Die Chancen von P2P Investments – Die positiven Seiten näher beleuchtet

Vorneweg

Im Rahmen des Podcast zu Chancen und Risiken von P2P Krediten mit Daniel habe ich sowohl mein Lieblingsthema Risiken als auch Chancen von P2P Investments vertieft und die Ergebnisse dann ebenso für mein Blog in einem weiteren Grundlagen Artikel festgehalten. Das Thema Chancen ist für mich als Berufs Pessimist gar nicht so einfach aber ein paar habe ich dann doch tatsächlich gefunden.

Die Renditen

Natürlich ganz vorne vor allem anderen steht die Rendite – so ist eine Rendite um die 10 % vor Steuern absolut nicht unrealistisch.

Das kommt natürlich darauf an wie breit man seine Investments streut und wie sie in den unterschiedlichen P2P Klassen gewichtet sind.
Bei Immobilienkrediten ist es ein bisschen weniger, bei Geschäftskrediten in Irland auch durchaus noch mal ein weniger. Dafür bei Konsumentenkrediten im Baltikum deutlich höher, da ist ein XIRR (Was ist das?) von 13 % durchaus erreichbar. So gibt es Plattformen wie Envestio mit einem XIRR  von über 19% aber auch bewährte Schwergewichte wie Mintos ist ein XIRR von ~13% durchaus realistisch erreichbar

Mein Schnitt liegt bei 10,5% über alle P2P Plattformen hinweg.

Ich bin nun auf über 18 Plattformen unterwegs und damit sicher nicht die Norm – allerdings auch im Grossen und Ganzen eher moderat, d.h. Unbekannte bzw. Neue und damit in meinen Augen riskantere Plattformen sind untergewichtet die “Alten” eingesessenen dagegen übergewichtet. Meine Verteilung auf den  Plattformen sieht aktuell so aus:

Verteilung Anlagehöhe P2P Plattformen

Verteilung Anlagehöhe P2P Plattformen

Dabei differenziere ich auch noch die P2P Kreditarten – Irische Geschäftskredite allein machen bei mir ganze 25% aus, Immobilien dann fast 15% der Rest verteilt sich auf eine Mischung aus Geschäfts, Konsumenten- und ein wenig eingestreute Immobilienkredite auf gemischten Plattformen wie Crowdestor überwiegend im Baltikum.

Meine aktuellen Rendite Werte all meiner P2P Plattformen findet ihr im Blog immer rechts in einer klassischen “Ranking Tabelle”.

Der Anlagehorizont

Generell sind die Laufzeiten bei P2P Anlagen im Vergleich zu anderen Assetklassen (bei Aktien liegt der Anlagehorizont bei weit über zehn Jahren mit dem buy&hold Ansatz) deutlich geringer.

So gibt es kurz laufende Kredite von wenigen Tagen bis hin zu lang laufenden Krediten von bis zu 10 Jahren. Durch die kontinuierlichen Tilgungen und Zinsen (und im Buyback Fall oft auch noch Rückkäufe oder auch sonstige Verlängerungen/Änderungen) entsteht ein ständiger Cashflow, den ich aktuell einfach wieder reinvestiere.
Damit sind in kurzer Zeit (bei Bondora war das gerade mal ein halbes Jahr bis die Hälfte des eingesetzten Kapitals wieder ohne Verkäufe liquide war) auch wieder große Teile des eingesetzten Geldes verfügbar.

Auf vielen Plattformen existiert zudem noch ein Zweitmarkt, der auch noch zur Liquiditätserhöhrung eingesetzt werden kann (oder aber zum aktiven Handel siehe meine Bondora Zockerstrategie).
Das zusammen sorgt für eine recht überschaubare Bindung des investierten Kapitals. Zusätzliche Liquidität bieten darüber hinaus noch die speziellen Produkte von Bondora(Go&Grow (Meinung dazu von mir) ~6,5%) oder das ganz neue I&A von Mintos( ~12%). Beides nutze ich nicht, ich lege lieber manuell und Rendite maximiert an.

Passives Einkommen & Passive Anlageform

Alles vorher zusammen genommene sorgt dann dafür, dass der für viele Heilige Gral damit realisiert werden kann – ein stetiges passives Einkommen.

Und tatsächlich ist auch ein passives Anlegen möglich. Durch die auf den meisten Plattformen verfügbaren automatisierten Investitionstools bleibt der Aufwand – für Leute die nicht wie ich ständig optimieren wollen – überschaubar klein.

