirk findet Sympathie dagegen sehr wichtig, weil er sein Geld nicht unsympathischen Leuten anvertrauen möchte.

Von Crowdestor hatte Thomas hingegen einen sehr guten Eindruck beim persönlichen Treffen auf der Invest. Philippp auch.

Kuetzal Basics – Räume und Personen ohne Verträge!

Doch zurück zum Thema. Kuetzal ist eine estnische P2P Plattform aus Tallinn gegründet 2018.

Einzige offizielle Gesellschafterin vom Anfang bis zum Ende ist Viktoria Gortsak. Die Firma vertreten haben allerdings nur Mitarbeiter in Riga, also in Lettland, wo es keine offizielle Filiale gab.
Alberts Čevers hat sich gegenüber Bloggern immer als Mitgründer und CEO vorgestellt, tritt aber in den Handelsregistern nirgendwo in Erscheinung. Mittlerweile ist fraglich, ob es je einen offiziellen Vertrag zwischen ihm und Kuetzal gab.

Alberts Cervers in seinem Büro

In Riga gab es ein angemietetes Büro, wo die Blogger empfangen wurden. Auf den bei diesen Gelegenheiten geknipsten Bildern, sieht es immer etwas spärlich möbliert und sehr aufgeräumt aus, wenig Utensilien auf den Schreibtischen.

So richtig abgehoben hat der Vogel dann Mitte letzten Jahres als der dänische Blogger Jørgen Wolf zu Besuch war. Er war auch schon bei Fast Invest und Envestio und nach seinem Besuch haben diese Plattformen einen ordentlichen Schub bekommen. So war es auch bei Kuetzal, die Projekte waren schneller finanziert, aber niemand hat so richtig hinterfragt, wo diese vielen, ganz unterschiedlichen Projekte eigentlich herkamen. Zu Anfang gab es vor allem Immobilien, aber auch schon etwas exotischere Dinge, wie Gesundheitsdrinks und –tänze. Außerdem auch noch Transportunternehmen und immer wieder gern genommen: Crypto Mining.

Philipp wendet ein, dass es schon sehr auffällig war, wie sich gerade diese Crypto Projekte auf allen Plattformen ähneln. Dirk hat hier vermutet, dass es der Weg ist, wie die russischen Ransomeware Expresser ihre Bitcoins sauber waschen, aber das ist natürlich eine ganz böse Unterstellung und nicht ganz ernst gemeint.

Die Projekte von Kuetzal Marina Code SP & Alborg Petrol

Kuetzal “Projekte”

Recht früh Fragen aufgeworfen hat das Projekt Marina Code, das mit einem großen Foto von Frachtcontainern in einem Hafen beworben wurde. Die Firma ist in Białystok registriert. Die Stadt ist nicht gerade als Hafenmetropole bekannt. Die Ostsee ist etwas weiter entfernt und auch der einzige Fluss der Stadt macht nicht den Eindruck, dass er die Heimat von Frachtschiffen wäre.
Die Leute beruhigen sich aber selbst wieder, indem sie sich sagen, da wären halt nur die Büros. Und die machen ja auch was mit Lkws.

Ein weiteres Transportprojekt war Alborg Petrol, die Öl aus Russland in den Westen transportieren wollten
So richtig die Spekulationen über die Projekte angeheizt hat dann die Ente auf Twitter. ExploreP2P antwortet recht bald der Ente und sagt, auf schlechte P2B Plattformen hätten sie ja schon im Sommer hingewiesen. Außerdem würden sie in Kürze einen Kracher bringen. Sie haben dann das Alborg Petrol Projekt auseinandergenommen und gezeigt, dass es eigentlich nicht echt sein kann. Ab da sind die Investoren in Panik ausgebrochen. ExploreP2P scheint man auf Anhieb mehr vertraut zu haben als einer anonymen Ente.

Die Ente hat die Familiengeschichte der Čevers ausgegraben

Die Ente hat sich in der Zeit mit der Familiengeschichte der Čevers in Riga beschäftigt. Und kurz zuvor wurde auch noch die Webseite von Kuetzal gehackt.

