Abseits P2P ☆ Die Aktie – Der Auftakt zu Einzeltitelanalysen von Thomas

Ich habe ja an der ein oder anderen Stelle schon Anlageoptionen abseits meiner P2P Spielwiese einfließen lassen. Da dies bislang auf keine große Gegenwehr meiner Leser gestoßen ist, werde ich das moderat, ohne ansonsten den Schwerpunkt P2P zu verlieren,  auch weiter führen. Zum ersten Mal auch abseits der von mir bevorzugten Sammelanlagen. Schauen wir mal, ob es meinem Namensvetter als Gastautor gelingt im Laufe der nächsten Zeit mich und euch auch für einzelne Titel zu begeistern. Von seinen heute erwähnten hab ich bislang jedenfalls keine im Portfolio, aber genug der Vorrede schauen wir mal was Thomas vorhat:

Aktien für jedermann – warum wir alle Analysten sind

Als ich mich im letzten Jahr nach anderen Anlageklassen umgeschaut habe – bisher steckt fast mein gesamtes Geld in Einzelaktien – bin ich auf P2P-Kredite gestoßen. Und auf den Blog von Thomas – der mir wirklich sehr gut gefallen hat und mir definitiv dabei helfen wird, in diesem Jahr meine ersten P2P-Investments zu tätigen!

Da ich selbst einen Blog betreibe, habe ich mir kurzerhand gedacht: Warum soll nur ich von Thomas’s P2P-Wissen profitieren – wenn es auch meine ganze Community kann? Auf der anderen Seite dachte Thomas, dass Einzelaktien auch für euch ein interessantes Investment sein könnten – weshalb wir beschlossen haben, regelmäßig Beiträge des „anderen Thomas“ zu veröffentlichen (ich heiße ebenfalls Thomas 😉 ).

Dieser Beitrag heute bildet den Auftakt dieser Serie – und ich möchte dir darin zeigen, warum fast mein gesamtes Kapital in Einzelaktien steckt, wie ich mit Aktien begonnen habe, worauf’s in meinen Augen an der Börse ankommt und ob Aktien wirklich für jeden etwas sind!

Aktien – welche Renditen sind möglich?

Ich liebe es, in Aktien zu investieren! Einer der Hauptgründe, warum der Großteil meines Kapitals in Einzelaktien steckt, ist der folgende: Aktien können höchstens 100 % fallen, bieten nach oben hin aber praktisch keine Grenzen. Hier findest du ein paar Beispiele, welche Renditen mit Aktien möglich sind.

10-Jahres-Performance (Stand: 27.12.2019, Dividenden unberücksichtigt)
  • Adidas   + 659,4 %
  • Geberit   + 206,1 %
  • Facebook   + 635,5 % (Performance seit dem Börsengang im Jahr 2012)

Moment – wirst du jetzt vielleicht denken: Und was ist mit Air Berlin, Solarworld oder Thomas Cook – das waren ja wohl Totalausfälle! Und damit hast du natürlich vollkommen Recht – wer in den letzten 10 Jahren auf die falschen Aktien gesetzt hat, der verlor auch in einem freundlichen Börsenumfeld viel Geld.

Daraus sollte man allerdings nicht schließen, dass die Börse ein reines Casino-Spiel sei, bei dem Glück der entscheidende Faktor ist. Auch den Gedanken, die Analyse von Aktien sei nur etwas für Profis, halte ich für grundlegend falsch.

Wie ich vor sieben Jahren – damals ohne viel Börsenwissen – zwei grandiose Investments getätigt habe, worauf Privatanleger bei Einzelaktien achten sollten und warum ETFs für viele Anleger trotzdem die bessere Alternative sind, erfährst du, wenn du weiterliest.

Wie ich mit Aktien begonnen habe

Was Smartphones betrifft war ich nicht gerade eine „First Mover” – mein erstes war ein LG im Jahr 2010. Allerdings war ich damit ziemlich unzufrieden – sowohl was Zuverlässigkeit als auch die Bedienung betrifft. Also entschloss ich mich, im Jahr 2012 ein iPhone 4S zu kaufen – kurz nachdem ich mir einige Wochen vorher ein iPad gegönnt habe.

Was soll ich sagen – beide Produkte konnten mich zu 100 % überzeugen! Auf das iPhone 4S folgte das 5S, SE und aktuell habe ich ein iPhone 8.

Zu dieser Zeit habe ich mich bereits mit Aktien beschäftigt, allerdings bei weitem nicht so

Iphone  – Bild von Jan Vašek auf Pixabay

intensiv, wie ich das heute tue. Mein einziges „Research-Tool“ war der FocusMoney (ist nicht ganz Finance-Porn, aber irgendwie schon nahe dran), onvista.de, und finanzen.net. Doch auch damals schon habe ich eine Sache erkannt: Eine erfolgreiche Aktie zeichnet sich vor allem durch ein Unternehmen aus, das großartige Produkte herstellt – und genau das tat Apple. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung war ich davon absolut überzeugt.