Ganz ohne Aufwand geht es natürlich auch nicht, ab und an bedarf es doch der Pflege und Anpassungen, sei es weil es neue AGBs gibt, neue Darlehn Anbahner dazu gekommen sind  oder sich die Zinslandschaft geändert hat.

Aber es soll tatsächlich Leute geben die schauen nur einmal im Quartal in ihre P2P Anlagen und justieren dann entsprechend nach – und ich glaube auch das dies tatsächlich reichen dürfte (auch wenn ich fast täglich schaue). Und die bereits genannten Automatisierung Produkte Gow&Grow und I&A treiben dies natürlich auf die Spitze – die Bequemlichkeit hat dann halt auch dafür ihren entsprechenden Preis in Form einer etwas geringeren Rendite.

Diversifikation des Gesamtportfolios

EIn bisschen dient P2P auch der Diversifikation meines Gesamten Anlageportfolios wobei man bei der Größenordnung von knapp  10% nicht von einem sagen wir mal “System relevanten” Anteil ausgehen kann.

Aber auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

 

Abhängigkeit zu anderen Anlageklassen

Gerne wird propagiert das P2P wenig bis keine Abhängigkeiten zu anderen Anlageklassen wie

z.B. zur Börse hätte. Das sehe ich ein wenig differenzierter. Bei echten P2P Krediten (also solche ohne unmittelbare Buyback Garantie) wie Bondora, Finbee, und Neo Finance würde ich das vor allem bei den Konsumenten Krediten durchaus so mittragen.

Bei meinen Iren Flender und Linked Finance aber auch z,T, wieder bei Finbee bei den Geschäftskrediten, sehe ich das kritischer die sind sicher zyklisch deutlich anfälliger.

Die Immokredite wie Estateguru, Bulkestate und Crowdestor hängen dagegen von den lokalen Immobilenmärkten ab und damit auch indirekt sicher an der aktuellen Konjunktur.

Bei den beliebten Buyback Krediten wie bei Mintos, Peerberry und Robocash jedoch sehe ich eine eher enge Korrelation mit “high yield” Anleihen und einem zusätzlichen Klumpenrisiko – für mich stellt ein Buyback Kredit nichts anders da, als eine Anleihe die ich dem Darlehn Anbahner gewähre. Und was passiert wenn der dann in Schieflage gerät hatte ich ja in den Risiken ausführlich aufgezeigt – die einzelnen Kredite spielen dabei keine Rolle mehr.

Kaum Volatilität

Schaut man sich die Entwicklung eines klassischen Aktienportfolios an, dann muss man doch mit einigen Schwankungen leben und darauf bauen das es über die Jahre bergauf geht.

Hier mal mein Gesamt Portfolio:

Gesamt Portfolio Volatilität

Gesamt Portfolio Volatilität

Bei einem P2P Portfolio ist das deutlich linearer – selbst bei einem ohne Buyback – sofern man sich nicht die einzelnen Kredite anschaut und nur das Gesamt Portfolio im Blick hält, gibt es kaum Ausschläge und nur die Bewegung in eine Richtung so lange das nach oben ist, ist dann ja auch alles gut ;).

Nur die P2P Kredite:

P2P Portfolio Volatilität

P2P Portfolio Volatilität

Wie man sieht ist das deutlich entspannter anzuschauen.

Der Spaß am Spiel

Mein Blog habe ich nicht umsonst P2P Game genannt, mir macht das investieren in P2P

Krediten auch Spaß. Die Beschäftigung mit den Plattformen und den Projekten finde ich immer noch spannend und vor allem hält sie mich davon ab, dass ich mich zu sehr mit Mikromanagement in meinen ETF/Aktienanlagen beschäftige und statt dessen dort das mache was besagter Kommer propagiert – kaufen sobald Geld da ist, dann lange nichts tun und ab und an ein wenig rebalancing am besten durch kaufen und auf keinen Fall ein “hin und her”, dafür hab ich dann P2P da tobe ich mich aus, handle, schichte um suche neue Plattformen….

Also wie man sieht doch eine ganze Menge an positivem nach dem abschreckenden aber mir immens wichtigen Risiken Teil.

Und wie fang ich nun an?

Wer jetzt Lust hat seine ersten Schritte in P2P zu machen der kann sich gleich mit dem Thema “Auswahl einer passenden P2P Plattform” beschäftigen.

Als Podcast

Natürlich könnt ihr euch auch den Podcast anhören – die Chancen beginnen im hinteren Drittel:

Weitere Chancen

Habe ich noch weitere Chancen übersehen oder seht ihr manche Punkte anders? Dann hinterlässt mir einfach einen Kommentar dazu und ich ergänze das dann gerne gegebenenfalls!

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