Das Projekt Marina Code im polnischen Binnenhafen wurde vorzeitig beendet. Die Investoren haben ihr investiertes Geld zurückbekommen. Von außen betrachtet wirkte das etwas seltsam, da die Zahlungen immer pünktlich erfolgten. Doch es gab eine große Ankündigung per Mail, wo auf die schlechte Zusammenarbeit mit der Firma verwiesen wurde.

Teamwechsel – Maksims Reutovs tritt auf – (fast) alle treten ab

Da gab es noch ein Team?

Plötzlich wurde auch noch ein CEO Wechsel bekannt gegeben. Maksims Reutovs, ein ehemaliger Tennisspieler, wurde für Alberts Čevers eingewechselt. Das sorgte für einige Überraschung, auch beim bekannten dänischen Blogger Jørgen.

Alberts teilt auf Nachfrage mit, dass er ein Jobangebot bekommen hat, dass er nicht ablehnen konnte. Offensichtlich war das Angebot so gut, dass er gleich auch noch das ganze bisherige Team mitgenommen hat.

Außer Maksims trat ab jetzt niemand von Kuetzal mehr öffentlich in Erscheinung. Im Hintergrund müssen ja aber noch Leute an der Website gebastelt haben, da diese erst letzte Woche deutlich reduziert wurde.

Gibt es doch echte Kuetzal Projekte? Philipp macht es spannend & besorgte Blogger

Zur Überraschung meint jetzt Philipp, dass es doch ein paar echte Projekte gab. Zu allem Überfluss gab es dann noch eine neue Kontonummer in Malta von Kuetzal.

Jørgen nahm die ganzen verwirrenden Neuigkeiten zum Anlass, den neuen CEO einmal persönlich kennenzulernen und Antworten auf drängende Fragen zu bekommen. Das Treffen fand diesmal in einem Café und nicht im Büro statt, da dies wohl schon nicht mehr zur Verfügung stand. Leider konnte Herr Reutovs keine zufriedenstellenden Antworten geben. Ein Treffen mit der offiziellen Inhaberin Viktoria Gortsak am Folgetag kam nicht zustande.

Bei dem Treffen mit Herrn Reutovs kam aber noch heraus, dass er noch nie mit einer Frau in Tallinn kommuniziert hat, sondern immer nur mit einem Mann. Die Investoren wurden nun sehr nervös, nachdem dies bekannt wurde.

Das Spiel auf Zeit beginnt

Kuetzal scheint von jetzt an auf Zeit zu spielen. Für Alborg Petrol wurde noch ein unabhängiger Gutachter angekündigt.

Angeblich wurden die Bankkonten von Kuetzal wegen Verdachts auf Geldwäsche eingefroren.

Mittlerweile kursiert im Netz eine mutmaßliche Mail der estnischen Polizei, wo bestätigt wird, dass die Konten eingefroren sind. In einer Mail hat Kuetzal auf Februar vertröstet, wo sie hoffen, wieder Geld auszahlen zu können.

Ab und an gab es noch Anworten und Beschwichtigungen von Kuetzal, aber am letzten Sonntag war es dann soweit und sie haben eine „Abwicklungsmail“ verschickt. Es werden keine neuen Projekte finanziert und alles soll noch „ordnungsgemäß“ bis zum Schluss durchlaufen.

Vorher war immer die Aussage, dass Kuetzal genug Geld hätte, um alle Investoren auszuzahlen, daher widersprechen sie sich mit der „Abschiedsmail“. Angeblich gab es zwei private Investoren und einen Investmentfunds, die eventuelle Ausfälle auffangen sollten. In einem Interview gab Alberts Čevers damals zum besten, dass sie das zur Not auch aus der eigenen Tasche finanzieren könnten.

Die nicht Fassaden Projekte & Die Ehefrau darf “mitspielen” & doch alles nur Show
So wie es bis jetzt aussieht, gab es kein einziges echtes Projekt. Auf Nachfrage bekommt man bei einigen Projekten die Aussage, dass es zwar Gespräche mit Kuetzal gab, aber dass keine Gelder geflossen seien und es auch keinen Vertrag gibt. Einige der angeschriebenen Projekte waren sogar gar nicht in Kontakt mit Kuetzal. Ein Immobilienprojekt wurde sogar bei Estateguru finanziert.
Die Recherche ergab, dass eines der ersten Immobilienprojekte von AA von der jetzigen Ehefrau Alberts Čevers gegründet wurde, die damals allerdings noch Milus hieß.