Gleichzeitig brauchte ich Ende 2012 / Anfang 2013 nur einen Blick auf den Chart werfen, um zu erkennen, dass die Apple-Aktie gerade günstig sein könnte – sie brach in nur wenigen Wochen um zeitweise bis zu 50 % ein. Nach dem Tod von Apple-CEO und Gründer Steve Jobs im Oktober 2011 sorgten sich die Märkte zunehmend um die Innovationskraft des i-Konzerns unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Tim Cook.

Doch am eigentlich Erfolgsfaktor – den grandiosen Produkten, der weltweit bekannten Marke und dem Apple-Ökosystem – hatte sich rein gar nichts geändert. Deshalb stieg ich zwischen 2012 und 2013 in mehreren Tranchen bei Apple ein. Heute steht die Apple-Aktie mit einem Plus von 358,2 % (Stand: 27.12.2019) in meinem Depot – damit ist sie die erfolgreichste Aktie, die ich mir jemals gekauft habe.

Zur gleichen Zeit habe ich mich auch mit Visa-Aktien eingedeckt. Ich selbst habe damals angefangen, aktiv Kreditkarten zu nutzen – vielen von ihnen bieten Cashback-Programme, spezielle Rabatte oder weitere Vorteile, die sich schnell zu ein paar hundert Euro im Jahr aufaddieren können.

Weiterhin konnte man damals zusehen, wie immer mehr online geshopt wurde – eine Entwicklung, die Bargeldzahlung und Girocard nicht gerade zum bevorzugten Zahlungsmittel macht. Kreditkarten schon – denn egal ob direkt oder über Paypal: Eine Kreditkarte wird quasi in jedem Shop akzeptiert und gewährleistet eine schnellstmögliche Transaktion. Und damit einen zügigen Versand der Ware.

Dieses gigantische Marktpotential teilen sich im großen und ganzen drei Unternehmen auf: AmericanExpress, Mastercard und eben Visa. Solche oligopolen Märkte sind perfekt für Preissteigerungen und hohe Margen – und schlussendlich auch für steigende Kurse.

Die Visa-Aktie steht heute mit einem plus von 268,4 % in meinem Depot – ohne Dividenden (Stand: 27.12.2019).

Versteh mich nicht falsch – auch ich habe nicht nur solche „Perlen“ wie Apple und Visa geangelt.

Die großen Player – Bild von Republica auf Pixabay

Die ein oder andere Aktie in meinem Depot habe ich tiefrot verkauft, andere stehen noch immer zweistellig im Minus. Doch aus jedem dieser Fehler habe ich gelernt und in Folge deutlich bessere Anlageentscheidungen getroffen.

Der Knackpunkt bei der Sache ist der: In gewissen Branchen, Märkten oder bezüglich gewisser Produkte können wir Privatanleger durchaus Experten sein – sei es beruflich bedingt oder weil es Berührungspunkte mit unseren Hobbys oder Privatleben gibt. So sehen wir Dinge, die die sogenannten Experten von der Wallstreet nicht sehen – das gilt insbesondere für kleinere Unternehmen abseits von DAX, Dow Jones und Co.

Peter Lynch – einer der erfolgreichsten Fondsmanager aller Zeiten – hat genau diesen Punkt in seinem Buch „Der Börse einen Schritt voraus“ explizit beschrieben und zeigt in seinem Buch, wie wir alle Geld an der Börse verdienen können – und welche Vorteile wir gegenüber den vermeintlichen Profis sogar haben.

Eben Aktien für jedermann!

Worauf man bei Aktien achten sollte

Doch eines sollte auch klar sein: An der Börse gibt’s nichts geschenkt! Meiner Meinung nach fahren Privatanleger am besten, wenn sie die folgenden Punkte berücksichtigen.

Langfristiger Anlagehorizont

Kurzfristige Entwicklungen an der Börse vorherzusehen ist unmöglich – egal was uns irgendwelche Crashprohpeten erzählen. Und mit kurzfristig meine ich alles unter fünf Jahren. Wir Privatanleger sollten uns auf die langfristigen Perspektiven von Unternehmen konzentrieren und den kurzfristigen „Noise“ so gut es geht ignorieren.

Psychische Stärke

„Kurzfristiger Noise“ sind unter anderem Kurseinbrüche – aber auch waschechte Crashs. Wir können sie nicht vorhersehen und irgendwann wird’s uns erwischen, wir sollten gar nicht erst versuchen, das zu verhindern. Viel wichtiger ist: Nerven bewahren wenn’s Richtung Süden geht! Denn nur weil der Kurs einer Aktie fällt, heißt das noch lange nicht, dass es auch unseren Unternehmen schlecht geht. Entsprechend gibt es in diesem Fall auch keinen Grund, diese Aktie zu verkaufen.