Eines der letzten Projekte Meža Veltes hat auch nur bestätigt, dass es zwar Kontakt mit Kuetzal gab, aber auch hier noch nichts unterschrieben wurde. Eigentlich wartet man noch auf die Antwort.

Es gab auffällig viele Projekte, deren Webseiten schnell zusammengeschustert aussehen. Beim Projekt Beta Health mit den Gesundheitsgetränken gibt es sogar einen Webshop, wobei niemand weiß, was passiert, wenn man dort wirklich etwas bestellt.

Betrug von Anfang an einem totalen SCAM auf den Leim gegangen

Zusammengefasst kann man also sagen, Kuetzal war von Anfang an auf Betrug ausgelegt.

Schon das erste Projekt war gleich von AA Deployment. Es ist natürlich möglich, dass sie sich nur selbst Geld leihen wollten, so wie es auch Crowdestor, Envestio…

Und auch Mintos leiht Mogo und den anderen verbandelten Anbahnern Geld. Die Verzahnung, Familien- und Freundschaftsverhältnisse sind im kleinen Baltikum halt sehr ausgeprägt.

Aber es ist natürlich schon etwas anderes, ob man der Familie Geld leiht oder es tatsächlich gar keine Projekte gibt. Dirk und Philipp sind also einem echten Scam auf den Leim gegangen.

Nochamal Familienhistorie Alberts Vater der Ideengeber und Viktory mal wieder?
Die Ente hält den Viktors Čevers, den Vater von Alberts Čevers, für denjenigen, der die Scamidee hatte.

Die Idee soll ihm gekommen sein, als sein Sohn in Barcelona jeweils kurz für verschiedene P2P Plattformen gearbeitet hat. Vielleicht hat er noch die Seite von Envestio gesehen und da hielt er es wohl für eine gute Idee, auch so eine Plattform gründen zu lassen, wo Investoren aus aller Welt ohne groß nachzudenken, ihr Geld hinschicken. Viktors Čevers ist auch einschlägig vorbestraft wegen Steuerhinterziehung mit seinen Sushi Restaurants. In dem Prozess dazu war auch Andrei Korobeiko, der ehemalige Lebensgefährte von Viktoria Gortsak angeklagt, der ebenfalls ein Faible für Sushi Restaurants zu haben scheint.

Die Vermutung ist also, dass Viktors seinen alten Weggefährten Andrei angerufen hat und ihm vorgeschlagen hat, eine Firma in Tallinn zu gründen, mit der man wunderbar Geld einsammeln kann. Vielleicht hatte sich Andrei grad mit Viktoria zerstritten und hat sie dann für 500 Euro losgeschickt, um die Firma zu registrieren, damit der eigene Name erstmal aus dem Spiel bleibt. Das ist momentan Stand der Spekulationen.

Weitere Spekulation und wie weiter und gleich die Opfer auch nochmehr melken?

Das Büro von Kuetzal

Mittlerweile haben sich betroffene Investoren in einer Telegramgruppe zusammengetan, um rechtliche Schritte zu prüfen. Es werden hier aber natürlich fleißig weiter Verschwörungstheorien gebastelt.

Die Zweifelhafte Rolle des Dr. A. in der internationalen Telegram Gruppe der Opfer
Derjenige, der die Gruppe initiert hat, um erstmal Daten sammeln zu lassen, hat selbst einen Hedge Funds und selbst über 100.000 Euro in Kuetzal versenkt.
Es wurde bekannt gegeben, dass auf jeden Fall Gebühren anfallen, wenn man sich an weiteren rechtlichen Schritten teilnehmen möchte.