Soweit die Theorie – die Praxis sieht meist jedoch anders aus: Bei fallenden Kursen die Nerven zu behalten ist einfacher gesagt als getan – und bedingt eine gewisse psychische Stärke. Und die bedarf’s auch, um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein. Denn nichts gefährdet unsere Börsenerfolg mehr, als am Tiefpunkt aus Panik zu verkaufen.

Diversifikation

Ich denke zu diesem Punkt brauche ich dir als P2P-Investor nicht viel zu erzählen – die Streuung des Kapitals ist eine elementare Grundvoraussetzung für langfristigen Erfolg, das gilt auch für die Börse. Zehn Aktien halte ich für das absolute Minimum. Besser sind in meinen Augen allerdings 15 bis 20 Einzelaktien – mindestens.

Circle of Competence

Gerade am Anfang gilt: Investiere nur, in was du wirklich verstehst! Ich persönlich habe das meiste Lehrgeld dann bezahlt, wenn ich in Bereiche investiert habe, von denen ich absolut keine Ahnung hatte. In meinem Fall waren dies der Finanzsektor und Rohstoffaktien.

Seitdem ich Aktien außerhalb meines Circle of Competence konsequent meide, sind meine Fehlschläge stark zurück gegangen. An dieser Stelle kann ich dir ein wunderbares Buch von Charlie Munger empfehlen, dem Partner von Starinvestor Warren Buffet: Charlie Munger – ich hab dem nichts mehr hinzuzufügen. Munger geht ausführlich auf den Circle of Competence ein, behandelt aber auch andere wichtige Aspekte, wie zum Beispiel die wichtige Rolle der Psychologie an der Börse.

Risikobereitschaft

Wer nicht bereit ist, denn Bereich der absoluten Sicherheit zu verlassen, der sollte nicht in Aktien investieren – für den ist ein Festgeldkonto oder Sparbuch die bessere Alternative. Auch das wird dich ich als P2P-Investor sicherlich kaum überraschen.

Lernbereitschaft

Wer mit Einzelaktien besser abschneiden will als der Gesamtmarkt, der kommt um eine Sache nicht herum: Lernbereitschaft! Damit meine ich:

  • aus Fehlern lernen – anstatt ewig an einer Aktie zu klammern und zu hoffen
  • hin und wieder ein Buch zum Thema Aktien und Börse in die Hand zu nehmen
  • generelle Verbesserung der eigenen Strategie durch die Aneignung von mehr Wissen

Ohne eine gewisse Lernbereitschaft wird’s bei Einzelaktien dauerhaft nicht funktionieren – zumindest dann, wenn man besser als der Gesamtmarkt abschneiden möchte.

Mein Fazit: Sind Einzelaktien auch etwas für dich?

Wer bereit ist, Zeit in die Analyse zu stecken, ein bisschen Lernbereitschaft mitbringt und am allerwichtigsten: Spass an der Analyse von Einzelaktien hat, für den macht es in meinen Augen Sinn, sich mit Einzelaktien beschäftigen – denn großartige Renditen wie sie die Apple-Aktie und die Visa-Aktie in den letzten Jahren erwirtschaftet haben sind für jeden von uns möglich.

Wer die Zeit für eine ausführliche Analyse nicht aufbringen kann oder schlichtweg keinen Spass daran hat – kein Problem: Mit ETFs kannst du natürlich ebenfalls an der Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte partizipieren – breit gestreut und ohne viele Aufwand!

Sollte dieser Beitrag dein Interesse geweckt haben, dann wird es dich sicher freuen zu hören, das mein nächster Beitrag nur ein Schritt entfernt ist – denn zukünftig werden wir alle drei Monaten einen Beitrag für den Blog des jeweils anderen Thomas erstellen! In diesem Sinne – vielen Dank für’s Lesen und viel Erfolg weiterhin bei deinen P2P Kredite Investments!


Nachdem Thomas nun schön das Thema angeteasert hat, werde ich ihn beim Wort nehmen und bin gespannt, welche konkrete Aktie er uns demnächst dann vorstellen wird!

Ich werde dazu dann auch spaßeshalber ein Musterdepot bei der Comdirect eröffnen (bei denen bin ich eh Kunde geht aber auch für nicht Kunden!) und dann schauen wir mal, ob er mit seinen Tipps uns in Verderben stürzt oder ganz glücklich macht.

Und natürlich gebt uns gerne Feedback was ihr von der Kooperation haltet – ist ja (k)eine Einbahnstrasse hier…

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