Ob rechtliche Schritte erfolgsversprechend sind, ist jedoch ungewiss.
Immerhin hat man aber die Beweisfotos aus den Büros, das Alberts Čevers und die ehemaligen Mitarbeiter involviert waren, auch wenn sie nichts unterschrieben haben.

Das Kuetzal Büro in Riga, was scheinbar nie offiziell angemietet wurde, befindet sich übrigens in einem Gebäude, wo auch ein anderer vorbestrafter Mitbürger Rigas eine Firma untergebracht hat. Aber hier ging es um eine dreistellige Millionensumme, die unterschlagen wurde und die Ente ist der Meinung, dass das eine Nummer zu groß für die Čevers wäre. So jemand würde nicht mit Personen unter seinem Niveau sprechen.

Die deutsche Telegram Gruppe der Opfer

Da es in der internationalen Telegramgruppe sehr unkoordiniert abläuft, haben wir beschlossen auch eine deutsche zu eröffnen, um die rechtlichen Möglichkeiten von Deutschland aus zu prüfen.

Dirk hat schon mit der Finanzaufsicht in Estland, mit der estnischen und deutschen Polizei und mit einem Anwalt in Riga gesprochen. Er hat also schon viele neue Leute kennengelernt. Auch wenn es mit dem passiven Investieren hier nicht geklappt hat, hat er etwas fürs Leben gelernt.

In der Telegramgruppe sammelt man noch Fakten und Meinungen. Rechtlich wird es halt schwierig, den Leuten in Riga und Tallinn beizukommen, da die Beweislage so dünn ist.

Auch an das Geld zu kommen, dürfte schwierig sein, vor allem, wenn es wirklich schon in Malta ist.
Allen betroffenen Investoren kann nur geraten werden, auf jeden Fall als ersten Schritt Anzeige zu erstatten.
In der Telegramgruppe werden die Daten der Investoren noch einmal zusammengetragen, um vorbereitet zu sein und diese ggf. an einen Anwalt zu geben, wenn es zu weiteren rechtlichen Schritten kommt.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme, funktionierte die Envestio Website noch, aber der Ausfall zeichnete sich bereits ab, so dass es auch hier jetzt eine Telegramgruppe gibt.

Betroffene sollten auf jeden Fall das in der Telegramgruppe verlinkte Dokument lesen und ihre Daten, evtl. auch anonymisiert eintragen.

Der Ärger bei der Geschichte

Wo bleibt die Wut der Investoren? Auch wenn die Chancen momentan eher schlecht aussehen, sollte man auf jeden Fall alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen nutzen. Der Kuetzal Fall sollte aufgeklärt werden und die Schuldigen bestraft werden.
Nach Aussagen der Ente ist Alberts Čevers noch ganz entspannt in Riga unterwegs und scheint keine Strafverfolgung zu fürchten. Ob man das einem anonymen Twitter Account so glauben kann, ist wiederum die andere Frage.

Thomas zieht aus dem Fall die Lehre, dass wenn es knallt, die Anleger alle nur die Möpse sind. Und Dirk meint, je weiter weg die Plattform ist, desto mopsiger steht man da.
P2B Business ist in Estland überhaupt nicht reguliert, was zu der Diskussion führt, ob das nun gut oder schlecht ist. Philipp meint, wenn es Regulierung gäbe, bekäme man auch keine 20% Zinsen dort.

Kurzer Abschweif zu den Auswirkungen und Ausblick

Thomas weißt darauf hin, dass es bei regulierten P2P Krediten an Konsumenten immerhin auch noch über 10% gibt. Worauf Dirk einwendet, dass es bei Bondora teilweise deutlich höhere Zinssätze gibt. Aber nur mit hohem Aufwand, wenden Thomas und Philipp ein.

Einige CEOs haben durchaus zugegeben, dass mit einer Regulierung einge Geschäftsmodelle zusammenstürzen würden.

Gibt es bereits Plattformen, die überlegen, hieraus Konsequenzen zu ziehen? Vielleicht wird das ja auch ein großes Thema auf der P2P Konferenz im Juni. Unter den Teppich wird es sich wohl nicht mehr kehren lassen.

Erste Anzeichen sind auf Social Media Kanälen schon sichtbar. Einige Plattformen haben ihre Präsenz intensiviert, um für mehr Transparenz und Verständnis zu werben.

Noch laufen aber natürlich die Marketingmaschinen, die Investoren dazu bringen sollen, möglichst schnell ohne viel nachzudenken, Geld in ein Projekt zu investieren. Durch künstliche Verknappung und wenig Informationen vor dem Projektstart, so dass wenig Zeit bleibt, sich gründlicher zu informieren.

Die Lehren der beiden “Opfer”

Thomas fragt nach den persönlichen Konsequenzen von Dirk und Philipp für zukünftige Anlageentscheidungen. Dirk will nicht mehr in Plattformen investieren, die in Estland registriert und damit komplett unreguliert sind. Vor allem wenn sie dann auch noch ihr Geschäft in Riga betreiben. Die Projekte einzeln zu prüfen ist aus der Ferne so gut wie unmöglich.
Dirk wird also seine P2B Investments auslaufen lassen (falls die Plattformen noch so lange durchhalten). Also alle Investitionen bei Crowdestor, Envestio (zu spät, wie wir heute wissen), Monethera, Wisefund und auch TFG Crowd, auch wenn die offiziell in London sitzen. So wie Fast Invest. Das ist zwar kein P2B, aber das lässt er auch auslaufen.

Philipp möchte einigen Plattformen trotzdem nochmal eine Chance geben. Envestio gehört aber nicht dazu.

Thomas schaut auf die Zeit und möchte die Fragen, warum Philipp in einige Plattformen noch Vertrauen hat, auf ein nächstes Mal verschieben.

Thomas wird es auf jeden Fall auch eher wie Philipp machen und nicht alle Plattformen auslaufen lassen. Von Crowdestor ist er nach wie vor begeistert, auch wenn er sieht, dass er hier bei einem Ausfall mittlerweile doch ordentlich bluten müsste.

Dirk wundert sich, warum Crowdestor der neue Liebling der Blogger geworden ist.

Wir hoffen, es gab interessante Informationen und stehen für weitere Fragen bereit. Und freuen uns schon auf die Fortsetzung dann mit hoffentlich weiteren Fakten.

Wo geht es weiter? Die angesprochenen Chatgruppen

Deutsche Telegramgruppe zu Kuetzal
Deutsche Telegramgruppe zu Envestio
<ihr müsst dazu entweder euch den Link aufs handy (mit installiertem telegram) schicken oder web telegram verwenden!>
Eine zeitliche Dokumentation der Kuetzal Ereignisse

Anregungen und Meinungen gerne in die Kommentare! Und wer meiner Leser/Hörer kann mit Hunde in Riga etwas anfangen ;)?

5 Gedanken zu „Podcast P2P deep dive – Fakten zu Kuetzal & Envestio mit Selbshilfeteam Dirk & Philipp

  1. Claus

    Hi Dirk, Thomas, Philipp,

    fand ich sehr kurzweilig (trotz der Länge). Sehr interessant aufbereitet.
    Ich hoffe nur dass Eure Hörer da mitkommen. Für jemanden, der nicht so tief drin steckt wie wir, könnten die vielen Namen und die Anspielungen vielleicht nicht so einfach zu folgen sein.

    Bei dem Punkt wo Dirk sagt er habe mit vielen Polizeidienststellen und Rechtsanwälten telefoniert und viele nette Leute kennengelernt darunter auch Leute die er eigentlich nicht kennenlertnen wollte. Ist das ein Scherz den ich nicht verstehe? Oder wen hat er kennengelernt, den er nicht kennenlernen wollte?

        1. p2pAdmin Beitragsautor

          Hast du dir den link mal ans hany auf dem dein Telegam läuft geschickt`Hallo Manuel
          und hast du da den link verwendet den ich auf der Seite eingebunden habe: https://t.me/joinchat/PssiaRIWO6hOs29QfQWiOQ und der ging nicht bei dir?
          Du musst Telegram für web offen haben oder dir den Link aufs handy schicken mit der telegram app installiert einfach nur anklicken tut nicht! Kann es daran liegen?
          grüße Thomas

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